Schuldenlage in Athen „Troika“-Bericht fällt positiv aus

Der seit langem erwartet Bericht der Troika zur Haushalts- und Schuldenlage in Griechenland liegt vor. Der Grundton: Es geht wieder was. Doch auf die Freigabe der nächsten Hilfstranche müssen die Griechen weiter warten.
Update: 12.11.2012 - 12:05 Uhr 46 Kommentare

Kommt Griechenland rechtzeitig zu frischem Geld?

Brüssel"Der Troika-Bericht ist im Grundton positiv, weil die Griechen ja wirklich geliefert haben", sagte Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker am Montag vor einem Treffen der Eurogruppe in Brüssel. Das Parlament habe am Mittwoch ein "sehr ambitiöses" Reformprogramm und am Sonntag dem Haushalt für das kommende Jahr zugestimmt. Das "begegnet unserer Wunschliste fast integral", sagte Juncker.

Es gebe aber noch offene Fragen bezüglich der Schuldentragfähigkeit und einer Verlängerung des Anpassungsprogramms für Griechenland, sagte Juncker. Es könne am Montag beim Treffen der Euro-Finanzminister noch nicht zu einer abschließenden Einigung kommen, da einige Länder wie Deutschland zuvor die nationalen Parlamente befassen müssten. Somit ist am Montag auch noch nicht mit der Freigabe der nächsten Hilfstranche in Höhe von rund 31,5 Milliarden Euro zu rechnen.

Die Euro-Finanzminister wollten am Montag in Brüssel darüber beraten, wie es mit Griechenland weitergehen soll. Das laufende Hilfsprogramm von 130 Milliarden Euro ist wegen der Rezession in Griechenland und der wachsenden Schuldenlast aus dem Ruder gelaufen und muss nachjustiert werden - das braucht mehr Zeit als zunächst erwartet.

Griechenland braucht jedoch dringend frisches Geld. Denn am 16. November muss Athen fällige Anleihen von etwa fünf Milliarden Euro bedienen. Also muss das Land zwischenfinanzieren. Athen zeigt sich jedoch zuversichtlich, die dafür wichtige Auktion von Geldmarktpapieren am Dienstag erfolgreich über die Bühne zu bringen. Das Land sei überzeugt, dass es keine Probleme bei der Ausgabe von Schuldverschreibungen geben werde, sagte ein Vertreter der griechischen Schuldenagentur am Montag. Die Papiere mit Laufzeiten von einem und drei Monaten dienen einer Refinanzierung im Volumen von fünf Milliarden Euro. Griechenland habe sich wegen der Auktion mit der Europäischen Zentralbank (EZB) kurzgeschlossen, sagte der Vertreter weiter.

Die Voraussetzung für die Freigabe der frischen Milliarden aus Brüssel schuf Athen gestern Nacht: Das Parlament billigte mit einer soliden Mehrheit in der Nacht zum Montag den Haushalt für 2013. Für den Entwurf votierten 167 der 300 Abgeordneten, 128 stimmten dagegen, vier enthielten sich und einer fehlte. „Mit großer Einigkeit wurde der zweite entscheidende Schritt getan“, sagte Ministerpräsident Antonis Samaras.

Das Parlament in Athen billigte mit einer soliden Mehrheit in der Nacht zum Montag den Haushalt für 2013. Für den Entwurf votierten 167 der 300 Abgeordneten, 128 stimmten dagegen, vier enthielten sich und einer fehlte. „Mit großer Einigkeit wurde der zweite entscheidende Schritt getan“, sagte Ministerpräsident Antonis Samaras.

 
  • dpa
  • rtr
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46 Kommentare zu "Schuldenlage in Athen: Die „Troika“ ist durchaus angetan"

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  • Europaeer: ich würde Ihnen raten den Psychiater zu wechseln. Die Tabletten bekommen Ihnen nicht. Sie halluzinieren.

  • Würde der Staat, das Volk, wie es ihm eigentlich zustände, sein Geld selber aus der Luft schöpfen, und dieses ungerechtfertigte Monopol nicht den Privatbanken überlassen, hätte der Staat keine Schulden.

    Unser Geldsystem ist darauf ausgerichtet, die Menschen zugunsten der Eliten zu versklaven. Mit dem ESM wurde dieses Versklavungssystem von der BRD auf EU Ebene gehoben.

    Der Euro ist das Instrument dazu. Europa wird gerade in eine Bankendiktatur transferiert.

    Die Politiker fürchten den Zusammenbruch des jetzigen Geldsystems wie der Teufel das Weihwasser. Aus gutem Grund. Ist nämlich erst mal das Geldschöpfungsmonopol von den Privatbanken zum Staat gewandert, bräuchten wir alle keine Steuern mehr zu bezahlen.

    Diese Umstellung auf ein anderes Geldsystem wäre für die Menschheit so enorm wichtig, bedeutet es doch eine Abkehr von Willkürherrschaft, Machtmissbrauch und sinnloser Kriege.
    Wir könnten dann nämlich mit unserem Geld eine wirklich lebenswerte Welt erschaffen.

  • Ausser dem Faktum, Griechenland den EURO noch einige Zeit zu gönnen, wurden weder die Ziele des Schulden- und Defizitabbaus, der Schuldentragfähigkeit noch irgendwelcher, entscheidenden Strukturreformen in fast 3 Jahren erreicht.
    Ein positiver Troika Bericht über die Situation in Griechenland stellt die Troika als Kontrollgremium per se in Frage und sieht sie nur als nützliche Idioten und Erfüllungsgehilfen der Politiker. Damit ist die Konditionalität der "Rettungen" faktisch aufgehoben. Man sollte die Öffentlichkeit nicht noch länger für daumm verkaufen.

  • "Enden wird die Eurozone wie Jugoslawien mit seiner Einheitswährung."

    Ach, hören Sie doch auf. Damit können Sie höchstens ein paar leichtgläubige Angsthasen unter den Tisch scheuchen.

    Die Karvane zieht weiter und die nächste Kuh wird durchs Dorf getrieben. Apropos Kuh; was ist eigentlich aus dem Weltuntergang durch mad-cow-disease geworden? Das war doch auch so ein Rohrkrepierer einiger Crash-Fantasten; genauso wie die Euro-Krise.

  • Und schon ist an anderer Stelle zu lesen:

    "Neue Vereinbarung schlägt zwei Jahre mehr Zeit für Griechenland vor"

    Ich bekomme Plaque ...

  • Tauschwirtschaft auf diesem Planeten
    täte allen gut, denn es würde ein echter Warenwert gegen einen anderen echten und tatsächlichen Warenwert gehandelt und getauscht, nicht luftige Versprechen gegen hartes Geld; Geld, das dieser Regierung nicht gehört, die es ihren Bürgern für fremde Interessen widerrechtlich weg nimmt und dann veruntreut!

  • Liebes HB:
    Gr hat z.Z. noch 780.000 Beamte. In den letzten 2 Jahren wurden +70.000 davon neu eingestellt. Vorher hat Gr angekündigt, 150.000 abzubauen.
    Wieso kann irgendjemand dann "angetan" sein. Die Volksverdummung und Propaganda der Eurokraten läuft ja wie geschmiert.

  • @Europäer
    Was sagen denn Sie, werter Europäer, zu den Propheten und Euro-Ideologen, die predigen: Scheitert der Euro, scheitert Europa. Diese Euro-Ideologen bauen eine Bedrohungskulisse auf, die Glauben machen soll, dass es ohne Euro keinen Frieden und Wohlstand gibt. Aber: Europa gab es schon vor dem Euro, und wird es auch noch nach dem Euro geben.
    Diese Euro-Ideologen haben alle, die euroskeptisch waren als rückständige Nationalisten beschimpft. Die Verursacher der Krise (vor der sie gewarnt wurden) versuchen jetzt die Krise mit noch mehr Schulden zu lösen.
    Enden wird die Eurozone wie Jugoslawien mit seiner Einheitswährung.

  • Juncker ist knallharter Lobbyist: Ihn interessieren vor allem die Interessen des eigenen Finanzplatzes Luxembourg.
    Die luxemburgischen Banken haben eine Bilanzsumme in Höhe des 18-fachen des Luxemburger BIP's. D hat nur das Zweieinhalbfache. Der Vertreter eines solchen Landes kann nicht für Europa sprechen ....
    In Lux ist auch die Finanzholding des griech. Reeders S. Latsis (Barroso macht auf dessen Yacht Ferien, kurz danch fließen EU-Millionen an Latsis), die mit 60Mrd Forderungen gegen friech. Schuldner von CH nach Lux zog.
    Juncker gibt zu, ein Lügner zu sein. Da sagt er mal die Wahrheit, dieser Handlanger des Großkapitals.
    Oder war Ihr Beitrag ironisch?

  • Entscheidender Schritt?
    Griechenland hat wieder neue Märchen aufgetischt. Zum x-ten mal. Was "soll" noch alles umgesetzt werden. Und wenn das Geld da ist sind die Zusagen wieder vergessen. Wie lange sollen wir uns noch verar.... lassen?

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