Schuldenabbau Griechenland feuert Chef der Privatisierungsagentur

Rückschlag für die griechischen Privatisierungen: Der griechische Finanzminister verlangt überraschend den Rücktritt des Chefs des Privatisierungsfonds Taiped. Dieser soll im Privat-Jet eines Reeders geflogen sein.
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Zerstrittene Männerrunde? Finanzminister Stournaras entlässt den Chef der Privatisierungskur Stelios Stavridis, offenbar weil der im Privatjet des Reeders Dimitris Melissanidis mitgeflogen war (v.l.n.r.). Quelle: dpa

Zerstrittene Männerrunde? Finanzminister Stournaras entlässt den Chef der Privatisierungskur Stelios Stavridis, offenbar weil der im Privatjet des Reeders Dimitris Melissanidis mitgeflogen war (v.l.n.r.).

(Foto: dpa)

AthenGriechenland entlässt erneut den Chef der Privatisierungsagentur. Das Finanzministerium des Landes teilte am Sonntag überraschend mit, den Chairman der Privatisierungsagentur HRADF, Stelios Stavridis, um seinen Rücktritt gebeten zu haben. Eine Reaktion des Managers war zunächst nicht erhältlich. Ein Insider aus dem Finanzministerium sagte Reuters, die Abberufung erfolge mit sofortiger Wirkung.

Es sei eine Reaktion auf einen Zeitungsbericht von Samstag, so der Insider weiter. Demnach ist Stavridis in der vergangenen Woche im Privat-Jet des Reeders Dimitris Melissanidis mitgeflogen. Dieser ist einer der Großaktionäre des griechisch-tschechischen Konsortiums, das sich im Mai zum Kauf eines 33-prozentigen Pakets am Wettanbieter-Monopolisten OPAP entschlossen hatte. Laut Zeitung "Proto Thema" hat Stavridis den Vorgang eingeräumt. Er ist mit dem Jet von Melissanidis in den Urlaub nach Frankreich geflogen.

Der in der Schweiz ausgebildete Ingenieur Stavridis, der als Marktliberaler gilt, hatte seien Posten erst im März angetreten. Er war zuvor Chef des Wasserversorgers Eydap und früher beim Raffinerie-Betreiber Hellenic Petroleum tätig. Er ist der zweite HRADF-Chef, der in weniger als sechs Monaten seinen Hut nehmen muss. Im März musste schon Takis Athanasopoulos gehen - nach einem Strafverfahren wegen Dienstvergehen im Jahr 2007 während seiner Zeit als Chef des staatlichen Energiekonzerns PPC. Athanasopoulos weist die Vorwürfe zurück.

Die Privatisierungsagentur verantwortet den Verkauf von Staatsbesitz. Die Einnahmen sollen dabei helfen, die riesigen Schulden des krisengeplagten Landes zu senken. Die Auflagen der internationalen Geldgeber Griechenlands wurden aber 2012 deutlich verfehlt. Auch 2013 dürfte es nicht besser aussehen. Der Verkauf des Gasversorgers Depa war erst im Juni gescheitert, der Anteilsverkauf bei Hellenic Petroleum wurde verschoben.

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16 Kommentare zu "Schuldenabbau: Griechenland feuert Chef der Privatisierungsagentur"

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  • Gegen Korruption hilft nur ein: Geldhahn zu!!!

    Und damit unsere Politiker das auch tun müssen die Menschen im Herbst AfD wählen.
    Die Einheitsparteien werden sonst den griechischen Filz weiter alimentieren.

  • Sportlich sehen!
    Der Geschasste hat sich via Korruption sicherlich genügend saniert inklusive seiner Familie, und nun muß einem Neuen die Chance gegeben werden, sich die Taschen zu füllen mit Geldern aus den Hilfstöpfen und aus der Industrie - sozusagen Fakelaki für Hilfe bei Privatisierung zum Billigstpreis.
    Die "grosse griechische Familie" kümmert sich umeinander, wenn Andere dafür bezahlen.

  • Solange die Griechen sicher sein können, dass
    1) regelmäßig 'zig Milliarden Cash kommen,
    2) alle 9 Monate Schulden geschenkt werden und
    3) alle Regierungen nach dem Motto "scheitert der Euro, scheitert Europa" handeln,
    solange werden die Griechen Reformen nur vortäuschen und hinter den Kulissen sabotieren, so viel sie können.

    Entweder muss Griechenland aus dem Euro ausscheiden (was disziplinierende Signalwirkung auf die übrigen Club-Med-Kandidaten hätte), oder Deutschland.

    Oder Deutschland wird ausgeraubt, bis wir auch in Deutschland Bürgerkrieg haben!

  • @Rechner
    "Wieso soll das ein "Rückschlag" sein?"

    Wirst du komisch auf deine alten Tage?
    Weil man wieder von vorn anfängt und es bis zu diesem Zeitpunkt nicht geklappt hat. Das nennt man Zeit- und Geldverschwendung, vom Image-Schaden ganz zu schweigen.


  • "Taktisches Mafiamanöver" für einfältige Dumm-Europäer.
    Jamas Grecia.

  • Mit keinem von den drei Griechen da oben auf dem Foto würde ich mich jemals an einen Tisch setzen, niemals!

  • Mir ist rätselhaft warum sich all die Kommentatoren über längst bekannte Vorgänge noch aufregen.
    Halbe Leistung im Betrieb oder als Selbstständiger fahren,
    Autos bis zum Schluß auslutschen und weitestgehender Verzicht auf Konsummüll.
    Das dadurch Gesparte in außereuropäischen Ländern mit gutem Essen und schönen Frauen genießen.
    Das ist Bestrafung für diese Versager oder Schmarotzer.
    Und zur Strafe AfD wählen.
    Wer das nicht versteht soll morgen wieder richtig reinhauen
    um sich hinterher aufregen zu können.
    Schönen Abend noch!

  • "Einarbeiten", na ja? Es geht wohl eher darum, die profitabelsten Kontakte zu knuepfen zum persoenlichen Vorteil.
    Aber Gutmenschen werden das wohl nicht verstehen!

  • und solchen Leuten gibt unsere Regierung Geld in die Hand..... Das sind ja immer nur obersten Spitzen der Eisberge.... was hier raus kommt sind ja nur die offensichtlichen Fälle den Rest kriegen wir dummen Deutschen ja gar nicht zu Gesicht.

  • Das wäre dcoh ein neues Geschäftsmodell für die Griechen, damit die keine Beamten entlassen müssen. Jeder Beamte dort nimmt Schmiergelder an etc. und lässt sich feuern. Der Beamte wird dann "frühpensioniert" mit einer ganz tollen Rente (80% des letzten Gehalts) und schon hat man seinen Kumpanen und Freunden zu einem tollen Leben im Ruhestand verholfen. Am Besten so mit 50 Jahren frühpensionieren. Dann muss man ja auch nicht mehr ganz so viele neue Beamte einstellen. Die alten sind toll versorgt druch Hilfskredite der EU, und die neuen bezahlt man eben auch wieder neu. Und so könnte man sogar statistisch nachweisen, dass man die Zahl der Beamten reduziert hat. Besipsiel: Man schickt 1 Millionen in Frühpension mit einer atembetraubende hohen Rente und stellt dann "nur" 700.000 neue wieder ein. Man kann dann seitens der Griechen sagen, die Zahl der Beamten wurde um 30 % gekürzt. Dabei hat hat man 1,7 Millionen Griechen mit ganz viel Geld und Wohlatten beglückt. So funktioniert Statistik !!!

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