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Schuldenkrise Ohne Zwangskapitalisierung der Banken geht es nicht

Eine fatale Allianz von Politik und Banken hat die Eurokrise verschärft, nun streiten sie, wer die Zeche zahlt. Doch nur eine Zwangskapitalisierung großer Banken macht den Schuldenschnitt für Athen möglich. Ein Kommentar
14.10.2011 - 14:39 Uhr 19 Kommentare

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble liefern sich zurzeit ein sehenswertes Duell. Erst tönte Schäuble, er werde dafür sorgen, dass alle systemrelevanten Banken ausreichend Kapital bekommen, „auch wenn dies nicht allen Banken gefällt“. Ackermann wurde im Gegenzug grundsätzlich. Er habe Zweifel, „ob die Politik überhaupt noch in der Lage ist, die Krise dauerhaft zu lösen.“

Eine Zweckehe driftet ab in den Rosenkrieg. Denn es war ja gerade die fatale Allianz zwischen Politik und Kreditwirtschaft, die die jetzige kritische Situation herbeigeführt hat – und die Banken können nicht sagen, dass sie damit nicht lange Zeit sehr komfortabel gelebt haben. Fast alle europäischen Staaten haben jahrelang hemmungslos über ihre Verhältnisse gelebt und bereitwillig das Geld der Banken angenommen. Deswegen hat bis jetzt auch keine Regierung etwas daran geändert, dass Banken für Staatsanleihen kein Eigenkapital hinterlegen müssen.

Mindestens genau so profitiert haben die Banken. Sie haben sich mit Staatsanleihen vollgesogen und damit fast risikolos hohe Gewinne gemacht. Sie waren die eigentlichen Nutznießer der Staatsverschuldung.

Dass sich die Banken jetzt auf den Standpunkt zurückziehen, die Politik habe ihnen ja immer versichert, die Staatsanleihen könnten gar nicht ausfallen und sich so zum armen Opfer stilisieren, ist nicht nur gespielt naiv, das ist frech. Schon jeder einigermaßen interessierte Zeitungsleser weiß seit mehr als einem Jahr, dass Bonds aus Griechenland, Portugal oder Italien nicht ohne Risiko sind – und deshalb selbstverständlich mit Eigenkapital hinterlegt werden müssten.

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    Großbanken wie die Deutsche Bank, die sich nicht zu unrecht ihres hervorragenden Risikomanagements rühmt, müssten diese Erkenntnis schon viel länger haben. Das lässt nur einen Schluss zu: Viele Banken haben sich schlicht darauf verlassen, dass die starken Eurostaaten entweder ihre verschuldeten Nachbarn, wenn nicht gleich die Banken selber im Notfall rauspauken.

    Der Erfolg gibt den USA recht
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    19 Kommentare zu "Schuldenkrise: Ohne Zwangskapitalisierung der Banken geht es nicht"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Also irgentwie kann ich die die Erfolgsbeschreibung zu Gunsten der USA seitens des Autors nicht so ganz nachvollziehen! Woher haben die USA denn bei der Staatsverschuldung nur das Geld für die Kapitalisierung der Pleitebanken genommen? Nur so vor sich hingedruckt? Was wäre ein Dollar dann heute noch wert? Bretton Woods läßt grüßen!

    • Ich dachte, das Thema Planwirtschaft wie zu kommunistischen Zeiten haben wir erfolgreich überwunden.
      Nur weil sich unsere Politiker mit ihren Schuldenbergen verspekuliert haben, besinnen sich die Herren Jean-Claude Junker und Wolfgang Schäuble auf überholte Verhaltensmuster.
      Die Herren sollten den Weg für neue Köpfe aus der Privatwirtschaft freimachen. Sie haben ihre Ziele eindeutig verfehlt und Europa abgewirtschaftet.

    • ein völlig verwirrter Geist...
      eine völlig verirrte Analyse...
      was Banken garantiert nicht gerne (sondern nur unter Zwang) gemacht haben, ist miese Staatsanleihen zu horten... über Basel II hat man aber schon dafür gesorgt, dass sie das müssen... ebenso hat man dafür gesorgt, dass jeder einzelen Bürger in seinem staatlich regulierten Altersvorsorge"PRODUKT" automatisch an den Staats"SCHULDEN" beteiligt wird...
      Wehe wehe...

    • Zitat:
      Ja, so halten sich die Legenden. Die Deutsche Bank wäre ohne die Rettung der HRE durch Staatsgelder zahlungsunfähig gewesen, im Volksmund nennt man sowas auch "pleite".

      Die Deutsche Bank hat außerdem von der amerikanischen Regierung 50 Milliarden $ Staatshilfen für die AIG angenommen.
      Soviel zum Thema "Die Deutsche Bank ist unbeschadet durch die Krise gekommen".
      Die Deutsche Bank ist nur deswegen noch da, weil sie zweimal mit Staatgeldern gerettet wurde.
      Zitat Ende:

      Auch die Deutsche Bank hat der HRE, IKB/KfW,Landesbanken, Schrottpapiere "angedreht". Es ist leider nie geklärt worden, wie weit Insiderwissen dabei eine Rolle gespielt hat. Aber vielleicht bohren die NewYorker Staatsanwälte ja noch weiter.

    • Das ist einfach haarsträubender Unsinn! Sie besorgen das Geschäft der Politik, die vom eigenen Versagen in dieser Staatsschuldenkrise ablenken will, und nun in den "Banken und Spekulanten" eine hinreichend unbeliebte Gruppe gefunden hat, der sie die Krise anhängen kann. Mal abgesehen von der Frage, woher denn bei der Haushaltlage der Staaten die Mittel für die Zwangs-Kapitalisierung der Banken kommen sollen.

    • Das genau kann man eben nicht. Man kann nur die Bilanzen einsehen und da ist nichts vorhanden was auf die Gläubiger Rückschließen würde. Die Texte der Buchungsposten sind interne Daten, die mit Reecht geschützt sind und geschützt werden können, wie bei allen anderen Unternehmen auch. Nur eine freiwillige Kontrolle ließe das zu, aber so was kann man getrost ausschließen!

    • Zitat: "die Bundesregierung mit Vergnügen darauf verzichten", auf welchem Stern lebt Herr Kolf eigentlich?
      Ich behaupte, der Bundesregierung käme nichts gelegener, als ausgerechnet bei der Deutschen Bank mitzureden! Da könnte man endlich seine Vorstellung durchdrücken, denn das Geschäftsgebahren der Bank ist Poliikern aller Coleur schon lange ein Dorn im Auge! Bei der Zwangskapitalisierung in den USA war ein Finanzminister am Werk, der früher Investmentbanker bei Goldman Sachs war und die Materie kannte. Doch was haben wir in Deutschland?
      Rechtsanwälte, Physiker und ehemalige Lehrlinge bei einer Sparkasse. Diesen Leuten würde ich die Deutsche Bank NIE anertrauen wollen! Aber genau diese Leute würden die Bank nach ihren Vorstellungen stutzen! Als Dr. Ackermann im Febr. 2010 die griechische Finanztragödie ansprach und einen Vorschlag unterbreiten wollte, hat man in Berlin arrogant abgelehnt und seit dieser Zeit nur Murks produziert. Das sollte eigentlich allen Befürworter der Zwangsrekapitalisierung eine Warnung sein. Und ganz nebenbei, es gibt in Deutschland Banken, die das Geld nötiger brauchen, wie ausgerechnet die Deutsche Bank.
      Man kann nur hoffen, dass dieser Krug an der DB vorüber geht!

    • Da kann ich Ihnen leider nicht zustimmen. Die Banken haben - wie in der Vergangenheit - darauf vertraut, dass Staats-Anleihen, im wahren Wortsinn, auch zurückgezahlt werden. Was Brüssel jetzt betreibt, ist Wirtschaftsstalinismus: erst die unerfüllbaren Forderungen, dann die "Kollektivierung", dann das Köpferollen. Alles nur, um einige Politiker zu retten, die seit vielen Jahren Geld verbrannt haben.

    • Das Grundproblem sind die Geldmengen die produziert worden sind, ohne dass das jemand wirklich überwacht hat und das zuallererst um das Wettgeschäft anzukurbeln, das weitgehend über Kredite gehebelt wird die Zinsen und die Zinseszinsen darauf!
      Da verdienen die Banken erst an den Zinsen ohne wirklichen Gegenwert, wil Kredite, nur Buchungsposten sind, mehr nicht (Giralgeld) und danah durch die horrende Zockerei bei der jede Buchung bezahlt wird und die Banken selbst durch Mega-summen, diesen Markt nach ihren Wünschen manipulieren. Man muss wissen, dass die Beträge die bei dieser Zockerei eingesetzt sind, zwischenzeitlich mehr als das 40-fache der Beträge ausmachen, die der Wirtschaft für die Herstellung und Vermarktung von Waren und Dienstleistungen zur Verfügung gestellt wird, also für die Schaffung von Werten!
      Das hat mit den eigentlichen Aufgaben eines Kreditinstitutes nichts mehr zu tun, gar nichts mehr. Weshalb man jetzt auch nicht mehr von Kreditinstituten spricht, sondern von Banken. Und damit sind Banken so zu behandeln wie alle anderen Wirtschaftsunternehmen auch.
      Was die Bemerkung betrifft, dass auch staatliche Banken Gewinne machen wollen, sollten sie zu Ende denken. Wem kommen, kämen denn diese Gewinne zugute? Würden sie nicht die Steuerlast senken, oder sogar auf Null bringen? Ich meine das Zweite, betrachtet man die offenen und die verdeckten Profite der Banken mal ganz genau in den letzten Jahrzehnten!
      Informieren kann man sich hier: www.steuerembargo.co.de

    • Zitat:
      Großbanken wie die Deutsche Bank, die sich nicht zu unrecht ihres hervorragenden Risikomanagements rühmt, müssten diese Erkenntnis schon viel länger haben. Das lässt nur einen Schluss zu: Viele Banken haben sich schlicht darauf verlassen, dass die starken Eurostaaten entweder ihre verschuldeten Nachbarn, wenn nicht gleich die Banken selber im Notfall rauspauken.
      Zitat Ende:

      Der EFSF und der ESM sind nichts anderes, als aufgeblähte Bankenrettungsschirme. Die "Hilfsgelder" gehen direkt an die Banken.

      Zitat:
      Der Erfolg gibt ihnen recht. Während Deutschland die Bankenrettung bisher einen Verlust in zweistelliger Milliardenhöhe eingebracht hat, strich die US-Regierung aus der vorübergehenden Bankenbeteiligung einen Gewinn von sechs Milliarden Dollar ein.
      Zitat Ende:

      Da sieht man mal wieder, wie dumm/unfähig deutsche Politiker sind. Lieber das Geld der Steuerzahler verschenken, ist ja einfacher.

      Zitat:
      Ein wichtiger Vorteil war, dass die US-Regierung als Aktionär mitbestimmen konnte. Das erhöhte die Motivation der Banken, sich bei privaten Investoren frisches Kapital zu holen und so die Staatshilfe rasch wieder loszuwerden und den direkten Einfluss des Staates wieder zu begrenzen. Die Commerzbank hat deutlich weniger Druck, die stille Einlage des deutschen Staates wieder zurückzuzahlen.
      Zitat Ende:

      Tja, Die USA agieren, Deutschland reagiert.
      Würden die Deutschen das auch so machen, würden die Banken sehr schnell die Beträge zurückzahlen.

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