Schuldenkrise Lagarde fordert größeren Euro-Rettungsschirm

Der Ruf nach einer Ausweitung des künftigen Euro-Rettungsschirm auf bis zu eine Billion Euro wird immer lauter. Kanzlerin Merkel will das verhindern. Das Ringen über den Schuldenschnitt für Griechenland geht weiter.
61 Kommentare
Die Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde:  „Je länger wir warten, desto teurer wird es.“ Quelle: dapd

Die Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde: „Je länger wir warten, desto teurer wird es.“

(Foto: dapd)

Berlin/Brüssel/AthenEine Woche vor dem EU-Sondergipfel wächst der Druck auf Kanzlerin Angela Merkel (CDU), die Euro-Hilfen nochmals dramatisch auszuweiten. Merkel bleibt allerdings bei ihrem Nein zu einer Aufstockung des künftigen Euro-Rettungsschirms ESM auf eine Billion Euro, wie es Italien und der IWF fordern. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Montag in Berlin, die Bundesregierung sei nicht der Überzeugung, dass der ESM verdoppelt werden müsse. Eine entsprechende Forderung hatte Italiens Regierungschef Mario Monti erhoben. Auch IWF-Chefin Christine Lagarde verlangt eine deutliche Ausweitung des ESM.

Lagarde sagte in Berlin, der Euro-Raum brauche „eine größere Brandmauer“. Sie hält ein schnelles gemeinsames Handeln der internationalen Gemeinschaft für nötig, um die Weltwirtschaft vor einer Abwärtsspirale zu bewahren. „Je länger wir warten, desto teurer wird es“, sagte sie. Auch der IWF sei bereit zu helfen. „Ich bin überzeugt, dass wir unsere Kreditvergabe-Kapazität aufstocken müssen“, erklärte die IWF-Chefin. Daher bemühe sich der Fonds derzeit um zusätzliche Ressourcen von bis zu 500 Milliarden Dollar. Auch der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, will die unverbrauchten EFSF-Mittel von etwa 250 Milliarden Euro dem ESM bereitstellen. Merkel lehnt bisher eine Ausweitung über 500 Milliarden Euro hinaus strikt ab. Im März wollen die EU-Chefs aber prüfen, ob diese Obergrenze reicht. Seibert argumentierte, die Bundesregierung sei bereit, mit allen Partnern über das zu sprechen, was diese aus den Tisch brächten.

Grundsätzlich habe sich aber an der deutschen Position nichts geändert. Es gebe den Vorschlag, den ESM um ein Jahr auf Mitte 2012 vorzuziehen. Die Bundesregierung sei auch bereit, über eine neue Taktung der Einzahlung in den ESM zu reden. Diese Überlegungen hätten jetzt Priorität.

Die Verhandlungen über einen Schuldenschnitt bleiben zäh
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Schuldenkrise - Lagarde fordert größeren Euro-Rettungsschirm

61 Kommentare zu "Schuldenkrise: Lagarde fordert größeren Euro-Rettungsschirm"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Die Macht geht, mittels Wahlen, vom Volke aus.
    Aber dann entgleitet dem (Wahl-)Volk diese "Macht" erneut, und bis zum naechst machbaren, einzigen "Machtausuebungs"-Wahltag, und verliert solchermassen die theoretische "Macht" fuer den groessten Teil der faktischen Machtlos-Zeiten.
    Zudem hat der Souveraen, nach seiner (eintaegigen) "Machtausuebung", kaum bis keinerlei Einfluss u./o. Durchsetzungsansprueche mehr auf die von ihm -mehrheitlich- gewaehlten "Politversprechungen" (Politluegen).
    Gaebe es eine Neuwahlerzwingungsmoeglichkeit, oder direkte Demokratie-Einflussmoeglichkeiten, waere z.Bsp. der Irrsinn einer gesamtdeutschen Zwangs-Vermoegensumverteilung und Bankrottierung der (insb. nachfolgenden Generationen i.d.)Bundesrepublik in EU&Welt -moeglicherweise- abwendbar.
    Nur, da auch Habe- und Taugenichtse eine volle "Demokratiestimme" haetten, bin ich mir dazu nicht sicher.
    Sicher bin ich mir nur, dass der verfassungsrechtliche Vermoegenssschutz (Art.2.,Abs.I, u.Art.14GG), durch die sog. "EU" sowie Pflichtvergessenheit wie Rechtsohnmacht des BVerfG innerhalb d.sog."EU", polit. -gallopierend- inflationaer wie zunehmend rechtsgrundlos ausgehebelt und enteignungsgleich gehandhabt wird.

  • Dabei muesste es wohl heissen:

    "Schweige-Mauer" und "Feiern-Kraft" wie "Korruptions-Abschirmung".

  • @hardy
    Na ja, wenn einer für eine Gemeinschafts-Vision wirbt, für die Partner nicht taugen, dann stellt man sich schon die Frage, wer hier noch auf dem Baum hockt und blind vom Gutmenschen träumt. Was ist besser, eine kleine, schlagkräftige und verantwortungsbewusste Truppe oder ein riesen Haufen von Schlendrians. Sie versuchen den Verschwender zu disziplinieren, indem Sie ihm Geld geben? Sie sitzen nicht nur auf dem Baum, Sie sägen ihn sogar um.

  • Gestern ( 23.1. ) in der Tagesschau waren Worte zu hören,
    bezugnehmend auf den "Rettungsschirm", wie diese:

    "BRANDMAUER", "FEUERKRAFT" ( des "Rettungsschirms" ).
    Also, wenn das keine Kriegsvokabeln sind ! Wir befinden uns im Wirtschaftskrieg. Fragt man sich: Wer hat ihn an-
    gezettelt, welches sind die Kriegsziele ?

  • Was bildet sich eigentlich Christine Lagarde ein, wer
    sie überhaupt ist?
    Die Frau Direktorin geht sicherlich von den falschen
    Voraussetzungen aus und sollte lieber erst einmal ihr
    Benehmen überprüfen bevor sie unerfüllbare Forderungen
    stellt, die von der BRD nach der Herabstufung durch
    Egan-Jones auf AA-, nicht mehr realisierbar sind.
    Betrachtet man den desolaten finanziellen Zustand un-
    serer Kommunen, so ist die BRD inzwischen selbst zum
    Sanierungsfall geworden.
    Bedauerlicherweise hat die talentierte Christine La-
    garde Punkt 4. ihres Drei-Punkte-Plan vergessen, woher
    die weiteren Milliarden Euro für die höheren Brand-
    mauern kommen sollen, denn mit den zur Verfügung ste-
    henden Mitteln ist dieses marode Eurosystem nicht
    mehr finanzierbar.
    Solche Leute wie Christine Lagarde, mit ihrem unver-
    schämten Ton, setzt man am besten gleich vor die Türe!!

  • Dass sehe ich genauso. Wir befinden uns in einem Währungskrieg, aus dem wir uns, da er von der Weltleitwährung getragen wird, nicht ohne weiteres Entziehen können (ähnlich wie die Schweizer dem inflationären Euro). Und dieser Währungskrieg ist auch der einzige für mich nachvollziehbare Grund den Euro vorübergehend zu inflationieren. Dies muss aber begleittet sein, durch radikale Schritte zur Ablösung der singulären Stellung des Dollars, die ggfls. bis zu Kaptalverkehrskontrollen reichen müssen. Außerdem müssen die inflationierten Euros, auch so wie es die Schweizer Zentralbank macht, die ihre gedruckten Franken in Euro tauscht und dafür Sachwerte in Deutschland kauft, im Dollar-Raum in Sachwerte umgetauscht werden, statt sie in unwilligen Bürokratien und unfähigen mediterranen Fässern ohne Boden zu versenken.

  • Ich garantiere alles! Wenn der Euro scheitert dann scheitert Europa. D profitiert am meisten und natuerlich ohne Euro gibt es Krieg.
    Also muss der Euro gerettet werden. Da heist nicht kleckern sondern klotzen. Deswegen garantiere ich alles. Die Schulden der PIIGS, Bund, Laender, privat, Banken, Gewinne der Zocker eben einfach alles. Garantieren an sich ist ja auch gar kein Problem, kostet erstmal keinen Cent. Wenn es dann spaeter ans Zahlen geht,...naja. Also ich habe da ein Sparschwein was halb voll ist ein paar 5DM Silberadler und die Goldzaehne von Opa. Ob das wohl langt?
    Vielleicht kann der Wulff noch ein bissl aushelfen. Ich habe gehoert der kommt billig an Geld.
    Also immer fleissig alles garantieren. Solange Vertrauen in die Garantien exisitiert ist doch alles in Butter. Bezahlen kann am Ende so oder so niemand, der Zug ist schon lange abgefahren.

  • Dazu stellt sich die Frage, ob sich ein Land atombetriebene Flugzeugträger leisten darf, wenn es gleichzeitig an Rettungstöpfen schmarotzen will?

    Wie bei Griechenland wird in Frankreich viel Geld ins Militär gesteckt und dann sollen andere Länder (die an diesen Entscheidungen demokratisch keinerlei Einfluß oder Mitsprache hatten) dafür gerade stehen!? Nein, es reicht jetzt endgültig! Eigenverantwortung ist das Gebot der Stunde! Das sollen sich die südeuropäischen Länder hinter die Ohren schreiben!

  • Die Strasse wird sie finden, ALLE.
    Das Volk ist Rechtelos, die Lobby hat fuer sich bestehende Gesetze ausser Kraft gesetzt.

    Vor dem Gesetz sind alle gleich zur Lachnummer verkommen!

    Die Strasse wird ebenso nach Ihren Gesetzen handeln, macht kieinen Unterschied zwischen kleinen oder grossen Parasiten.

    So etwas nennt man ausgleichende Gerechtigkeit!!
    Parasiten wurden in der Geschichte immer fuer einen Neuanfang deziemiert, - es gibt keinen anderen Weg

  • 100% Zustimmung!

    So sehe ich es auch. Die Reichen in Südeuropa (dazu zählen auch Lagarde und Monti) haben genügend Geld auf ihren Privatkonten, um ihre Staatsschulden komplett zu bezahlen. Aber wieso das eigene Geld anrühren, wenn die Chance besteht, an das deutsche Steuergeld zu kommen? Das die Forderungen von Monti und Lagarde illegal und unmoralisch sind, scheint denen nichts auszumachen.

    Gibt illegalen EUdSSR-Verbrechern kein Geld!

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%