Schuldenkrise Moody's warnt Banken vor Beitrag für Griechenland

Die Ratingagenturen kennen keine Gnade. Jeden Umschuldungsversuch für Griechenland werten sie als Ausfall. Die Folgen seien unabsehbar.
Update: 07.06.2011 - 17:05 Uhr 31 Kommentare
Griechenland am Abgrund: Eine Zahlungsaufschub unter Beteiligung privater Gläubiger kommt der Ratingagentur Moody's zufolge einem Zahlungsausfall gleich. Quelle: dpa

Griechenland am Abgrund: Eine Zahlungsaufschub unter Beteiligung privater Gläubiger kommt der Ratingagentur Moody's zufolge einem Zahlungsausfall gleich.

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Noch halten die deutschen Privatbanken den Zeitpunkt für einen Beitrag privater Gläubiger zur Überwindung der griechischen Schuldenkrise für verfrüht. Zwar arbeiteten derzeit alle Beteiligten unter Hochdruck an einem Ausweg für das Land, sagte der Präsident des Bankenverbandes (BdB), Andreas Schmitz, am Dienstag. Allerdings - selbst der Banken-Sprecher schließt eine Beteiligung der privaten Gläubiger nicht mehr ganz aus.

Wenn es denn soweit käme, betont Schmitz, dürfe eine Beteiligung privater Gläubiger nur am Ende einer für alle tragfähigen Lösung stehen. Und dieser Punkt sei "derzeit noch nicht erreicht", sagte Schmitz. Und sollte eine Umschuldung nötig werden, dann dürfe dies jedenfalls nur auf freiwilliger Basis erfolgen. Einen konkreten Vorschlag hat Schmitz bereits: "Eine Verlängerung der Laufzeiten von griechischen Bonds könnte dabei eine mögliche Lösung darstellen."

Einspruch - rufen die Ratingagenturen. Eine Zahlungsaufschub unter Beteiligung privater Gläubiger kommt der Ratingagentur Moody's zufolge einem Zahlungsausfall gleich. „Unter den gegebenen Umständen ist es schwer vorstellbar, dass man das freiwillig tut“, sagte der für die Bonitätsbewertung von Staaten zuständige Moody's-Manager Bart Oosterveld am Dienstag in Paris. „Es ist deshalb aus unserer Sicht ziemlich wahrscheinlich, dass dies ein Kreditereignis darstellt.“ Ähnlich hatten sich auch die Ratingagenturen Standard & Poor's und Fitch geäußert.

Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker zufolge arbeitet die Europäische Zentralbank bereits an einer Formel zur Beteiligung privater Investoren an einer Streckung. Damit soll verhindert werden, dass die Ratingagenturen die Zahlungsunfähigkeit Griechenlands feststellen, was für erhebliche Turbulenzen an den Finanzmärkten sorgen könnte.

Griechenland wird bereits seit einem Jahr mit Notkrediten seiner Euro-Partner und des IWF in Höhe von 110 Milliarden Euro gestützt. Ursprünglich war geplant, dass sich Athen ab 2012 wieder Geld am Kapitalmarkt borgt. Wegen der noch immer hohen Zinsen ist das aber nicht absehbar. Deshalb soll das Finanzloch nun mit einem zweiten Hilfspaket gestopft werden. Die Rede ist von 65 bis über 100 Milliarden Euro.

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31 Kommentare zu "Schuldenkrise: Moody's warnt Banken vor freiwilliger Beteiligung"

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  • Treppenwitz der Geschichte: die Mittäter-Agenturen raten den Zockern, weiter an ihren ungerechten Privilegien fest zu halten. Welch ein Verantwortungsgefühl, welche Einsicht nach Jahren auch ihrer Krise.

    ALLE - ALLE alle wussten sie, dass Griechenland für derart hohe Kredite mit seinen bisherigen Exportmöglichkeiten gar nicht gut sein KANN. Und nun will man dem griechischen Volk, das darauf keine Einflussmöglichkeiten hatte, dafür das Fell über die Ohren ziehen?

    Ich persönlich empfinde Solidarität mit dem griechischen Volk.

    Nicht mit den, - ohne jeden Eigenbeitrag, - auf fette Pensionen spekulierenden Politikern; den leistungslos vermögend Gewordenen weltweit, für die Steuerflucht zum elitären Sport verkommen ist; den GLOBAL PLAYERN, die billigst off-shore versteuern, Staaten ausbluten, Infrastrukturen verkommen lassen, Investitionen jeder Art tunlichst scheuen, um überhöhte Manager-Gehälter, Boni und Dividenden munter weiter nach oben zu verteilen. Und auch nicht mit renditegeilen Spielcasinos, die jede mitmenschliche Empathie oder gar Moral völlig verloren zu haben scheinen.

    Die Völker wurden und werden von elitärem, weltweit agierendem, inzestähnlichem Klüngel abgezockt. Die Antwort der Völker wird daher auch international erfolgen müssen ...

    Überheblich gewordene Hasardeure oder erblindete "Eliten", die sich tatsächlich darauf einlassen wollen?

  • Das ist auch weniger Wert wenn es auf der Bank liegt bei Minuszinsen, die sie einem da geben!

  • @ Hopfen: Das ist eine Frage der gesetztlichen Regelungen. Aktien kann jeder drucken, als werthaltig bescheinigen und auch selbst z. B. über seinen Steuerberater eine eigene oder den außerbörslichen Handel eine Kursnotierung ins Werk setzen, das tun tausende kleiner AGs z. B. in der Schweiz, weil AGs dort von Staat als solideste und sozial gerechteste - weil in der alleinigen Haftung befindlich - und öffentlich überprüfbare Form gefördert und sanktioniert werden.

  • @ Realist: Der Kreis schleißt sich erst dann, wenn Privat-Banken in die Lage kommen, Staatsfinanzierer zu werden. Dort, wo keiner bei ihnen oder durch sie Schulden macht, haben Banken keine Macht und müssen sich im Wettbewerb behaupten!

  • Wenn das Rating von Griechenland auf "D" fällt, sind alle Diskussionen sowieso überfällig und die Banken zur "Wertberichtigung" gezwungen, ein Herr Trichet wird an en Pranger gestellt werden und für Griechenland ist "der Bart ab". Dann werden wir sehen, wie der Markt reagiert. Die Rückzugsgefechte der EUROkraten haben begonnen, Merkel und Co. haben weiche Knie, auch Obama und man/frau besucht sich, um sich mit alten Ritualen zu trösten. Es gibt kein Rezept, Griechenland zu "retten", es ist wie mit der Wüste: Wo nichts wächst, kann auch keiner was ernten. Griechenland ist pleite und wir brauchen nur noch darauf warten, bis es offiziell zugegeben wird. Dann kommt es auf die Wahlentscheidung eines jeden an: Nicht vergessen: Sarrazin, E10, Guttenberg, Atomenergieschwenk, EURO-Lügen: ABWÄHLEN - PROZENTE KÜRZEN - NPD oder Die Freiheit aus Notwehr wählen, den Landen aufmischen und destabilisieren, Handlunsgfähigkeiten der Etablierten untergraben! Weg mit der FDP!

  • quizfrage, warum haben denn banken überhaupt kredite an europäische staaten vergeben oder direkt in staatsanleihen dort investiert?
    kleiner tipp, informiert euch mal über basel-2. dann werdet ihr sehen, dass diese anlagen als (vermeintlich) sicherer galten, was das ausfallrisiko betrifft, als z.b konsumentenkredite an euch oder mich.
    ergo, waren es die politiker, die maßgeblich mit der implementierung von basel-2 dafür gesorgt haben, und eben gerade nicht die banken.

  • Im letzten Jahr hat so eine Griechenlandstütze wie vor ein paar Tagen, an den Märkten für ein großes Plus gesorgt. Heute sind die Investoren deutlich zurückhaltender geworden. Nicht mal 1% ging es nach oben. Das zeigt ganz deutlich, wie ernst die Lage ist. Und da wollen die europäischen Politiker keine Turbulenzen an den Märkten riskieren? Die großen Turbulenzen werden trotzdem kommen, ob sie wollen oder nicht. Und wenn nicht durch die Eurokrise, dann durch die USA oder China oder ... oder ...

  • Einverstanden Malz,
    ich arbeite bei so einer "langweiligen " Bank. Außerdem bieten wir Beratung an, wenn jemand Wertpapiere kaufen/verkaufen will. Auch das ziemlich harmlos und "langweilig". Was hier im Forum von selbsternannten Reformern allerdings immer wieder verbrochen wird, ist das "Über-einen-Kamm-scheren ALLER Banken.
    Paßt mal auf, Ihr geistigen Überflieger: Wir sind als Ortsgenossenschaft eine Verteiler/Vermittlerstelle des Geldes, mehr nicht! Regt euch gefälligst über die kriminellen Großbanken auf, die mit ihren Zockerbuden die gesamte Welt gefährden, das macht Sinn. Vorher solltet ihr aus Anstand allerdings euer Kto dort auflösen, ihr Schaumschläger. Und jeder zweite Kommentator, der in dieses "scheiß-auf-die-Banken"-Horn stößt, bettelt Tage vor dem nächsten Ersten an unserem Schalter um nochmaleinenfünfzigerbitte! Und er bekommt ihn auch! Probier das mal bei einer Großbank.
    Ums deutlich zu machen: Wir haben uns nicht bei der EZB für 1 Prozent Geld besorgt und es für 11 Prozent in GR-Anleihen angelegt, das waren die ganz Großen, kapiert?

  • Lasst uns endlich Schluss machen.
    Griechenland raus aus dem Euro,Drachme wieder einführen, pleite gehen lassen alles andere ist Blödsinn.

  • FED und EZB = mafiös durchstrukturierte Organisation von schwerstkriminellen Kapitalverbrechern.

    Ihr Journalisten der Mainstreammedien, hättet schon viel früher in die Gänge kommen müssen, stattdessen kann hier seit Monaten ein gewisser Sven Böll, öffentlich seinen Europhantastereien nachhängen, anstatt die Leser allumfassend und vor allem systemkritisch über die desaströse Lage des gesamten Weltfinanzsystems zu informieren.
    Einige wenige Personen auf dieser Welt kontrollieren die globalen Finanzströme, und somit auch die politischen Entscheidungen von Regierungen und entscheiden über das Schicksal von Völkern.
    Aber springt ihr ruhig weiter mit auf den Zug der Opportunisten.

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