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Premium Schuldenschnitte Das Ende der Solidarität

Staatsbankrotte sind in der Geschichte eher die Regel als die Ausnahme. Häufig nahmen die Gläubiger bei Pleiten Rücksicht auf die Schuldner. Doch das ändert sich gerade.
10.07.2015 - 10:52 Uhr
Delegationsleiter Hermann Josef Abs (vorn, 2. v. r.) hat das Maximum für Deutschland herausgeholt. Quelle: dpa
Unterzeichnung des Londoner Schuldenabkommens am 27. Februar 1953

Delegationsleiter Hermann Josef Abs (vorn, 2. v. r.) hat das Maximum für Deutschland herausgeholt.

(Foto: dpa)

Als der Bundesfinanzminister Fritz Schäffer den Bankier Hermann Josef Abs im Juli 1951 zur Schuldenkonferenz nach London schickte, gab er ihm einen wenig ermutigenden Hinweis mit auf den Weg: „Wenn Sie Erfolg haben, werden Sie an einem Birnbaum aufgehängt, wenn Sie Misserfolg haben, an einem Apfelbaum.“

Abs ließ sich von dieser „mission impossible“ nicht schrecken. Als er 19 Monate später, im Februar 1953, im prunkvollen Londonderry House das Londoner Schuldenabkommen unterzeichnete, hatte er durch geschicktes Verhandeln die Auslandsschulden der Bundesrepublik mehr als halbiert: Die Gläubiger, an vorderster Stelle die USA, begnügten sich mit 14,5 Milliarden D-Mark. Eigentlich hätten ihnen 29,3 Milliarden D-Mark zugestanden. Dieser Verhandlungserfolg – Deutschland zahlte seinen Gläubigern dank des Aufschwungs das Geld in den nächsten Jahren problemlos zurück – begründete Abs’ Nimbus als graue Eminenz der deutschen Wirtschaft. Keine Rede also von Apfel- und Birnbäumen.

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