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Schuldenkrise in Griechenland „Uns hätte eine Merkel gut getan“

Auf die Griechen kommen erneut gewaltige Einschnitte zu. Die meisten empfinden die Situation schon längst als ausweglos. Sie verzweifeln an den Gläubigern, an der Regierung – und an sich selbst.
06.05.2016 - 16:49 Uhr
Warum sie den Märchen von Ministerpräsident Alexis Tsipras geglaubt und ihn gewählt haben, fragt er sich. Quelle: dpa
Kellner Alexandros verzweifelt an seinen Landsleuten

Warum sie den Märchen von Ministerpräsident Alexis Tsipras geglaubt und ihn gewählt haben, fragt er sich.

(Foto: dpa)

Athen Wie das Opferlamm auf der Schlachtbank, so fühlen sich viele Griechen angesichts der neuen Sparmaßnahmen, die auf sie zurollen. Die Rentenzahlungen runter, die Renten- und Krankenkassenbeiträge rauf. Die Mehrwertsteuer von 23 auf 24 Prozent, einen der höchsten Sätze innerhalb der EU. Erhöhung der Abgaben auf Benzin, Alkohol und Zigaretten ebenso wie auf Strom und Wasser. Pay-TV, Mobilfunk, Bankgeschäfte – es wäre fast einfacher, aufzuzählen, was sich in Griechenland künftig nicht verteuert.

Über einen Großteil der Maßnahmen will das griechische Parlament am Sonntag entscheiden. Staatsdiener und Festangestellte riefen umgehend mehrtägige landesweite Streiks aus. Den vom Sparkurs besonders stark betroffenen Selbstständigen hingegen bleibt nur ein Schulterzucken.

„Ich bin das alles so leid“, sagt Taxifahrer Thanasis. Der 51-Jährige steht seit Stunden mit seinem gelben Taxi am zentralen Athener Syntagma-Platz. Seit langem sparen die Griechen bei Taxifahrten, obwohl der Service weitaus günstiger ist als etwa in Deutschland.

Überhaupt: Deutschland. „Uns hätte gut getan, wenn uns eine Merkel regiert hätte“, sagt Thanasis. „Wir müssten hier alles haben – einen starken Agrarsektor, ein bisschen Industrie. Stattdessen ist alles Schrott. Jeder Politiker in ganz Europa arbeitet für sein Land, für sein Volk. Nur hier, hier arbeiten sie in die eigene Tasche.“

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    „Sie“ – die verhassten Politiker, denen man in Griechenland oft nicht mehr über den Weg traut – sitzen nur wenige hundert Meter entfernt im Parlamentsgebäude und sollen die Maßnahmen absegnen. Kellner Alexandros, der in einer Taverne unterhalb der Akropolis in der Athener Altstadt arbeitet, wird wütend, wenn er nur daran denkt.

    Aber nicht etwa, weil weitere Abgaben auf ihn zukommen, sondern weil er findet, dass die Griechen selbst schuld sind an der Misere. „Warum haben sie diesen Tsipras gewählt?“, fragt er fassungslos. „Wie konnten die Griechen allen Ernstes auf seine Märchen hereinfallen? Wir waren doch auf einem guten Weg!“

    „Griechenland frisst seine Kinder“
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