Schnelles Handeln gefordert Euro-Gruppe setzt Slowenien unter Druck

Die EU-Finanzminister haben neue Milliardenkredite für Athen und Lissabon freigegeben. Sorgen bereitet Slowenien. Die dortige Regierung müsse schnell und entschieden handeln, heißt es.
Update: 14.05.2013 - 04:14 Uhr 17 Kommentare

Sparreform soll Slowenien retten

BrüsselDie Euroländer haben Slowenien aufgerufen, entschlossen gegen die Probleme in seinem maroden Bankensektor vorzugehen. Die Regierung müsse "schnell und entschieden" handeln, sagte Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem am Montag in Brüssel. Das Land will vermeiden, wie Zypern von den Problemen seiner Banken gezwungen zu werden, die Hilfen des Euro-Stabilisierungsfonds ESM in Anspruch zu nehmen.

"Wir sind uns einig, dass die slowenische Regierung schnell und entschieden handeln muss, um die wirtschaftlichen Ungleichgewichte des Landes in Angriff zu nehmen", mahnte Dijsselbloem nach einem Treffen der Euro-Finanzminister. "Zuallererst muss sie das Vertrauen in die Belastbarkeit des Bankensektors wieder herstellen." Die Geldhäuser des mitteleuropäischen Landes ächzen unter einer Schuldenlast von rund sieben Milliarden Euro. Das entspricht einem Fünftel des Bruttoinlandsproduktes.

Die slowenische Mitte-Links-Regierung will vermeiden, Finanzhilfe aus dem ESM in Anspruch nehmen zu müssen. Finanzminister Uros Cufer erläuterte am Montag die Spar- und Reformpläne der Regierung, die derzeit auch von der Kommission geprüft werden. "Die slowenische Regierung sagt, sie schafft es ohne Rettungsschirm", sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). "Ich glaube, dass sie Recht hat. Sie muss halt die notwendigen Maßnahmen zustande bringen."

"Es ist noch zu früh, um zu sagen, ob das Programm eine ausreichend starke und glaubwürdige Antwort auf die großen Herausforderungen ist", sagte EU-Wirtschaftskommissar Olli Rehn. Das Land habe aber "absolut keine Zeit zu verlieren". Die Stunde der Wahrheit schlägt für Slowenien Ende Mai: Dann teilt die Kommission mit, ob sie die Pläne der slowenischen Regierung für ausreichend hält.

Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem begrüßte Erfolge von Krisenländern bei der Überwindung ihrer Probleme. So erhält Griechenland weitere 7,5 Milliarden Euro aus dem laufenden Hilfsprogramm. Die Eurogruppe lobte unter anderem Fortschritte im Steuerbereich. Portugal erhält weitere Hilfskredite von 2,1 Milliarden Euro.

Weitere Milliarden für Griechenland und Portugal
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17 Kommentare zu "Schnelles Handeln gefordert: Euro-Gruppe setzt Slowenien unter Druck"

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  • Ma muß ich schon wundern, dass die gesamten Abgeordneten im Bundestag nicht zu Verstand kommen.
    Entweder hatten sie nie einen, oder sie geben ihn jeden Morgen an der Garderobe ab.
    Das Ende dieses Fanatismus wird schrecklich.
    Unsere Kinder und Enkel werden die Trümmer wegräumen müssen, die diese Politiker hinterlassen

  • Der Letzte macht das Licht aus!

  • 14.5.13 Finanzkrise nächster Teil "Slowenien": Finanzkrise überstanden? Wohl kaum. Die Krise atmet durch. Erinnern wir uns, Banken- u. Staatsschuldenprobleme sind nicht gelöst, nur auf die lange Bank geschoben. Solange die Übel des Raubeinkapitalismus nicht ausgemerzt werden, wird nichts besser. Eine Bankenunion macht Sinn, aber nur, wenn sofort reguliert, kontrolliert, ggf. bestraft wird. Lösungen in zwei Schritten verzögern die Bankenkrise, verteuern das Schuldendebakel. Wenn die Krise jetzt in Slowenien hochkocht, darf das nicht wundern. Denn, „Probleme hinausgeschoben ist nicht aufgehoben“. Systemrelevante Banken gehören unter die Kontrollhaube der EU. Überschuldete Euro-Staatshaushalte unter den Aufsichtsschirm des Fiskalpaktes. Ohne Haushalts- u. Schuldenkontrolle geht nichts. Doch dies alles muss durch Wachstumsimpulse ergänzt werden. Kontraktion nach Bedarf nennt dies der Fachmann. Ein absolutes „No go“ ist, den sozialen Frieden in Europa zu gefährden. Wolfgang Werkmeister, Buchautor, Eschborn

  • Die Wahl im Herbst ist die wahr­­schein­lich wichtigste Wahl, die es je gab im fremd­besetzten Teil Deutsch­lands/in der BRD, danach sollen von den jetzigen BRD-Polit­gangstern irre­ver­sible Fakten geschaffen werden, nur deshalb sind diese Betrüger noch im Amt. Betrachten Sie das Durchwinken des ESM-Vertrages von 493 dieser gottlosen Volks- und Landesverräter nur als Aufwärmübung. Das war ein kleiner Vorgeschmack auf das, was noch kommen soll.

    Der Letzte macht das Licht aus.

    Gute Nacht, Deutschland,
    gute Nacht, EU und Welt,
    gute Nacht, Freiheit.

  • Erinnert an Spanien, die haben sich ja auch geziert. Und wo sind sie jetzt?
    Also, das Schauspiel geht weiter, das nächste Land wird verknechtet. Wie lange es wohl dieses mal dauert bis sie Hilfen in Anspruch nehmen? Anfang Oktober, falls Merkel wiedergewählt wird, wird es wohl konkretere Pläne geben. Die zahlt ja gerne.

  • "DRUCK"

    Klingt nicht demokratisch und ist es wohl auch nicht.
    Aber auch, wenn dieses 2 Mio. Einwohner zählende Volk nicht von seinem verhängnisvollen Weg abweicht, wird sich an Zeiten der Staatsverschuldung von knapp über 50% seines BIP zurücksehnen.
    Aber, dass man in Slowenien momentan nicht sparen muß, erscheint der dortigen Regierung bereits heute schon als eine Sonderform der

    GNADE.

  • Was passiert eigentlich, wenn das letzte Euroland - wahrscheinlich wir - unter den Schirm gekrochen ist ?

  • Portugal: Auch hier verharrt die Wirtschaft in der Rezession. Das Bruttoinlandsprodukt soll um 2,3 Prozent schrumpfen, nach 3,2 Prozent 2012. "Die Wachstumsaussichten für Portugals Exportmärkte haben sich eingetrübt, während sich die Lage am Arbeitsmarkt eintrübt", stellt die EU-Kommission fest. 2014 soll es wieder ein Wachstum von 0,6 Prozent geben - trotzdem dürfte die Arbeitslosenquote auf 18,5 Prozent steigen. Das Staatsdefizit soll in diesem Jahr auf 5,5 und 2014 auf 4,0 Prozent sinken, während der Schuldenberg bis dahin voraussichtlich auf 124,3 Prozent anschwillt.
    Wie soll soll sich bitte das Defiit verbessern, wenn die Schulden (hauptsaechlich durch Znsazahlungen!!) steigen, aber die Einnahmen sinken (=negativos BIP) ???

  • Ich kann es kaum erwarten, bis der ganze Laden endlich zusammenbricht. Wir müssen reseten und neu durchstarten. Eine andere Lösung gibt es nicht, da die Katastrophe schon viel zu fortgeschritten ist. Ich will endlich etwas mehr Gewissheit und vor allem will ich eine bessere Zukunft für meine 3 Kids. Es kann nicht sein, dass die etablierten ohne mit der Wimper zu zucken hunderte von Milliarden an deutsche Steuergelder in die Weltgeschichte auf Pump zweckentfremden, nur damit unsere Kinder und Enkel dafür u.U. mit einem Krieg belohnt werden. Nicht mit mir Leute! AfD!!!

  • Schnell handeln? Warum? Diese Staaten wurden doch alle von Brüssel mit dem Versprechen vieler Euro-Milliarden dazugekauft! Also wird Geld fließen! Und großteils deutsches Geld!

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