Schuldenkrise Wird Slowenien Zyperns Schicksal ereilen?

Sloweniens Zentralbank fordert, rasch einen Plan zur Sanierung kriselnder Banken zu schaffen. Notleidende Kredite sollen inzwischen ein Fünftel des Inlandsprodukts aus machen. Seit vier Jahren hält eine Rezession an.
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Regierungskritische Proteste im Zentrum von Ljubljana: Wirtschaftliche Entwicklung im Negativtrend. Quelle: ap

Regierungskritische Proteste im Zentrum von Ljubljana: Wirtschaftliche Entwicklung im Negativtrend.

(Foto: ap)

Die neue Regierung Sloweniens muss nach Einschätzung der Zentralbank des Landes verhindern, dass die Nation zum Schauplatz des nächsten Kampfes um ein Rettungspaket in der Eurozone wird.

Das Kabinett von Ministerpräsidentin Alenka Bratusek müsse rasch einen Plan zur Sanierung der in Schwierigkeiten geratenen Banken des Landes durchführen, forderte die Banka Slovenije am Montag. Das mitteleuropäische Land muss dieses Jahr rund 3 Mrd. Euro beschaffen und die Banken benötigen eine Milliarde Euro an frischem Kapital, wie der Internationale Währungsfonds (IWF) vergangene Woche errechnete.

Die großen slowenischen Banken wie Nova Ljubljanska Banka kämpfen mit notleidenden Krediten, die inzwischen ein Fünftel des slowenischen Bruttoinlandsproduktes (BIP) ausmachen. Damit mehren sich die Sorgen der Investoren, dass Slowenien als nächstes Land um Hilfe ersuchen muss.

“Wenn die Regierung mit der Umsetzung des Plans beginnt, wird sie schlussendlich einen Hilfsantrag an die EU vermeiden können”, sagt Lutz Röhmeyer, Fondsmanager bei Landesbank Berlin Investment. “Wenn sie sich nicht bewegen und nichts tun, denke ich, dass wir in ein paar Monaten die nächste Krise in Slowenien haben werden.”

Befürchtungen, dass die Bankenprobleme Sloweniens einen Hilfsantrag auslösen werden, haben die Renditen der slowenischen Benchmark-Dollaranleihe hochgetrieben. Am Dienstag stieg die Rendite der 2022 fälligen Papiere auf 5,67 Prozent, wie aus Bloomberg-Daten hervorgeht.

Slowenische und ungarische Banken sind nach Einschätzung von Standard & Poor's Ratings Services die am meisten gefährdeten in der Region. Analysten um Pierre Gautier in Paris bezifferten den Anteil fauler Kredite in einer am Montag veröffentlichten Studie auf 20 Prozent, wobei er weiter steige.

Nova Ljubljanska, die größte Bank des Landes, hat für 2012 einen Verlust von 275 Mio. Euro berichtet und damit das vierte Jahr in Folge rote Zahlen geschrieben. Nova Kreditna Banka Maribor verzeichnete im vergangenen Jahr einen Verlust von 205 Mio. Euro. Die Aktie der Bank fiel auf den niedrigsten Stand seit ihrem Börsengang 2007, nachdem der Staat seinen Anteil über einen Tausch von Verbindlichkeiten gegen eine Beteiligung auf 79 Prozent ausgebaut hatte. In der vergangenen Woche büßten die Aktien mehr als 40 Prozent ihres Wertes ein.

Im vergangen Jahr benötigte Nova Ljubljanska 381 Mio. Euro an Kapital, das Slowenien und staatliche Stellen bereitstellten. Der zweitgrößte Anteilseigner KBC Groep nahm an der Kapitalerhöhung nicht teil, da die Bank dafür keine Genehmigung der Europäischen Kommission erhielt.

Nachdem Slowenien über den größten Teil des vergangenen Jahrzehnts bei der wirtschaftlichen Entwicklung besser abgeschnitten hatte als die Eurozone, brachte die Schuldenkrise und die damit einhergehende schwächere Nachfrage das Land unter Druck. In den vergangenen vier Jahren verzeichnete die slowenische Wirtschaft zwei Rezessionen. Das BIP im vierten Quartal 2012 lag drei Prozent niedriger als im gleichen Quartal des Vorjahres.

Dazu kommt, dass mit der Finanzkrise die zuvor niedrige Staatsverschuldung zunahm. Nach Einschätzung von Timothy Ash, Chefvolkswirt Schwellenmärkte bei Standard Bank Plc in London, wird die Staatsschuld von rund 30 Prozent des BIP im Jahr 2008 auf 60 Prozent in diesem und 70 Prozent im nächsten Jahr anschwellen.

Slowenien könne jedoch aufgrund der zuvor niedrigen Verschuldung auch ohne “drastische Maßnahmen” überleben, sagt Lazlo Belgrado, Fondsmanager bei KBC Asset Management SA in Luxemburg. Allerdings könnten Ansteckungseffekte durch eine Verschlimmerung der europäischen Krise das Land unter Marktdruck bringen, da seine Volkswirtschaft vergleichsweise klein sei, führt er aus.

Das Land ist nicht zu groß, um zu scheitern und hat einige der gleichen Probleme wie Zypern. Während des Booms vor der Lehman-Pleite war die Wirtschaft etwas zu sehr fremdfinanziert. Und die Banken kämpfen jetzt mit einem großen Kreditproblem.”

  • Bloomberg
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27 Kommentare zu "Schuldenkrise: Wird Slowenien Zyperns Schicksal ereilen?"

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  • Das haben Sie schon etwa 25 mal gesagt.

    ...

    'Henry' spammt, und 'margrit117888' klatscht begeistert Beifall.











  • Der Euro ist eben doch ein 2. Versailles ohne Krieg - bis jetzt
    Diese Aussage von einem Franzosen trifft ja mehr und mehr zu

  • netshadow
    Also Ihre Forderung geht ja gar nicht.
    Wenn wir das täöten undsere Sozialsysteme zu überdeken, dann wären wir doch wieder alle Nazis.
    Aber nicht, weil Fremde das sagen, sondern weil uns die Nazikeule vorrangig von den Grünen um die Ohren gehauen wird. Und es funktioniert ja auch immer noch, weil halt auch die Presse fleißig mitmacht
    Ist man nicht auf linker Linie, ist man ein Nazi, so einfach ist das hier

  • Luzifer
    Genau daran kann man sehen, dass Brüssel und Deutschland nur noch hochkriminelle Akteure aht.
    Jetzt, mitten in der Euro-Krise noch ein neues Land aufzunehmen, zeigt doch, was alle wirklich wollen:
    die Diktatur Europas und dazu muß man erst einmal alle Länder komplett verarmen

  • Henry
    sehr gut dargestellt

  • @ netshadow

    Zitat : und in den bestehenden Parteien sind genug junge Leute die das auch machen könnten. Man muß sie nur auch lassen

    Stimme Ihnen 100 % zu....da gibt es noch junge Leute......!

    Aber diese Jungen Leute wird man es NIE in den verkrusteten Strukturen der NOMENKLATURA-Parteien MACHEN LASSEN !!!

    Hier ist das Problem. Und ich würde sagen, anstatt Frust zu ernten und sich unnötig aufzureiben, sollten DIESE JUNGEN LEUTE sich besser in den Alternativparteien engagieren, dort ist nämlich ihre Vision auch gefragt !!! Dann können sie in unserem Lande auch was bewegen !

    Die ALTPARTEIEN bedeuten STAGNATION, verkrustete IDEOLOGIE

    und letztendlich Verarmung ganzer Bevölkerungsschichten und Hoffnungslosigkeit der Jüngeren Generation !

  • Wen wundert das, menschlich gesehen ist der Euro eine einzige Katastrophe. Mit der Gemeinschaftswährung dem Euro haben sich die Euro-Länder völlig überhoben. Die Banker haben die „Sau“ raus gelassen. Und die Bevölkerungen in den einzelnen Ländern glaubten, wir können so weiter machen.

    Dass mit der Einführung des Euro das Bruttosozialprodukt in jedem einzelnen Land angeglichen werden muss, wurde der Bevölkerung vorsätzlich vorenthalten. Kein Volk wäre für die Einführung der Gemeinschaftswährung gewesen. Das wussten alle Politiker, die am Euro gebastelt haben.

    Das mit der Einführung der Gemeinschaftswährungen sämtliche nationalen Souveränitäten verloren gehen würden, wurde ebenfalls der Bevölkerung vorenthalten.

    Das Volk hat ein Recht darauf so produktiv zu sein wie es will. Der Euro hingegen wurde zum Sklaventreiber. Die Menschen im Süden haben ihre Vorstellung wie sie ihren Arbeitsablauf haben wollen. Viel Freizeit und viel Sonne spielen dabei eine gewisse Rolle. Der Mensch wurde nicht geboren um von Früh bis zur dunklen Nacht zu malochen. Dies haben die Südländer beherzigt.

    In diesen Lebensrhythmus dringt Brüssel ein, und diktiert eine völlig andere Ausrichtung der Tagesabläufe aller Menschen im Süden. Die sehr verschiedenen Mentalitäten sollen durch den Entzug der vielfältigen Souveränitäten angeglichen werden. Dem Souverän wird in diktatorischer Weise ein System übergestülpt was nicht passen kann. Brüssel fordert im Klartext, dass sich alle Menschen charakterlich grundlegend ändern sollen. Die Individualität wird dabei zerstört. Es entstehen gleich getaktete Lebewesen.

    Je länger der Euro existiert, umso schlimmer wird die Wirtschaftslage in Europa. Der Euro hat keine Chance. Die Menschen wollen ihren nationalen Stolz nicht verbieten lassen. Sie wollen sich auch nicht verbiegen lassen. Wenn ein Land nach dem Anderen wirtschaftlich zerstört ist, was haben wir Menschen davon? Der Euro ist zum Kriegstreiber geworden. Deshalb muss der Euro abgeschafft werde

  • Miete ist Miete und Eigentum ist Eigentum.

    Was ist besser? Jemand, der sein Leben lang vom Sozialamt finanziert werden muss oder jemand, der in einem abbezahlten Haus/Finca wohnt und somit alle Folgekosten auch selbst irgendwie trägt.

    Ihr Argument ist verzerrt und stellt zwei Sachverhalte gleich, die deutlich auseinanderklaffen.
    Ausserdem ist es Geschmackssache, um in einer Sozialwohnung leben zu müssen.
    Ob Sie das noch immer so darstellen würden, wenn sie selbst dazu gezwungen wären in einem Wohnghetto zu leben?

  • "- Sehr guter Ansatz, weg mit dem korrupten, verfolzten Gesindel der Nomenklatura : CDU,SPD,FDP,GRÜNE,LINKE ! Alles verkommene Gauner !
    "
    Das könnte Ihnen jetzt so passen :)
    Das ist nicht meine Sprache, und in den bestehenden Parteien sind genug junge Leute die das auch machen könnten. Man muß sie nur auch lassen, mit dieser Nomenklatura können sie mir kommen.

  • Liebes HB, ich gratuliere. Auf den Trichter, dass Slowenien nach Ostern die nächste Rettungsnummer wird, sind Sie schneller gekommen als ich dachte.
    Oder liegt es an meinem dezenten Hinweis darauf von vorgestern, der Sie auf die Spur gebracht hat? ;-)))

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