Schuldenkrise Minister geben grünes Licht für Irlands Milliardenhilfen

Das 85 Milliarden Euro schwere Rettungspaket für das hochverschuldete Irland ist von den EU-Finanzministern abgesegnet worden. Die EU-Finanzminister billigten zudem die Vorschläge für ein dauerhaftes Rettungssystem für wackelnde Eurostaaten von 2013 an. Kanzlerin Merkel konnte sich mit ihren Forderungen nicht durchsetzen.
9 Kommentare
Die irische Flagge weht bei einer Demonstration gegen die irische Regierung. Quelle: dpa

Die irische Flagge weht bei einer Demonstration gegen die irische Regierung.

(Foto: dpa)

HB BRÜSSEL/BERLIN/DUBLIN. Das internationale Hilfspaket mit 85 Milliarden Euro für das hochverschuldete Irland ist gepackt. Die EU- Finanzminister gaben dafür am Sonntagabend in Brüssel grünes Licht.

Außerdem billigten sie Vorschläge für ein dauerhaftes Rettungssystem für wackelnde Eurostaaten. Es soll von Mitte 2013 an den im Mai geschaffenen Rettungsschirm ablösen. „Das sind sehr wichtige Entscheidungen, um der Unruhe an den Finanzmärkten zu begegnen“, sagte EU-Währungskommissar Olli Rehn. Deutschland ist nach den Worten von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble mit rund 6,1 Milliarden Euro Bürgschaften an der Finanzhilfe für Irland beteiligt.

„Wobei das keine Zahlungen sind, sondern wir garantieren nur die Aufnahme von Krediten“, sagte Schäuble in Brüssel. „Wir haben heute einen wichtigen Tag für die Stärkung der europäischen Währung und damit für die europäische Einigung insgesamt.“

Irland hatte sich im Gegenzug bereits zu einem strikten Sparkurs verpflichtet, um die Staatsfinanzen binnen weniger Jahre wieder in Ordnung zu bringen. Einsparungen und Steuererhöhungen sollen in den kommenden vier Jahren 15 Milliarden Euro einbringen. Am Samstag waren in Dublin Zehntausende auf die Straße gegangen, um gegen den Sparkurs von Premierminister Brian Cowen zu demonstrieren. Cowen bezeichnete den gesamten Rettungsplan am Sonntag als „absolut unverzichtbar für Irland“. Den durchschnittlichen Zins für das Hilfspaket bezifferte er mit 5,83 Prozent.

50 Milliarden Euro der Hilfe sollen zur Stützung des Staatshaushaltes verwendet werden, die übrigen 35 Milliarden Euro zur Stabilisierung des wankenden irischen Bankensystems. Irland selbst trägt 17,5 Milliarden Euro zu dem Paket bei, unter anderem durch Rückgriff auf Irlands nationalen Rentenreservefonds. 22,5 Milliarden Euro wird Kommissar Rehn zufolge von der EU-Kommission abgedeckt, weitere 22,5 Milliarden Euro entfallen auf den Internationalen Währungsfonds (IWF). Das restliche Drittel werde der Euro- Rettungsfonds EFSF übernehmen, gemeinsam mit bilateralen Krediten aus Großbritannien, Dänemark und Schweden, sagte Rehn.

Irland ist das erste Land, das den im Frühjahr geschaffenen Euro- Rettungsschirm für wackelnde Euro-Staaten in Höhe von 750 Milliarden Euro in Anspruch nimmt. Nach Angaben Cowens bekommt Irland bei der Haushaltssanierung eine Fristverlängerung. Dublin hat demnach bis 2015 und damit ein Jahr länger Zeit, das Staatsdefizit unter die erlaubte Höchstmarke von drei Prozent vom Bruttoinlandsprodukt zu drücken.

Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

9 Kommentare zu "Schuldenkrise: Minister geben grünes Licht für Irlands Milliardenhilfen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • http://www.goldreporter.de/mathematik-wird-uber-falschen-glauben-richten/marktkommentare/3436/

  • "Die EU-Staats- und Regierungschefs wollen Mitte Dezember den permanenten Krisenmechanismus beschließen."

    Ohne die notwendige demokratische Legitimation ist das auf Grund von Art. 125 Abs. 2 AEUV schlicht und ergreifend europarechtswidrig und ein Affront gegen alle bevölkerungen, über deren Köpfe so einfach entschieden wird!

    "..damit der Steuerzahler nicht der einzige Leidtragende ist."

    Wir als Steuerzahlöer werden nicht die Leidtragenden sein, da alle Rettungschirme grundgesetz- und europarechtswidrig sind:
    http://www.euractiv.de/finanzplatz-europa/artikel/eurorettungsschirm---verfassungsrichter-in-der-verantwortung-003586

  • "Die EU- Finanzminister gaben dafür am Sonntagabend in brüssel grünes Licht."

    Fragt sich nur, auf welcher Rechtsgrundlage, denn der Vertrag von Lissabon kann es auf Grund des Art. 125 Abs. 2 AEUV grundsätzlich NiCHT sein!

    "Am Samstag waren in Dublin Zehntausende auf die Straße gegangen, um gegen den Sparkurs von Premierminister brian Cowen zu demonstrieren."
    Und genau diese iren werden der Änderung des Vertrages von Lissabon für leistungslose Zinsgewinne von wenigen reichen Aktionären in ihrer Volksabstimmung NiCHT zustimmen!

    Ob wird in D. dazu auch eine Volksabstimmung brauchen, wird das bVerfG entscheiden, das die Klagen dazu ANGENOMMEN hat!
    Siehe: http://www.dr-hankel.de/danksagung-an-die-spender-und-stand-der-klage/

  • The economic differences between north and south, the lack of a common fiscal and economic policy, the unprecedented greed of speculators and the lack of vision for what Europe wants for the future of coming generations, led to this situation. On the one hand we have politicians whos incorrectly handlings and punishable acts (or omissions), bankers with the authority over the soveiregnity of states, speculators in rival camps, brought to the brink of absolute destruction an entire continent. if Europe wants to stay united it must find those protection mechanisms that will ensure its future. Dissolution of Europe will have disastrous results for all the peoples of the north and south.

  • Spekulationen über mögliche Wackelkandidaten bringen hier nichts. Spanien und Portugal setzen alles daran, um ihre Staatshaushalte in Ordnung zu bringen“, sagte brüderle dazu

    ich glaube auf einem Zeugnis würde ein Lehrer in etwa so formulieren: "Der Schüler hat sich bemüht".
    Das ist eine Umschreibung für einen hoffnungslosen Fall. Er ist unfähig, dem Unterricht zu folgen, selbst wenn du es versucht.
    ER WiRD ES NiCHT SCHAFFEN !
    Zu brüderle.
    Da sind schon Ansätze von Alterstarrsinn zu erkennen.
    Ob er dem ganzen Geschehen noch folgen kann ?
    Ein Macher ist er nie gewesen.
    Für mich war und ist es ein Dampfplauderer, den man getrost ignorieren kann.
    Schon schlimm was so alles "bestimmen" kann.
    Das hat schon etwas vom Zentralkomitee der ehemaligen SED in den letzten Zügen.

  • Nach den PiGS kommen die Osteuropäer und fordern Hilfe. Die EU nimmt Deutschland aus! Der EURO ist gescheitert! Jeder mit einem iQ über 70 muß das kapieren! Wer nicht, der sollte Nachhilfe in Volkswirtschaft nehmen.

    Unsere Politiker opfern den in Jahrzehnten erarbeiteten Wohlstand um sich auf Kosten der Deutschen politisch zu profilieren. Kein Politiker traut sich den Fehler EURO zuzugeben. Sie werfen lieber dem schlechten Geld gutes Geld der nächsten Generationen hinterher.

    Traurig aber wahr: Deutsche Politiker opfern ihr eigenes Volk!

  • Der Euro selbst wird mittelfristig zur Krisen- und Kriegsgefahr, da er die Völker Europas gegeneinander ausspielt. Das dürfen wir nicht weiter zulassen! Die Rettungspakete zementieren die Macht der banken und die Ohnmacht der bevölkerung aller Euro-Länder. Mir tun die Deutschen leid, aber auch die normalen iren und Griechen. Eine Generation Elend entwickelt sich. Der Euro ist und bleibt eine erschreckende Missgeburt der Eurokraten. Wir brauchen nationale Parallelwährungen. Die Politik muss endlich die Reißleine ziehen...

  • EVEN EiRE iS ON THE ROCKS !
    Na, dann gibts ja heute eine reguläre Anreise der Herren und ihre Pyjamas bleiben bis zur Nacht in den Reisekoffern.
    Frage mich allerdings, ob es für Deutschland nicht sehr schädlich ist, wenn Herr brüderle Äußerungen von sich gibt, die dem Mund eines Schwachkopfs entschlüpft zu sein scheinen.
    Selbst mit Handy-Rechnern auf dem Klo kommt für irland nicht 85 Mrd. €, sondern annähernd 120 Mrd.€ heraus.
    Wenn irland schlau ist, wickelt es auch jetzt noch seine banken ab, sozusagen sollten sie im übertragenem Sinn irland zur bankenfreien Zone machen.
    Warum man sich bei sinnlosen Rettungsschirmen allerdings noch immer mit Zehnerpotenzen und Kommastellen hinter billionenbeträgen beschäftigt verstehe ich nicht.
    Wenn ein Juncker Handschellen an alle EU-Mitglieder verteilen will, um sie aneinander zu ketten, hier mein Vorschlag: Gründe doch mal mit belgien, Niederlande und Luxenburg eine kleine EU-Mitgliedschaft und der Rest Europas kuckt zu! Da das EU-Parlamentsgebäude dann ja frei steht, können die drei Mitglieder es ja dann nutzen.


  • Man könnte kot... : überall habe die banker rumspekuliert und jetzt müssen wir, die nichts
    davon hatten und auch nicht mitgemacht haben, dafür bluten. Warum rollen keine Köpfe von Vernatwortlichen, Haftstrafen ohne Ende...Fehlanzeige. Nein, es werden noch Abfindungen und boni bezahlt. Und den "kleinen Leuten", Arbeitslosen, Arbeitnehmern wird mehr und mehr in den Ar... getreten.

    Sind wir irre, dass wir uns das gefallen lassen???

    ich will, das die verantwortlichen Politiker und banker , Konzernchefs und Zocker dafür blechen und in den Knast gehen.

    SCHNAUZE VOLL !!!!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%