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Schrittweiser Rückzug Afghanen übernehmen Kampfeinsätze von der Nato

Die Regierungschefs des Nato-Bündnisses haben sich geeinigt, ab Mitte 2013 das Kommando von Kampfeinsätzen an afghanische Kräfte abzugeben. Einen Abzugswettlauf westlicher Soldaten fürchtet Kanzlerin Merkel nicht.
Update: 21.05.2012 - 22:43 Uhr 1 Kommentar

Afghanistan muss bald allein für seine Sicherheit sorgen

ChicagoMit Tausenden Ausbildern und milliardenschweren Hilfen will die Nato nach Ende des Kampfeinsatzes Ende 2014 den demokratischen Wiederaufbau in Afghanistan garantieren. Schon Mitte 2013 sollen afghanische Sicherheitskräfte - im Verbund mit der internationalen Isaf-Schutztruppe - die Kampfeinsätze gegen radikalislamische Taliban führen. Zum Abschluss ihres Gipfels in Chicago stimmten die 28 Staats- und Regierungschef der Allianz diesen Plänen zu.

Von den jährlich benötigten 4,1 Milliarden Dollar (3,2 Milliarden Euro) soll die Regierung in Kabul mindestens 500 Millionen Dollar selbst aufbringen. Von 2024 muss an muss sie Polizei und Armee selbst unterhalten. Nach Angaben des britischen Premiers David Cameron ist schon eine Milliarde Dollar zugesagt worden. Deutschland will 150 Millionen Euro beitragen. Die USA stellen rund 90 000 Soldaten für die Schutztruppe Isaf, die derzeit etwa 130 000 Soldaten im Einsatz hat. Damit es nicht zu teuer wird, müssen Polizei und Armee der Afghanen von jetzt insgesamt knapp 300 000 nach 2014 auf dann 228 500 Mann verkleinert werden.

Der afghanische Präsident Karzai auf dem Nato-Gipfel in Chicago. Quelle: Reuters

Der afghanische Präsident Karzai auf dem Nato-Gipfel in Chicago.

(Foto: Reuters)

Für Ärger in der Afghanistan-Debatte sorgte das Ausscheren Frankreichs aus der Bündnissolidarität: Präsident François Hollande will die Kampftruppen schon Ende 2012 nach Hause holen. Bundeskanzlerin Angela Merkel glaubt nicht, dass andere Frankreichs Beispiel in einer Art Abzugswettlauf nun folgten: „Ich sehe dieses Risiko nicht. Ich sehe eine sehr geordnete Phase vor uns, in der jeder seine Verpflichtungen einhält.“

Ungeachtet des Vorstoßes Hollande sieht die Kanzlerin kein grundsätzliches Problem in den Beziehungen zwischen Berlin und Paris: „Es gibt die Kontinuität der guten Zusammenarbeit. Das schließt unterschiedliche Positionen nicht aus“, sagte sie zum Abschluss des Gipfels. Hollande spielte die Erregung demonstrativ herunter. „Wir haben eine gemeinsame Abmachung gefunden“, sagte er. 2013 sollten französische Ausbilder für afghanischen Polizei und Armee verbleiben.

Auch US-Präsident Barack Obama ließ sich von der französischen Entscheidung nicht beirren: „Wir setzen uns zum Ziel, dass die afghanischen Sicherheitskräfte Mitte 2013 die Führungsrolle für die Wahrung der Sicherheit im ganzen Land übernehmen.“ Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen sprach von einem gemeinsamen Ziel: „Einem Afghanistan, das von Afghanen für Afghanen regiert und gesichert wird.“

Demonstranten protestieren liegend gegen das Treffen der Staats- und Regierungschefs der Nato. Quelle: Reuters

Demonstranten protestieren liegend gegen das Treffen der Staats- und Regierungschefs der Nato.

(Foto: Reuters)
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1 Kommentar zu "Schrittweiser Rückzug: Afghanen übernehmen Kampfeinsätze von der Nato"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Hoffentlich haben die NATO-Verbündeten dafür gesorgt, daß die Lieferungen weiterhin persönlich Karsai zugesichert wurden. So gesehen werden die Erlöse für die pflanzlichen Produkte von Afghanistan in alle Absatzmärkte der Welt verwendet. Business as usual mit dem Segen der WTO. Bravo ihr Lloyds, ihr versteht euer gemeinsames Denken und Handeln gegen eure eigenen Völker.

    Der abzusehende Niedergang der "Völkerdynastien des Geldadels" bleibt uns nicht verschont. Warum auch?

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