Schuldenkrise Portugal bekommt Milliarden-Hilfspaket

Das von der Pleite bedrohte Portugal erhält als drittes Euro-Land ein milliardenschweres Hilfspaket. Die Euro-Finanzminister haben grünes Licht für die Nothilfe gegeben. Im Gegenzug muss Portugal nun einiges leisten.
Update: 16.05.2011 - 19:32 Uhr 17 Kommentare
Portugals Finanzminister Teixeira dos Santos mit seiner französischen Amtskollegin Christine Lagarde beim Gipfel in Brüssel. Quelle: dapd

Portugals Finanzminister Teixeira dos Santos mit seiner französischen Amtskollegin Christine Lagarde beim Gipfel in Brüssel.

(Foto: dapd)

BrüsselZum dritten Mal innerhalb eines Jahres retten die Europäer ein taumelndes Euro-Land vor der Staatspleite: Portugal erhält von den Euro-Partnern und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) ein Hilfspaket von 78 Milliarden Euro. Die Finanzminister des Eurogebiets gaben am Montag in Brüssel einstimmig grünes Licht für das auf drei Jahre angelegte Programm - und das nur gut fünf Wochen nach dem Hilferuf aus Lissabon. Die Begegnung wurde überschattet von der Festnahme des IWF-Chefs Dominique Strauss-Kahn - der Franzose wollte eigentlich in Brüssel dabei sein.

Portugal hatte Anfang April als zweites Land nach Irland beantragt, unter den Rettungsschirm von insgesamt 750 Milliarden Euro zu schlüpfen. Das ärmste westeuropäische Land ist dringend auf Hilfe angewiesen und braucht bereits im Juni Geld. Die Finanzminister aller 27 EU-Staaten werden die Entscheidung an diesem Dienstag noch einmal bestätigen - das gilt als gesichert. Mit den Hilfen solle die Finanzstabilität im gemeinsamen Währungsgebiet gewährleistet werden, erklärten die Minister nach dem Votum.

Mit den Krediten will das Land seinem Bankensektor unter die Arme greifen, allein dafür fließen 12 Milliarden Euro. Die künftige Regierung in Lissabon - am 5. Juni wird gewählt - muss im Gegenzug für die Kreditzusagen ein knallhartes Sparprogramm durchziehen.

Portugal verpflichtet sich gegenüber EU und IWF, das Haushaltsdefizit von 9,1 Prozent des Bruttoinlandsproduktes im vergangenen Jahr bis 2013 unter drei Prozent zu drücken - mehr ist nach den EU-Spielregeln nicht erlaubt. Für dieses Ziel friert die Regierung Renten und Gehälter ein, streicht Investitionen und Arbeitslosengeld zusammen. Auch die Mehrwertsteuer steigt. Das internationale Hilfsgeld soll bis 2013 reichen, danach soll Portugal an den Kapitalmarkt zurückkehren.

Die Ressortchefs sprachen laut Diplomaten auch über die Lage beim Schuldensünder Griechenland - Entscheidungen standen aber nicht an. Bereits vor einem Jahr hatte Griechenland Hilfen von 110 Milliarden Euro bekommen. Doch das reicht nicht: Athen verhandelt inzwischen über weitere Hilfen von 30 bis 60 Milliarden Euro - und über Erleichterungen, weil es seine Schuldenkrise nicht in den Griff bekommt.

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17 Kommentare zu "Schuldenkrise: Portugal bekommt Milliarden-Hilfspaket"

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  • Genau! Ich renne jetzt raus auf die Straße und lasse mich von Herrn Kurras oder seinem Nacheiferer erschießen.

  • Wegen der wachsenden Skepsis in Deutschland gegenüber Rettungsgeldern für strauchelnde Euro-Länder warb EU-Währungskommissar Olli Rehn um Unterstützung. "Wir können das nicht ohne Deutschland und seine Bereitschaft, die Stabilität des Euro zu sichern, machen", sagte Rehn der Zeitung "Die Welt". "Indem wir Portugal unter strikten, aber realistischen Bedingungen helfen, schützen wir auch die wirtschaftliche Erholung in Deutschland und die Ersparnisse der deutschen Bürger." Der Bundestag hatte das Hilfspaket für Portugal bereits mit breiter Mehrheit unterstützt.

    So so... Die EZB weigert sich Details zu den Transaktionen preiszugeben womit Griechenland über 10 Jahre der wahre Ausmaß seiner Schulden gedeckt hat (mit Währungsgeschäften von, dreimal dürfen Sie raten... Goldman Sachs natürlich) und wehrt sich mit Händen und Füßen gegen einen Schuldenschnitt. Und wir Steuerzahler bürgen weiter und weiter für ein immer größeres Schneeballsystem das vor unseren Augen zusammenbricht. Das I-Tüpfelchen: der neue EZB Chef ist ein Meister dieser Produkte. Nennen wir es so wie es ist: er ist der Betrüger unter den Betrügern.

  • Stimmt. Ist aber nicht neu, denn diese Erkenntnisse hatten schon die "Alten (dekadenten) Römer" unter dem Motto "Brot und Spiele" gepflegt. Somit wissen wir, was uns bevorsteht. In der Geschichte wiederholt sich vieles. Franz. Revolution könnte auch irgendwann mal als Vorbild dienen.

  • Problem kann schnell gelöst werden. Nehmt doch mal den "Milliadären" durch Steuern die Kohle ab. Da ist kein "Sozialismus" sondern NOTWEHR !!!

  • Es kommt noch Spanien, die sind auch pleite und Italien köntne es auch treffen
    Nur wenn Deutschalnd dann gänzlich pleite ist, wird uns keienr helfen

  • Ich sage es jetzt mal mit den Worten meines Sohnes, Dipl.-Politologe und immer sehr direkt, mit dem ich über dieses Thema auch diskutiert habe:
    Erst wenn die ersten Deutschen sich ihr "Fressen" in den Mülltonnen suchen müssen, werden sie wach

    Z. Zt. werden sie ja mit allerlei Schwachsinn im TV bei Laune gehalten wie gestern wieder mit diesem Lena-Quark, da sind die Leute doch zufrieden und die Politik weiß das.

  • Nein, doof ist Merkel nicht.
    Sie träumt immer noch von einem sozialistischen Staat Europa mit ihr als große Staatsratsvorsitzende.
    Davon ist diese Jule so überzeugt, dass sie offenkundig die Realität ausgeschalten hat
    Die Frau wollte von Anfang nichts anderes als herrschen, aus ganz Europa eine DDR formen

  • Das sag ich doch schon eine ganze Weile.
    Die Nichtskönner und hier allen voran die Deutschen in hündischen unterwürfigem Gehorsam, legen die Lunte für neue Kriege in Europa.
    Merkel und Sarkozy sind derzeit die Totengräber der EU
    Offenkundig gefällt es einigen nicht, dass wir schon so lange Frieden haben.
    Man sollte Anzeige gegen die Volksverräter stellen.
    Die blöde Merkel, die derart am Euro festhält und immer so tut, als würde der Euro über Krieg und Frieden entscheiden, vergißt wohl völlig, dass wir schon ein EU hatten, bevor es diese Trulla überhaupt gab. Und diese damalige EU hat Jahrzehnt bestens funktioniert.
    De Gaulle und Adenauer würden in ihrem Gräbern Amok trommeln, wenn sie das erleben müßten.
    Und FJS kann auf seienr Wolke 7 auch nciht mehr frohlocken und Hosianna singen.
    Mein Gott, was haben wir für kriminelle Politiker

  • ""Wegen der wachsenden Skepsis in Deutschland gegenüber Rettungsgeldern für strauchelnde Euro-Länder warb EU-Währungskommissar Olli Rehn um Unterstützung. "Wir können das nicht ohne Deutschland und seine Bereitschaft, die Stabilität des Euro zu sichern, machen", sagte Rehn der Zeitung "Die Welt". "Indem wir Portugal unter strikten, aber realistischen Bedingungen helfen, schützen wir auch die wirtschaftliche Erholung in Deutschland und die Ersparnisse der deutschen Bürger." Der Bundestag hatte das Hilfspaket für Portugal bereits mit breiter Mehrheit unterstützt.""

    Immer wieder die selben Sprüche!!!

    Ein ganz besonderen Dank an die Politiker, besonders Herrn Schäuble und Frau Merkel, dass sie mal wieder unsere Spareinlagen mit noch einem Hilfspaket retten wollen, wo es denn auch bereits schon längst im Hinterzimmer beschlossen war.
    Unglaublich, da meldete erst kürzlich der Finanzminister, wie bereits des Öfteren in der Vergangenheit oder auch nicht, evtl. Steuerlechterungen an, da die Einnahmen ja nur so sprudeln, bzw. man denke darüber nach.

    Was kommen demnächst wieder für Pseudo Positivmeldungen um uns, das Dumme Volk zu beruhigen!?

    Die EU entwickelt sich immer mehr zu einer Bananenunion, die, vor allem sich selbst, nämlich ihre Funktionäre, schützen.

    Mal schauen, welches EU Land demnächst subventioniert wird!

  • "Haha.
    Ist die Merkel eigentlich so doof oder kapiert sie's echt nur nicht ?"

    Offensichtlich sind Sie es, der zu doof ist, um zu begreifen, dass alles nach Plan läuft.

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