Schulden beim Staat Griechenland lässt Auslandskonten sperren

Mindestens 50 Milliarden Euro sollen Reiche und Großunternehmen dem griechischen Staat schulden. Der dreht ihnen nun erstmals den Geldhahn zu: Ein Athener Geschäftsmann kommt nicht mehr an sein Auslands-Guthaben.
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Manche griechischen Geschäftsleute haben Geld ins Ausland geschafft. Quelle: dapd

Manche griechischen Geschäftsleute haben Geld ins Ausland geschafft.

(Foto: dapd)

MünchenGriechenland hat erstmals seit Beginn der Schuldenkrise bedeutende Auslands-Guthaben eines reichen Unternehmers sperren lassen, um Geld einzutreiben, das dem Staat zustehen soll. Auf den drei Konten in der Schweiz liegen insgesamt 158 Millionen Euro, wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet.

Sie gehörten dem Athener Geschäftsmann Lavrentis Lavrentiadis. Er war in der Chemiebranche groß geworden und dann Vorstandschef und Hauptaktionär der Privatbank Proton.

Der Unternehmer und weitere Geschäftsleute sollen einem Untersuchungsbericht der griechischen Zentralbank zufolge in den vergangenen Jahren bei Proton bis zu 700 Millionen Euro in andere Länder verschoben haben. Später wurde die Bank verstaatlicht und mit Mitteln der EU und des IWF in Höhe von fast 900 Millionen Euro vor dem Zusammenbruch gerettet. Die Staatsanwaltschaft in Athen ermittelt wegen Betrugs und anderer Delikte bei Proton.

Große Unternehmen und reiche Griechen sollen dem eigenen Staat 50 Milliarden Euro oder sogar noch mehr schulden. Führende Politiker in jenen Ländern, die Griechenland mit dem neuen Rettungspaket vor der Pleite bewahren, drängen darauf, die „Konten wohlhabender Leute zu sperren“, bis diese ihre Schulden bezahlt hätten. Das hat zuletzt SPD-Chef Sigmar Gabriel gefordert.

  • dapd
  • rtr
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19 Kommentare zu "Schulden beim Staat: Griechenland lässt Auslandskonten eines Millionärs sperren"

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  • @AdamSchmitz - Zwangsverwaltung
    Um gerecht zu werden:
    Anfang 2010 hatten die Troika-Diktate die Zustimmung 80% der Gr Bevölkerung, dh. damals viele dachten, dass die "made in Germany-Merkel" - Politik, helfen wird. Als aber nach einem Jahr klar war, dass das Ziel die Rettung der Banken war, die Einführung von Hungerlohnen, das Bankrott von den ca. 1 Mio Kleinunternehmer (so dass es Platz für Grossunternehmer gibt), dass "in-einer-Nacht-Verkaufen" staatlichen Unternehmer, die ein Gewinn bringen usw. stellte mann (so wie ich) fest, dass die Gr in der Falle steckt.

  • @AdamSchmitz
    Wie bitte? Eine Zwangsverwaltung (IWF, EU, dh D) gibt es schon seit 2010. Und bis jetzt hat alles nur schlimmer gemacht!

  • Griechenland, die strategisch wichtige Flanke Europas, als Brückenkopf der NATO für Nahost dienend, ebenso wie die Türkei (da arbeitet Uncle Sam noch an der Legitimation) wurden "zwangsläufig" nach EUropa integriert. Wer dies "angeordnet", hat nicht unbedingt mit der aufgedeckten "Zahlungsunfähigkeit" eines Landes zu tun, dem nun die "Leistungsträger" abhanden kamen. So weit kann die Leidenschaft führen. Do not touch Victorians, only those with symbols. Cheer Lords and Earls.

  • Das ist ein Fass ohne Boden. Die Situation wird der deutschen Regierung helfen die Inflationsrate subcutan zu erhöhen.
    Der Normalbürger ist wieder einmal der Dumme !
    Hier wird krampfhaft versucht die Belange und Bedürfnisse von Banken zu erfüllen.
    Gewinne werden privatisiert - Verluste werden über den Steuerzahler sozialisiert.
    Leider sind die Wahlen noch in weiter Ferne.

  • @ AdamSchmitz,
    eine deutsche Zwangsverwaltung würde doch nur bedeuten, dass die Vorteilsnahmen und Begünstigungen nur in Gesetzesform gekleidet werden und damit formale Rechtskraft erhalten.
    So wie in Deutschland würde das derzeitige Geschachere lediglich Legalisiert - und zwar entgegen jeder simplen Mathematik und nur zu Gunsten bevorzugter Kreise.
    Wollen Sie das wirklich?

  • Es könnte und ist wahrscheinlich nur ein Bauernopfer. Vielleicht hat er aber auch vergessen die richtigen Leute richtig zu schmieren.

  • So, jetzt sollen die Griechen weiternachen ! Nicht nur Steuergeld-Sündern die Konten sperren sondern jedem, der mehr als 1 Million EUR in Griechenland oder im Ausland hat soll mal erklären, wie er zu dem Reichtum kam !!! Ansonsten beschlagnamen und in den ESM einzahlen. Fertig.

  • Ein Bauernopfer um zu zeigen, dass man was tut.

    90% der Steuerhinterzieher werden nicht behelligt, weil sie selbst aus Regierung und Regierungsnahen kreisen kommen.

    Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.

    Griechenland muss unter Deutsche Zwangsverwaltung gestellt werden - zumindest solange wir die Farce mit unserem Geld bezahlen!

  • Ausländische Gläubiger sollen "freiwillig" auf 53 % ihrer Förderung verzichten, andererseits wird mit Enteignung gedroht. Eigenen Leuten soll im Ausland angelegtes Geld gesperrt werden.

    Welch ein Vertändnis von Gleichbehandlung?

    Wenn die deutschen Abgeordneten das gut finden, sind sie nicht besser als ihre griechischen Kollegen. Sie sind informiert und keiner braucht mehr zu sagen, er habe es nicht gewußt.

    Die Geldanlagen zur Altersvorsorge soll um 53 % gekürzt werden und wo bleibt ihr eigener Beitrag?

  • @ Koboldo,
    die "Erkenntnisse" sind bei den Gebenländern längst vorhanden. Da Griechenland aber um jeden Preis EU-Mitglied bleiben soll, letztlich zahlen ja die "depperten Steuerzahler",ist der Zugriff auf dieses Geld nur "Theaterdonner", der zu Krisenbeginn weit sinnvoller gewesen wäre.
    In Bezug auf das Einhalten der Zusagen um an frisches Geld zu kommen - warten wir doch die Wahlen im nächsten Jahr ab und was dann von den Zusagen bleibt.

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