Schleppende Gläubigerbeteiligung Griechen-Hilfe wird für Euro-Retter zum Fiasko

Eigentlich sollte ein Schuldenschnitt Griechenland Entlastung bringen. Doch private Investoren zieren sich. „Es sieht nicht gut aus“, beschreibt ein Banker die Lage. Den Euro-Staaten drohen nun zusätzliche Lasten.
Update: 11.01.2012 - 21:30 Uhr 41 Kommentare
Euro Münzen. Quelle: dpa

Euro Münzen.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie Euro-Staaten müssen für Griechenland möglicherweise noch tiefer in die Tasche greifen. Der freiwillige Beitrag der privaten Gläubiger zum Milliarden-Hilfspaket für das hochverschuldete Land verfehle wohl die Erwartungen, sagten mehrere mit den Verhandlungen vertraute Banker der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch.

Bedingung für das 130 Milliarden Euro schwere staatliche Rettungspaket für Griechenland ist eine Schuldenentlastung durch die privaten Investoren. Dabei wird ein Verzicht auf rund 100 Milliarden Euro angepeilt. Dieses Volumen wird den Bankenkreisen zufolge aber wohl nicht erreicht, da sich vor allem viele Hedgefonds quer stellen.

„Die Regierungen prüfen daher bereits, wie sie ihren Beitrag erhöhen können“, betonte einer der hochrangigen Manager. „Es sieht nicht gut aus“, ergänzte ein anderer Insider. Es gebe aber noch keine Entscheidungen. Auch aus ranghohen politischen Kreisen der Euro-Zone war zu hören, dass es die Staaten für möglich hielten, die Hilfen aufzustocken. Noch hoffe man aber, dass sich genügend Gläubiger beteiligten.

Vor allem in Deutschland dürften zusätzliche staatliche Hilfen auf Widerstand stoßen. Die Bundesregierung hat bereits Milliardensummen bereitgestellt und daher besonders intensiv auf eine Beteiligung privater Gläubiger gepocht. Bundeskanzlerin Angela Merkel machte in dieser Woche erneut Druck: Ohne einen Schuldenerlass flössen keine neuen Gelder.

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41 Kommentare zu "Schleppende Gläubigerbeteiligung: Griechen-Hilfe wird für Euro-Retter zum Fiasko"

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  • Ihr erster Artikel WUNDERSAME GELDVERMEHRUNG bedeutet doch
    nichs anderes als GELDVERNICHTUNG - da keine Deckung!

    Wie hat der Bürger die Möglichkeit dem Einhalb zu gebieten?
    Leider kann man davon ausgehen: KEINE CHANCE!

  • die ezb kauft von allen europäischen banken alle griechischen staatsanleihen mit 80% von nominal,gliedert diese aus, griechenland scheidet aus euro-zone aus,hat dies auch durch ihre trickreiche verhaltensweise verdient -
    und alle probleme sind gelöst.

  • @ AlexM4,

    Paradox und unlogisch ist dass, egal wie viel die Banken für die Anleihe bezahlt haben (z.Bsp. diese Anleihe: WKN: A0GL2Y hat bei 20% gestanden) sie soll jetzt zu 50% zurückgezahlt werden. Für viele Banken würde ein Schuldenschnitte von 50% eigentlich ein Gewinn von 30% bringen!
    Der Verlust haben die Anleger gehabt die zu Nennwert, also 100%, gekauft haben, eigentlich viele kleine privat-Anleger die durch die fiktive Quellensteuer auf griechische Anleihen sich verlocken lassen haben und die von Panik ergriffen zu 20% verkauft haben.

  • Effektiver wäre ein Exportembargo nach Griecehnland bis alle Schulden bezahlt sind. Das würde zwar den deutschen Export treffen, das wäre aber auch eine Warnung für die andere Länder die einen Leistungsbilanzdefizit haben.
    Es wird nur soviel exportiert wie bar bezahlt werden kann!
    Nur noch gegen Cash!
    Der Kaufmann der auf Kredit an Insolventen Kunden verkauft ist selbst Schuld wenn er dann auf den Schuldenberg sitzen bleibt.
    Ein Rauswurf ist laut Verträge nicht möglich und wäre sogar vorteilhaft für Griechenland, weil dann Schuldenfrei, dafür sehr schädlich für Rest-EU und Währungsunion!

  • "Ihr" versucht sich zwar auszudrücken. Was er ausdrückt entweicht aber wohl eher anderen Körperteilen als dem Kopfbereich.
    Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Nur Mut.

  • Das sind Ihre Vorschläge? Ziemlich dürftig, genau wie Ihre Rechtschreibung; seit glücklich.. wird mit d geschrieben; seit gestern z.B. wird mit t geschrieben. Um sich unmißverständlich mitzuteilen ist es dringend erforderlich, die Sprache auch in der Schrift zu beherrschen!

  • Quo vadis € / Europa?

    Mit blindwütigem Aktionismus wollen die €uro-L(H)enker durch die Fortsetzung ihrer Falschgeld-Politik die Schuldenkrise beheben. Hierbei liegt die Betonung auf „wollen“ (man könnte es auch träumen nennen).
    http://www.fortunanetz.de

  • Die ständig zu lesende Falschmeldung, der Griechen-Bankrott ziehe die europäischen Banken in den Abgrund, dient lediglich als Begründung für anstehende Erhöhung der EFSF/ESM Mittel. Die Banken haben ihre GR-Staatsanleihen allesamt über CDS abgesichert, die allerdings nur zahlen bei einem Staatsbankrott. Wann hört die politische Lügerei endlich auf? Der Griechen Bankrott ist nicht die Katastrophe sondern die einzige Lösung für ein vorläufiges Ende der Krise.

  • PAPPERLAPAPP - GRIECHENLAND IST PLEITE!
    Meines Erachtens befinden wir uns erst im vorletzten Akt dieses Dramas. Es wird erst der wirtschaftliche Abschwung Europas zusätzlich eintreten müssen, um erneut die Spekulation auf den Staatsbankrott anzufeuern. Und erst hernach ist das Pendant der "starken" europäischen Staaten letztendlich nicht mehr in der Lage Sicherungen zuzusagen. Aber vielleicht darf ich auch mal "spekulieren".
    Überträgt man zeitliche Abläufe anderer Staatsbankrotte auf diesen Fall (was man natürlich nicht darf) rechne man mit dem Staatsbankrott Griechenlands im 4. Quartal dieses Jahres.
    Auf die CDS! Achtung! Fertig! Los!

  • @sonduh. Bitte keine Übersetzungssoftware benutzen! Ich kann Sie kaum verstehen!

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