Schuldenverhandlungen Athen meutert gegen Spardiktat

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Ackermann warnt vor Spaltung der Eurozone

Ackermann warnte am Samstag auf der Münchner Sicherheitskonferenz vor einer Insolvenz Griechenlands und einem Auseinanderbrechen der Eurozone. In einem solchen Fall würde es zu kaum vorstellbaren Kollateralschäden kommen. Eine besondere Gefahr sei die der Ansteckung anderer Krisenländer. „Es geht nicht nur um Griechenland, sondern um Europa.“ Der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, mahnte in der Zeitschrift „Superillu“: „Ein Zusammenbruch Griechenlands würde das Bankensystem in Europa in seinen Grundfesten erschüttern.“

Der Chef der Eurogruppe, Luxemburgs Premierminister Jean-Claude Juncker, forderte weitere Anstrengungen von Griechenland und schloss und im Gegenzug auch eine Insolvenz nicht aus. Allein die Möglichkeit, dass so etwas passieren könnte, sollte den Griechen „dort Muskeln verleihen, wo sie im Augenblick noch ein paar Lähmungserscheinungen haben“, sagte Juncker dem „Spiegel“.

Athen benötigt eine Art Gesamtlösung mit Troika-Hilfen, Banken-Schuldenschnitt und innenpolitischem Konsens. Selbst eine Einigung mit dem IIF über einen Schuldenschnitt hätte aber zunächst nur begrenzte Aussagekraft, da abgewartet werden müsste, wie viele private Investoren dann auch tatsächlich mitziehen. Parallel war in den vergangenen Tagen eine Debatte über eine mögliche Beteiligung der EZB entfacht, die Schätzungen zufolge der größte Gläubiger Athens ist.

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) sieht eine Beteiligung von EZB und anderen „öffentlichen“ Investoren an dem Schuldenschnitt jedoch skeptisch. „Die staatlichen Gläubiger leisten bereits enorme Beiträge, um die Krise zu lösen“, sagte der FDP-Vorsitzende dem „Tagesspiegel“. Es sei dagegen „ein dringend notwendiger Akt der Fairness“, jetzt die privaten Gläubiger für die Unterstützung Griechenlands heranzuziehen. Der Obmann der CDU/CSU-Fraktion im Bundestagsfinanzausschuss, Hans Michelbach (CSU), schloss sich dem an: „Dass ist der untaugliche Versuch der Errichtung einer Schulden- und Transferunion durch die Hintertür.“ Die ohnehin schon nicht überschäumende Akzeptanz der Griechenland-Hilfen würde dadurch „unter den Gefrierpunkt sinken“.

  • dpa
  • rtr
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58 Kommentare zu "Schuldenverhandlungen: Kreditgeber stellen Athen Ultimatum zu Sparauflagen"

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  • Regierungsvorlage zur Solarindustrie, Berlin- Brüssel

    Das Handelsblatt benötigt einen Stellenaufbau in Brüssel. Andere Länder können dort mittlerweile gut positioniert machen das sie wollen. Siehe auch Generaldirektionen der Europäischen Kommission, Herkunftsland und Aufgabengebiet

  • Ja, genau! Und auch die Amerika sollen die Idianer endlich vollständig entschädigen und ihnen ihr Land zurückgeben. Das gleiche gilt für die südamerikanischen Ureinwohner, die endlich von Spanien und Portugal vollständig entschädigt werden müssen. Und England..befreit endlich das Commonwealth !!

  • Schmeißt die Griechen raus - was immer es kostet, es wird bezahlbarer sein als dieses Fass ohne Boden.

  • Nicht der Normalogrieche pokert, sondern eine etablierte orthodoxe Balkanmafia mit demokratischen EU Huetchen. Denen gelingt der groesste Coup aller Zeiten

  • http://www.metallwoche.de/jim-sinclair-die-drohende-nicht-erklarte-insolvenz-von-funf-systemrelevanten-us-banken/

  • Raus mit den Griechen. Null Innovation, und keine Bereitschaft etwas in dem bequemen Leben in einem aufgeblähten, ineffizienten, Staatsapparat zu verändern. Nicht einmal das Olivenöl können sie selbst vermarken, weil keine Flaschen in GR produziert werden, das macht Italien ... . Wir haben Hartz IV - das tut sehr sehr weh -wenn man behindert oder älter ist, und zudem lange gearbeitet hat. Kein Lokführer verdient hier € 4.000,00 im Schlaf. Sind wir wirklich bereit, ein solch desastöses Land mit unseren Steuern zu alimentieren ???

  • Griechenland pokert und das nun schon seit Jahren. Diesem üblen Spiel muss ein Ende bereitet werden, denn die Einsätze für den Euro-Raum sind entschieden zu hoch geworden.

  • @Anschy

    "Kollege bei Goldman"

    Die Sache ist wahrscheinlich noch schlimmer: Der hat wahrscheinlich sogar Abitur ... und ist Grieche ... und ein Mann ... und überhaupt und so

  • @weltenundso

    "Der Untergang" ...

    So wie Sie hier immer posten, ist das sicher Ihr Lieblingsfilm, schon 20 mal geguckt und daraufgehofft, daß es ein "Happy End" gibt ...

  • In dieser Regierungsclique, die seit Jahrzehnten an der Macht ist, ist doch inzwischen jeder mit jedem irgendwie versippt oder war wenigstens kommilitone an der gleichen Uni oder Kollege bei Goldman! Spielt es da wirklich noch eine Rolle, wer gewählt wird?
    Das Regierungsprogramm bestimmen ohnehin andere

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