Schüsse in Ankara Türkischer Polizist erschießt russischen Botschafter

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Bestürzte Reaktionen aus aller Welt

Die Tat löste weltweit Bestürzung aus. Das Auswärtige Amt in Berlin verurteilte den Angriff in einer Mitteilung vom Abend. Die Regierungen in Washington und London sowie die Vereinten Nationen (Uno) zeigten sich bestürzt. Auch an den internationalen Finanzmärkten sorgte der Anschlag für Aufregung. Sowohl die türkische Lira als auch der russische Rubel gingen auf Talfahrt.

Auch die Bundesregierung hat den tödlichen Angriff auf den russischen Botschafter in Ankara „auf das Schärfste“ verurteilt. Es handele sich um eine „sinnlose Tat“, schrieb Regierungssprecher Steffen Seibert am Montagabend im Kurzbotschaftendienst Twitter. Auch andere Regierungen zeigten sich entsetzt über den Angriff auf Andrej Karlow bei einer Ausstellungseröffnung in der türkischen Hauptstadt.

„Wir verurteilen diesen Akt der Gewalt“, erklärte in Washington der Sprecher des US-Außenministeriums, John Kirby. Ähnlich äußerte sich der Elysée-Palast in Paris. Auch die Europäische Union (EU) verurteilte die Tat.

Das mit Russland verbündete Syrien sprach von einem „feigen Angriff“ und „abscheulichen Verbrechen“. Dieses zeige die Notwendigkeit, „alle Maßnahmen zu ergreifen, um den Terrorismus zu bekämpfen“, erklärte das Außenministerium in Damaskus.

Nach Ansicht des Unions-Obmanns im Auswärtigen Ausschuss des Bundestages, Roderich Kiesewetter (CDU), verdeutlicht der Anschlag, wie aufgeladen die Situation in Syrien und der Türkei sei. „Er zeigt die Risiken für Russland, sich dauerhaft in der Region militärisch zu engagieren, da es damit auch verstärkt ins Fadenkreuz der Anti-Assad-Kräfte gerät“, sagte Kiesewetter dem Handelsblatt.

Umso wichtiger müsse es deshalb sein, den Friedensprozess wieder aufzunehmen, betonte der CDU-Politiker. „Es müssen dafür aufbauend auf der jüngstem Uno-Resolution weitere diplomatische Schritte für eine Absetzung Assads unternommen werden, ansonsten werden radikale Kräfte weiter gestärkt.“

Der CDU-Außenpolitiker Karl-Georg Wellmann hat das Attentat scharf kritisiert und vor möglichen Konsequenzen gewarnt. „Es ist leider zu befürchten, dass sich die Spirale der Gewalt im Nahen Osten weiter drehen wird“, sagte der Bundestagsabgeordnete dem Handelsblatt.

Mit Blick auf den tödlichen Angriff bei einer Ausstellungseröffnung in Ankara, sagte Wellmann weiter: „Anschläge, welcher Art auch immer, sind schärfstens zu verurteilen. Das gilt besonders für das Attentat auf einen Diplomaten.“ Es müsse nun aufgeklärt werden, „ob die zuständigen Behörden in diesem Fall genug für die Sicherheit des Botschafters getan haben“, fügte der CDU-Politiker hinzu. „Nach den Ereignissen in Syrien lag die besondere Gefährdungslage für den russischen Diplomaten auf der Hand.“

Auch der FDP-Europapolitiker und stellvertretende Präsident des EU-Parlaments, Alexander Graf Lambsdorff, teilte in einer Mitteilung mit: „Zum Tod des russischen Botschafters in der Türkei, Andrej Karlow, habe ich dem Kollegium des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten der Russischen Föderation mein aufrichtiges Beileid ausgedrückt. Bei aller Auseinandersetzung in der Sache muss der notwendige Schutz des diplomatischen Personal, von Botschaften und Konsulaten allerorts zuverlässig gewährleistet sein. Nur so kann die internationale Staatenwelt zivilisiert miteinander umgehen.“

  • dpa
  • afp
  • rtr
  • dne
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1 Kommentar zu "Schüsse in Ankara: Türkischer Polizist erschießt russischen Botschafter"

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  • Ich bin der Meinung: Frau Merkels persönlicher Krieg mit Russland ist hier mitschuldig. Sie unterstützt immer noch gewissenlos den Islam=Tötet Andersgläubige.

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