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Schulden- und Bankenunion Deutschland mauert gegen Zukunftskonzept

Kurz vor dem EU-Gipfel brodeln die Debatten in der EU hoch. Italien und Spanien fordern weiter schnelle Hilfe und oberste EU-Beamte planen an einer Banken- und Schuldenunion. Doch Deutschland hat nur eine Antwort: Nein.
28.06.2012 - 16:03 Uhr 12 Kommentare
Nicht mit Deutschland: Merkel will den Forderungen aus Italien und Spanien nach kurzfristigen Interventionen an den Anleihenmärkten nicht nachgeben. Quelle: dpa

Nicht mit Deutschland: Merkel will den Forderungen aus Italien und Spanien nach kurzfristigen Interventionen an den Anleihenmärkten nicht nachgeben.

(Foto: dpa)

Brüssel Der Streit in der Euro-Zone über den Ausweg aus der Schuldenkrise hat kurz vor Beginn des EU-Gipfels einen neuen Höhepunkt erreicht. Italien und Spanien forderten unter dem steigenden Druck hoher Zinsen neue kurzfristige Interventionen an den Anleihemärkten. Deutschland lehnte das mit Verweis auf die bestehenden Instrumente der Euro-Rettungsfonds EFSF und ESM ab. Auch zur Reform der Währungsunion, die den Euro aus der Krise retten soll, gingen die Meinungen auseinander.

Einigkeit herrscht dagegen über ein Wachstumspaket, das vorwiegend mit vorhandenen EU-Mitteln und Reformen Investoren anlocken soll. Es sei nötig, die Konsolidierung der Staatshaushalte mit Wachstumsimpulsen zu kombinieren, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Spanien und Italien kämpfen mit steigenden Risikoaufschlägen für ihre Staatsanleihen. So musste die Regierung in Rom für neue zehnjährige Bonds mit 6,19 Prozent so hohe Zinsen bieten wie seit Dezember nicht mehr. Auch in Spanien hat sich die Lage trotz des geplanten Milliardenpakets aus dem Euro-Rettungsfonds für die Banken nicht entspannt. Anleger verlangen für langfristige Anleihen rund sieben Prozent Rendite. Ministerpräsident Mariano Rajoy warnte, das Land könne sich zu diesen Kosten nicht dauerhaft finanzieren.

Die Bundesregierung hält die Situation dagegen nicht für dramatisch. Mit Blick auf Italien hieß es, wichtiger als der aktuelle Zins auf die zehnjährigen Anleihen sei der niedrigere Durchschnittszins. „Ich warne so ein bisschen vor übertriebener Panikmache", sagte ein Regierungsvertreter. Deutschland sei skeptisch, immer neue Instrumente zu erfinden. Die vorhandenen Mittel könnten genutzt werden.

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    Italiens Ministerpräsident Mario Monti hatte hingegen seit Wochen getrommelt, die Euro-Zone müsse gegen die hohen Renditen vorgehen. Der Euro-Rettungsfonds sieht bereits die Möglichkeit von Anleihekäufen vor, hat aber aktuell wohl zu wenig Munition, um die Stimmung am Markt zu drehen. Wie es in italienischen Regierungskreisen hieß, wirbt Monti dafür, dass der EFSF Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank absichern könnte. Die EZB hatte im Sommer 2011 bereits massiv italienische Staatspapiere gekauft, das Programm aber eingestellt. Laut EU-Währungskommissar Olli Rehn wird an kurzfristigen „überzeugenden Entscheidungen" beim Gipfel gearbeitet, um die Zinsen Italiens und Spaniens zu senken.

    Die Unsicherheit über den Ausgang des Gipfel belastete auch den Euro und den Dax. In einem nervösen Handel rutschte die Gemeinschaftswährung immer wieder unter ihren Vortagesschluss von 1,2469 Dollar. Zeitweise notierte sie mit 1,2405 Dollar so niedrig wie seit Anfang Juni nicht mehr. Der Dax gab rund 1,5 Prozent nach.

    „Scheinlösungen und Augenwischerei“
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    12 Kommentare zu "Schulden- und Bankenunion: Deutschland mauert gegen Zukunftskonzept"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Es sei kein Befreiungsschlag zu erwarten und warnte vor kurzatmigen „Scheinlösungen und Augenwischerei". Stattdessen müsse die Euro-Zone an den Ursachen der Krise arbeiten - die Schulden müssten runter, die Wettbewerbsfähigkeit gesteigert und intelligente Wachstumsimpulse gesetzt werden. (Zitat)
      Die „Lady- No“ bleibt stark und zieht den aufgewühlten EU-Gipfel auf den „Teppich“ der Tatsachen zurück. Sicher bleibt sie dabei wieder typisch Allgemein und verspricht -intelligente Wachstumsimpulse- was immer das sein soll? Aber dem Ausverkauf Deutschlands schiebt sie zumindest erst einmal einen Riegel vor. Die nächste Maßnahme wäre, endlich mal das Gespinst der Rettungsfonds zu entfernen, die einzelnen Nationalstaaten müssen mit eigener Kraft fahren – das haben sie ja vor der Euro-Einbindung auch gekonnt. Wenn der Euro jetzt daran schuld sein sollte, dann müssen sie eben selbst die Konsequenz ziehen. Europa wird deshalb nicht untergehen, wenn einige Staaten den Euro-Raum zeitweilig wieder verlassen. Deshalb kann der Euro ja parallel zu der eigenen Währung weiter geführt werden.

    • Laienrichter
      Die Beantwortung Ihrer Frage nach dem "Schuldigen"
      ein Jüngelchen ohne Lebens- und Berufserfahrung.
      Dass die mal ran müssen, ist klar, aber es sollte dann ein erfahrener Redakteur den Artikel lesen bevor er veröffentlicht wird

    • Das Ding wird überall Bankenunion genannt.
      Diese Bezeichnung ist grundlegend
      FALSCH.
      Es ist eine EURO Raum weite
      HAFTUNGSUNION
      ähnlich dem deutschen Banken Sicherungsfond, welcher so geplündert werden soll.

      Schönen Abend noch

    • "Deutschland mauert gegen Zukunftskonzept"

      Hat wieder der Azubi HB-Schlagzeilendienst ?

      Zitat Oliver Stock: "Am meisten freuen wir uns, wenn Sie zu Ihrer Meinung mit Ihrem wirklichen Namen stehen. Wir möchten wissen, mit wem wir diskutieren, und Sie möchten wahrscheinlich auch wissen, mit wem Sie sich auseinandersetzen. "

      Also, wer ist diesmal der "Schuldige" für dieses unsachliche und minderintelligente Geschreibsel ??

      Whos is "rtr"?

    • Zunächtst einmal vielen Dank an meine Vorkommentatoren für ihre vernünftigen Anmerkungen. Also ich bin ein Liebhaber des Reitens von toten Pferden und wir sollten uns vor einem weiteren Ritt mit dem Euro folgendes fragen:
      1. Wie lange kann man ein totes Pferd reiten, bis es die anderen merken?
      2. Kostet ein totes Pferd mehr Unterhalt, als ein lebendiges? Und frisst es gar EFSM?
      3. Kann man mit einer Herde von toten Pferden (PIGS) den Karren aus dem Dreck ziehen?
      4. Sollte man im Sport-(Finanzteil) einer Zeitung den toten Pferden eine eigene Seite widmen?
      5. Stirbt ein gesundes Pferd, wenn es zusammen mit toten Pferden vor einen Karren, der im Dreck steckt, gespannt wird?

      Dem Zeitungsschreiber empfehle ich mit gutem Beispiel voranzugehen und Italien-, Griechenland- und Spanienanleihen zu kaufen und dieses Geschäft nicht den "Zockerbanken" zu überlassen. Die SPD könnte ihr Parteivermögen dort gewinnbringend und EU-fördernd anlegen. "Put your money where your mouth is" pflegt der Amerikaner zu sagen. Die dummen Finanzmärkte und Spekulanten haben noch gar nicht erkannt, welches Geschäft ihnen dort entgeht. Hier muss Deutschlands Linke ein glaubwürdiges Gegengewicht mit eigenen Mitteln setzen.

    • Wer schreibt eigentlich solche Headlines?
      Wenn deutsche Zeitungen Brandbeschleuniger ins Feuer werfen wollen,muss das Handelsblatt so weiter machen ! Recht dumm,und der Sache nicht dienlich !


    • Was will man hier als mauern bezeichnen? Für das Hinauszögern des Exodus von maximal 3 Monaten bis zum nächsten Bedarfsträger alle Volkswirtschaften für die Zukunft ruinieren? Das wäre Schwachsinn.

      Es muß Schluß sein mit der Geldverschwendung und den Tatsachen muß endlich in's Auge geblickt werden. Der Euro ist dilettantisch vorbereitet, umgesetzt und betrieben worden - gegen jedwede volkswirtschaftliche Realität und Einsicht. Je früher wir auf den Boden zurückkommen, desto besser und billiger für alle. Man sollte Schmidt, Kohl, Waigel, Schröder und Konsorten für den Mist in die Haftung nehmen.

    • An wen auch immer diesen Artikel geschrieben hat:

      Wir wissen ja alle das der Euro das Tool der globalistischen Eliten für den grossen Sprung nach vorn in die EUdSSR ist, aber wieviel Verelendung der Massen und wirtschaftlicher Totalschaden muss noch geschehen, um endlich einzusehen, das der Euro das Problem und nicht die Lösung ist?

      Wickelt den Euro endlich ab und wundert euch ob des neuen Wirtschaftswunders nach dem ersten Zusammenbruch. Oder huldigt weiter dem Primat der Idiotie bis zum bitteren Ende.

    • Es gibt kein Zukunftskonzept für diese EU. Die PIGS sind so stark verschuldet, das kann selbst eine Schuldenunion nicht mehr stemmen. Es ginge nur über extreme Inflationierung - und damit ohne Deutschland in der Eurozone!

      Das Widerliche der Politiker, das völlig demagogisch aufgeblähte und zur Ideologie verkommene "scheitert der Euro, dann scheitert Europa", ist die größte politische Dummheit. Wann kapieren die endlich, daß "politische Projekte" kein Wunschkonzert sein können?

      Wenn es so weitergeht, dann versinkt Europa einschließlich Deutschlands in der größten politischen, wirtschaftlichen und sozialen Katastrophe seit 1945!

    • Zukunftskonzept??! Bitte, liebes Handelsblatt, wo soll darin die Zukunft liegen? Damit gewinnt man vielleicht ein Jahr und dann ist auch D am Ende! Erst denken, dann Headlines schreiben!

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