Schuldenkrise „Euro-Austritt Italiens wäre Ultima Ratio“

Italiens Schuldendilemma nimmt immer bedrohlichere Ausmaße an. Ökonomen setzen darauf, dass eine neue Regierung die Staatsfinanzen in den Griff bekommt. Andernfalls ist auch ein Euro-Austritt nicht ausgeschlossen.
Update: 10.11.2011 - 02:58 Uhr 26 Kommentare

Panik bei italienischen Anleihen

DüsseldorfDieses Szenario hatte bislang wohl noch keiner der Euro-Retter auf dem Zettel: Italien versinkt immer tiefer im Schuldensumpf. Und weil die Politik in Rom es nicht schafft, die Staatsfinanzen für die Märkte glaubwürdig in den Griff zu bekommen, eskaliert die Lage so weit, dass selbst ein Austritt des Landes aus dem Euro als letzte Möglichkeit in Betracht gezogen werden könnte.

Tatsächlich entwickelt sich die Lage in Italien trotz der Rücktrittsankündigung von Ministerpräsident Silvio Berlusconi nicht zum Guten. Angesichts des Machtgerangels in Rom verloren die Investoren am Mittwoch die Geduld und zogen sich aus risikobehafteten Anlagen wieder zurück.

Der Dax fiel um ein Prozent auf 5900 Punkte. Der Euro gab binnen Minuten einen halben US-Cent nach und rutschte auf ein Tagestief von 1,3736 Dollar. Die Rendite für zehnjährige italienische Staatsanleihen zog bis auf 7,005(spätes Vortagesgeschäft: 6,757) Prozent an. Die Risikoaufschläge zur vergleichbaren Bundesanleihe waren so hoch wie noch nie seit Einführung des Euro. Die zehnjährigen Bundesanleihen bauten frühe Verluste ab und stiegen um 50 Ticks auf 100,91 Zähler. Die Rendite lag bei 2,0256 Prozent.

„Die große Hoffnung ist, dass Berlusconi abtritt und danach glaubwürdig Reformen angegangen werden“, sagte ein Händler. „Aber das Gerangel geht nun schon seit Tagen und immer noch ist nichts gelöst. Man muss auch die Frage stellen: Was kommt nach Berlusconi? Schafft es irgendjemand, die ganzen Parteien an einen Tisch zu bekommen?“

Berlusconi hat seinen Rücktritt in Aussicht gestellt und den früheren Justizminister Angelino Alfano als Nachfolgekandidaten genannt.

Es sei „eine Frage von Tagen“, bis die von der Europäischen Union geforderten Reformen das Parlament passiert hätten, sagte der italienische Staatspräsident Giorgio Napolitano.

Am Mittwochabend berichtete das Staatsfernsehen, die Finanzreformen könnten bereits bis kommenden Samstag gebilligt sein.

Das Präsidialamt gab unterdessen überraschend die Ernennung des möglichen Berlusconi-Nachfolgers Mario Monti zum Senator auf Lebenszeit bekannt. Personen, denen die Auszeichnung Senator auf Lebenszeit zuteil wird, verfügen über Wahlrechte im Senat. Der ehemalige EU-Wettbewerbskommissar Monti wird als Favorit für den Spitzenposten einer möglichen Technokraten-Regierung in Italien gehandelt.

In dieser Gemengelage brachte der weltweite Chef für Rate-Research bei der Deutsche Bank AG, Dominic Konstam, einen Euro-Austritt Italiens ins Spiel. Er begründete dies aber nicht etwa nur mit den aktuellen politischen Ungewissheiten. Er nannte vielmehr die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Euro-Zone insgesamt, die sich in den kommenden Wochen deutlich verschlechtern könnten, als Grund. So könnten sich die Probleme Italiens im Fall einer europäischen Rezession noch weiter verschärfen,  sollte es den Euro-Ländern nicht gelingen, die Schuldenkrise zu bewältigen.

Für die Italiener stelle sich dann die Frage, „ob sie eine sehr starke Rezession durchmachen wollen, die ihnen förmlich übergestülpt wird, weil es nicht gelingt, die Finanzkrise zu lösen“, sagte Konstam in einem Interview mit Bloomberg TV. „Oder werden sie irgendwann sagen: 'Hört zu. Wir könnten zurückgehen und da weitermachen, wo wir aufgehört haben. Also zu einem Zeitpunkt, als wir noch unsere eigene Währung hatten und in der Lage waren, moderatere  Zinssätze und starkes Wachstum zu erzielen.' Das ist die wirkliche  Herausforderung für Italien.“

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26 Kommentare zu "Schuldenkrise: „Ein Euro-Austritt Italiens wäre Ultima Ratio“"

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  • @Morchel

    Die Welt ist nicht "böse", ist ist wie sie ist.

    Was ich nun en detail "lernen muss", darüber habe ich glücklicherweise selbst entschieden - und es geschafft, noch heute jeden Tag etwas neues dazuzulernen, damit ich etwas _weiss_, wenn ich über die Dinge rede - und mir die Dinge aus Nichtwissen heraus zurechterklären (lassen) muss, um am Ende verschwörungstheoretischen Quark zu posten ;-)

    Wenn Sie nachkontrollieren möchten, was ich am jeweiligen Tag dazugelernt habe, besuchen Sie mich doch einfach:

    www.tv3.de/medienverlag/news-aus-radio-und-presse.html

  • Ein Hacken hat ihre Diskussion geschreibsel. Wer hat den Michel gefragt ob er die EU - Diktatur überhaupt wollte niemand man hat sie ihn einfach verordnet. sein einziger fehler besteht darin fleissig zu sein und damit als Melkkuh zu dienen. So sieht das Ausland das.

  • @ hardy der Tagträumer Sie meinen also so reagieren zu müssen die Welt ist böse, grausam, alle wissen es, verkennen die Realität vollkommen weil ihr hohles Geschwätz nur ein Teil des Lebens ausmacht. Sie werden es lernen müssen, werden es lernen und bei dieser Lektion sollten sie froh sein wenn Sie auf jemanden treffen wie Ein Leser. Die Welt besteht aus ein Haifischbecken nur wenns nichts mehr gibt was der Hai noch fressen kann beschleicht ihn das Gefühl unangenehm, irgendwas stimmt nicht wo ich doch nur die schwachen gefressen habe. Nichts ist von Dauer was keiner recht will.

  • Wenn es gut geht und man profitiert ist der "Deutsche Michel" dafuer und dabei, laeuft es mal nicht so gut ist er natuerlich mit grossem Geschrei dagegen - wenn er es auch nicht einmal begruenden kann. Da kann man nur sagen - Deutschland schafft sich ab - so wird das im Ausland gesehen.

  • @iowabras

    "Dies und mehr finden Sie hier: http://steuerembargo.co.de"

    Echt????

    Ich gehe davon aus, daß auf der Seite der NPD noch viel schlimmere Dinge berichtet werden. Die Frage ist doch eher, muss ich den Müll wirklich lesen? Meine zeit an Dummschwätzseiten vergeuden, deren Autoren ihr "Handwerk" bei Schulungsmaßnahmen ihrer NPD-Ortsgruppe "gelernt" haben`?

    Nope, muss ich nicht und Sie machen sich nur lächerlich, hier allen Ernstes diesen Datenmüll zu propagieren.

    Aber, wie sagt das Sprichwort: Jede Minute werden zwei neue Doofe geboren, greifen Sie ruhig ab davon, was Sie kriegen können ...

  • Sei doch nicht so brutal !

    HAHAHA

  • @einLeser

    Echt? Man hat uns etwas versprochen? Und dann nicht gehalten? Na sowas aber auch. Das ist ja ein Skandal!

    Hallo, wach werden: das ist das kleine Einmaleins der Welt. Die einen versprechen saugünstigen Strom, wenn man ihnen 600 Euro Vorkasse schickt, Ihr Ehgepartner verspricht ewige Treue und treibt's dann mit dem Briefträger ...

    So funktioniert die Welt und man fragt sich, wer schlimmer ist: der der das Versprechen vergisst oder der, der so blöd ist, darauf hereinzufallen.

    Und nu? Wenn Sie eine perfekte Welt in der Hosentasche haben, her damit!

  • Man hatte den Wählern ein Europa für die Menschen versprochen und defacto eins für Geld und die Märkte geschaffen. Diese Krise wird in einem Chaos enden, das sich niemand vorstellen will. Schade, ich seh da nur noch Schwarz, nicht mal den Ansatz für eine Lösung. Oder lieg ich da "hoffentlich" falsch?

  • Austritt Italiens? Was soll dieser hanebüchene Blödsinn? Das steht doch überhaupt nicht zur Debatte!

  • Sehr geehrter Demokratiefreund,
    natürlich ist Europa und vor allem Deutschland in der Wirtschaft und im Finanzwesen ein (starker) Wettbewerber
    für die USA. Zweimal mußten sie eingreifen, um mit der
    Militärmacht die Deutschen zu besiegen, nebenher war ganz Europa in einer Abhängigkeit zu den USA. Goldene Zeiten mit einem Dollar als Leitwährung und "moralischer" Weltpolizist.
    Die positive wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland
    steht in starkem Gegensatz zum amerikanischen und englischen Abstieg. Mit Dienstleistung oder der Entwick-
    lung von "Finanzprodukten" (Wetten auf Kursbewegungen)
    ist keine leistungsfähige Volkswirtschaft zu gestalten.

    "Made in Germany" war von den Briten vorgegeben als ne-
    gative Bezeichnung für Waren aus Deutschland. Der Schuß
    ging für die Briten nach hinten los! Der Grund war na-
    türlich der Wettbeweb, der das britische Empire be-
    drohte.
    Heute brauchen die USA keine neue Bezeichnung für deut-
    sche Waren, denn wir haben ja den Euro. Dieses von den
    Amerikanern am Anfang sehr gefürchtete Projekt, die
    Deutschen mit einer starken Wirtschaft und einer von
    Europäern AKZEPTIERTEN Führungsrolle basierend auf ei-
    ner gemeinsamen Währung, wird heute weniger gefährlich
    eingeschätzt. Bei Erfolg wäre eine militärische Inter-
    vention diesmal nicht möglich gewesen, um die wirt-
    schaftliche Konkurrenz kleinzuhalten.
    Leider schaffen die Europäer ihren Niedergang wieder
    einmal selbst. Das gesamte Euro-Projekt war von Beginn
    an ein dümmliches Machwerk bei dem Großmannssucht ein-
    zelner Politiker, ideologische Traumtänzer und grinsen-
    de Umverteiler (verzehr heute laß morgen andere zahlen)
    ein gefährliches Gemisch bildeten.
    Vergeblich suchte man Verantwortungsbewußtsein, Fach-
    kenntnisse und Disziplin, um die Chancen, die dieses
    Projekt bot, für die europäische Entwicklung zu nutzen!
    Wettbewerb ist permanent vorhanden, den sollte man nicht kritisieren. Nicht der Krieg ist der Vater aller Dinge, sondern der Wettbewerb!

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