Schuldenkrise Spanien will es „ohne fremde Hilfe“ schaffen

Spaniens Wirtschaftsminister Luis de Guindos ist auf Interview-Tour, die Ängste von Investoren und Bürgern zu zerstreuen. Spanien schaffe es „ohne fremde Hilfe“ aus der Schuldenkrise.
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Spaniens Wirtschaftsminister während eines Interviews mit der Nachrichtenagentur Reuters. Quelle: Reuters

Spaniens Wirtschaftsminister während eines Interviews mit der Nachrichtenagentur Reuters.

(Foto: Reuters)

Die Angst von Investoren und Politik ist groß, dass nach Griechenland, Portugal und Irland, auch Spanien den Kopf nicht aus eigener Kraft aus der Schuldenkrise findet. Doch Spanien beschwichtigt: „Wir werden sie überwinden, sogar gestärkt und ohne irgendwelche Hilfe von außen“, sagte Wirtschaftsminister Luis de Guindos der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

De Guindos warb bereits in mehreren Interviews um Vertrauen für die Spar- und Reformpolitik der konservativen Regierung unter Ministerpräsident Mariano Rajoy. In einem Interview mit dem spanischen Radio sagte Guindos, Hilfe der Euro-Partner „wäre der denkbar schlimmste Ausgang, es wäre unser allerletztes Mittel. Spanien darf seine Autonomie in der Wirtschaftspolitik nicht verlieren“.

Um es alleine zu schaffen, gab Guindos zu, müsse Spanien inmitten einer neuen Rezession noch ein „sehr hartes Jahr“ überstehen, mit Minuswachstum und einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit.

Der gerade vorlegte Konsolidierungshaushalt werde jedoch zusammen mit der Reform des Arbeitsmarktes „das Fundament für eine Erholung“ im Jahr 2013 legen. De Guindos versicherte der FAZ zudem, dass Spanien sich den von der EU vorgegebenen Defizitzielen - 5,3 Prozent in diesem und 3 Prozent im nächsten Jahr - „voll verpflichtet“ fühle.

Auch die spanischen Banken seien kein Fall für den Europäischen Rettungsfonds. In Spanien seien in der Vergangenheit Fehler gemacht und Ungleichgewichte angehäuft worden. „Jetzt sind wir auf dem Weg, alle diese Probleme zu korrigieren“, sagte der Minister. Das laufende Jahr werde aber schwer.

Zwar müssten die spanischen Banken Wertberichtigungen wegen der Immobilienkrise vornehmen und das wirke sich auf die Resultate der Institute aus, sagte Guindos. Die Banken, die nicht mithalten könnten, müssten dann aber fusionieren.

„Die Schwachen werden verschwinden. Am Ende dieses Prozesses werden wir einen viel gesünderen Finanzsektor mit weniger und stärkeren Banken haben.“ Nach Wochen relativer Ruhe hatte Spanien in dieser Woche am Kapitalmarkt für neue Kredite wieder deutlich mehr Zinsen als zuvor bezahlen müssen - und damit Investoren weltweit verunsichert.

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19 Kommentare zu "Schuldenkrise: Spanien will es alleine schaffen"

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  • @Gehirn_einschalten

    Das Gros der "Parlamentarier" ist ausgesuchtes Stimmvieh. Kein Gehirn und 100% Opportunist hat sie qualifiziert, um in der Parteiendiktatur auf der internen Liste zu kommen.

    Da ist nicht viel mit "einschalten".

  • "Spanien schaffe es „ohne fremde Hilfe“ aus der Schuldenkrise".
    So ein Schwachsinn!
    Kein Land schafft es alleine, sonst müssten sie ja keine Staatsanleihen an internationale Investoren Verkaufen!

  • was soll dieses dumme Geschwätz. Der Mann kann doch nicht von heute auf Morgen die Arbeitslosigkeit hinwegzaubern. Es ist doch keine Arbeit vorhanden. Selbst SEAT als Tochter eines deutschen gesunden Unternehmens (VW) geht es schlecht. Also was soll dieses Geplapper. Er bezieht seine staatliche Zuwendung und die Anderen auf der Straße? Diese dummköpfigen-Durchschnittspolitiker sähen das, was sich später in Politikverdrossenheit und Resignation ausdrückt. Sie sollten lieber die Klappe halten und mit ihren Problemen besser die Führungsriege der Gemeinschaft konfrontieren, was in Spanien nun geschehen muß.

  • wünschen wir spanischen Granden viel Glück im desaströsen Gebilde. Die Immobilienschulden lasten enorm in den noch geschönten Bilanzen span. Cajas.
    Die Beteuererung klingt wie die weisen, beschwichtigenden Worte aus dem Munde des ehem. griechischen Premiers Papandreou: "Griechenland zahlt alle Kredite/Zinsen zurueck " ( und dann begann day after )

    Der rigorose Abbau von Schlüsselindustrien bzw die Nichtförderung von Arbeitsplätzen erdrosselt Portugal und Spanien. Griechenland liegt ja schon mit dem irren Projekt "Dienstleistung for ever" auf der Streckbank.

  • Unsere Wirtschaftszeitungen zeichnen sich leider immer mehr durch oberflächliche Berichterstattung aus.
    Es wird ungeprüft und kritiklos fast wörtlich das publiziert was Unternehmen und Politiker in Pressekonferenzen von sich geben.
    "Spanien will es alleine schaffen". Wie lächerlich ist diese Headline!
    Im ganzen Text kein Hinweis auf die EZB-Hilfen mit der "dicken Bertha" von Draghi.
    Im ganzen Text kein Hinweis auf die gigantischen Forderungen der Bundesbank im TARGET II-System.

    Die Hilfen, speziell aus Deutschland, fließen schon längst in der Größenordnung vieler hunderter Milliarden.

    Deutschland muss aus dem Euro raus. So schnell wie möglich. Ansonsten zerstört Deutschland die eigene finanzielle Basis und damit die Grundlagen für die erfolgreiche Wirtschaft.
    Wenn Deutschland fällt, dann fällt Europa sowieso.
    Unsere verantwortungslosen Politiker steuern unser Land in den Abgrund.
    Das Problem ist nur: es ist keiner zu erkennen, der gegensteuern könnte.

  • Alarmstufen
    ----------------
    Diese Beteuerungen kennen wir von anderen PIIGS Ländern,
    was nichts anderes bedeutet als Alarmstufe Nr. 1 mit
    der Verabschiedung Spaniens vom regulären Kapitalmarkt.
    So wird mit der Einführung der finanziellen Verge-
    waltigung durch den ESM wenigstens für ein schnelleres
    Ende des Eurosystems gesorgt.

  • Grade wollte ich schreiben,daß diese Ankündigung von
    Spanien schon die Entschuldigung beinhaltet, sorry wir
    haben,s versucht....
    Alle denken also das selbe.
    Na dann Prost Mahlzeit.

  • Immerhin wird heuer in Fußball-Europa Spanisch gesprochen:

    Mit Barca, Real Madrid, Valencia und Athletic Bilbao kicken allesamt spanische Teams um die Kronen des europäischen Fußballs.

    Spanien, olé Campionas!

  • Eigentlich unerheblich wohin man schaut. Überall das selbe Problem.

    Minus x Minus = Plus

    Umschuldung alter Staatsanleihen x aktueller Finanzierungsbedarf, damit die öffentliche Ordnung noch nicht zusammenkracht = Unendlicher Geldsegen der EZB durch Ignorierung aller europäischen Verträge, die vor allem zum Schutze für uns Deutsche installiert wurden, um einen Volksaufstand bei der Euroeinführung zu verhindern.

    Ein Bild sagt mehr als tausend Worte:
    http://siggi40.de/s/cc_images/cache_2414118583.jpg?t=1333262004
    Und das kommt ja auch noch dazu:
    http://siggi40.de/s/cc_images/cache_2414118584.jpg?t=1333262004
    Doch die wahren Probleme liegen hier:
    http://siggi40.de/s/cc_images/cache_2414118580.jpg?t=1333262004
    Refinanzierungsbedarf Italien 2012:
    http://www.coin-flip-trading.com/m/article-96268482.html
    Banken: Refinanzierungsbedarf 2012 von zwei Billionen Euro
    http://www.daf.fm/video/banken-refinanzierungsbedarf-2012-von-zwei-billionen-euro-50152091.html
    EZB: Banken aus Italien und Spanien kaufen mehr Staatsanleihen
    http://de.reuters.com/article/economicsNews/idDEBEE81Q04D20120227
    Refinanzierungsbedarf der GIPS:
    http://www.cesifo-group.de/portal/page/portal/DocBase_Service/DB_Service_Downloads/DB_Spezialthemen/special-euro-gips-refin.pdf
    Prof. Hankel – Die Euro-Lüge
    http://www.youtube.com/watch?v=04xZhYW2vZM&feature=related
    Wenn die Euro-Staaten ihre Rettungspolitik nicht ändern, droht ein Fiasko
    http://www.wiwo.de/politik/europa/waehrungsexperte-hankel-der-euro-droht-zum-transfer-rubel-zu-werden/6365064.html

    All diese Finanzhilfen sind demokratisch in keiner Weise legitimiert. Sie verletzen die Grundrechte der Deutschen ebenso wie europ. Verträge. Art.38 des deutschen GG schützt uns vor Rechtsakten, die von den Verträgen der Europ. Union nicht gedeckt sind. Das gilt insbesondere auch für die Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank. Das ist nicht zulässig. Das ist Hochverrat!!

  • Diese Rituale sind doch schon ausreichend erprobt.
    1.Ritual:
    Man weißt Vermutungen über benötigte Hilfsgelder empört zurück.
    2. Ritual:
    Man weißt konkrete Hilfsangebote empört zurück.
    3. Ritual:
    Man würde unter gewissen Umständen Hilfsangebote annehmen; aber es sei im Moment nicht notwendig.
    4. Ritual:
    Man erlaubt den Gedanken, dass es doch möglich sein könnte.
    5.Ritual:
    Kurz danach werden die Hilfsgelder angefordert; man stellt noch Bedingungen
    6. Ritual:
    Man stellt keine Bedingungen mehr.
    7. Ritual:
    Man bekommt die ersten Hilfsgelder mit den üblichen Sparauflagen
    8. Ritual:
    Man erfüllt die Sparauflagen nicht vollständig.
    Bereitet aber die Bevölkerung auf extreme Sparanstrengungen vor.
    9. Ritual:
    Weitere Hilfszahlung werden davon abhängig gemacht, dass
    der Wille zum Sparen umgesetzt wird.
    10. Ritual:
    Brüssel über nimmt die Kontrolle über den Staatshaushalt.
    11. Nun können die Spanier ohne weitere Rituale auskommen, denn nun kehren griechische Verhältnisse ein, die zu einer Verelendung und Verarmung der Bevölkerung führen werden.

    Viele Grüße
    H. J. Weber

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