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Schutzzonen in Syrien Russland schließt Luftraum für US-Kampfjets

Flugverbotszonen als Zuflucht der Bevölkerung in Syrien sind eine alte Forderung der USA. Jetzt sollen solche Schutzzonen kommen - ein Anlass für vorsichtigen Optimismus. Moskau macht daraus eine No-Fly-Zone für die USA.
Update: 05.05.2017 - 16:50 Uhr 14 Kommentare
Russland will die US-Luftwaffe aus Teilen des syrischen Luftraums fernhalten. Quelle: Reuters
F-16-Jet der US-Airforce

Russland will die US-Luftwaffe aus Teilen des syrischen Luftraums fernhalten.

(Foto: Reuters)

MoskauRussland will über den neuen Schutzzonen in Syrien keine Kampfjets der USA und ihrer Verbündeten akzeptieren. „Der Einsatz der Luftwaffe, vor allem von Kräften der internationalen Koalition, ist absolut nicht vorgesehen“, sagte der Leiter der russischen Delegation bei den Syriengesprächen in Astana, Alexander Lawrentjew, am Freitag der Agentur Interfax zufolge. Das russische Verteidigungsministerium und der Generalstab in Moskau bekräftigten am Freitag, dass die in Astana unterzeichnete Vereinbarung um Mitternacht in Kraft trete. Die Vereinbarung könnte später noch auf andere Gebiete ausgeweitet werden, hieß es.

Weil die Zonen vorsichtige Hoffnung auf Verbesserung der katastrophalen humanitären Lage in Syrien nähren, begrüßten die Vereinten Nationen wie die Bundesregierung das Vorhaben. Russland, die Türkei und der Iran hatten am Donnerstag beschlossen, in syrischen Rebellengebieten vier Zufluchtsorte für die kriegsgeplagte Bevölkerung zu schaffen. Die Kämpfe dort sollen ab Samstag ruhen.

Die USA und ihre Verbündeten sollten ihre Angriffe auf den Islamischen Staat (IS) in Al-Rakka, Dair as-Saur und im Euphrat-Gebiet beschränken, forderte der Diplomat Lawrentjew. Weniger eindeutig äußerte sich in Moskau Vizeaußenminister Michail Bogdanow. Über Flüge der USA in den Schutzzonen müssten die Militärs sprechen, ebenso über mögliche US-Beobachter zur Überwachung der Waffenruhe in den Flüchtlingsgebieten. Der Iran hege aber Bedenken gegen US-Beobachter, sagte Bogdanow.

Dem Memorandum zufolge sollen die Schutzzonen in der Provinz Idlib, nördlich der Stadt Homs, östlich von Damaskus und im Süden Syriens entstehen. Dort müssten die syrische Regierung und ihre Gegner „den Gebrauch jeder Art von Waffen, auch aus der Luft, einstellen“.

Allerdings sollen der IS und andere Terrorgruppen weiter bekämpft werden. In den Gebieten ist die Al-Kaida-nahe Extremistengruppe Tahrir al-Scham stark. Deshalb hat Moskau keinen völligen Verzicht auf Luftangriffe in den Schutzzonen verkündet. Auch für die syrische Luftwaffe gab Lawrentjew keine vollständige Garantie ab. Die genauen Grenzen der Gebiete sollen bis 4. Juni festgelegt werden.

Trotzdem bezeichneten die Vereinten Nationen die Schutzzonen als „ermutigenden“ Schritt. Wichtig sei nun, dass der Vorstoß tatsächlich das Leben der Menschen in dem Bürgerkriegsland verbessere, sagte ein Sprecher des UN-Generalsekretärs Antonio Guterres in New York.

„Die Einrichtung solcher Deeskalationszonen kann ein Schritt in die richtige Richtung sein“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. „Es wird darauf ankommen, ob diese Einigung auch wirklich umgesetzt wird.“ Russland müsse sicherstellen, dass die syrische Regierung die Vereinbarung einhalte.

Hilfsorganisationen zeigten sich skeptisch. „Es ist nicht das erste Abkommen über eine Deeskalation oder ein Ende der Feindseligkeiten“, sagte Mohammed Katub von der Syrian American Medical Society (SAMS), die in Rebellengebieten aktiv ist. Nur eines habe länger als eine Woche gehalten. Die Hilfsorganisation World Vision erklärte, bei den geplanten Schutzzonen handele es sich „eher um eine Illusion“. Es gebe mehrere offene Fragen, etwa wie Zivilisten sicher in die Zonen fliehen könnten, ohne ins Kreuzfeuer zu geraten.

Die USA haben unterdessen beantragt, dass die Nato offiziell Mitglied der Anti-IS-Koalition wird. Das berichtet das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Damit bahnt sich neuer Streit mit Berlin an, weil die Bundesregierung dies bislang strikt ablehnt. An der in Syrien und im Irak aktiven Koalition sind derzeit nur einzelne Nato-Mitglieder beteiligt, nicht aber das Bündnis an sich.

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14 Kommentare zu "Schutzzonen in Syrien: Russland schließt Luftraum für US-Kampfjets"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Herr Insam

    Vielen Dank für Ihre bemerkenswert ideologische, leider aber nicht von Verstand geprägte Meinung. Ebenfalls bemerkenswert: Keine Fragen sachlich beantworten – aber dafür Parolen absondern, die nur Fragen aufwerfen!

    Wer lässt noch mal den Aufbau einer Diktatur in der Türkei zu? Zuvorderst doch wohl die Türken, inkl. der getürkten Deutschen.

    Zum ersten: Wer soll wir sein? Etwa wir Deutschen?

    Zum zweiten: „Wir lassen zu, dass sich Regime, die sich direkt oder indirekt an die Macht putschen, über das Volk bestimmen, es terrorisieren, morden, foltern.“

    Wir, die Deutschen (oder wer?) sind schuld daran, dass sich z. B. Assad sen. an die Macht geputscht hat? Oder dafür, dass Saddam Hussein oder Gaddafi die Macht an sich gerissen haben? Geht’s noch?

    Als geistig krank bezeichne ich hier ausdrücklich Ihre ausschließliche Reflexion auf die - in der Tat genauso zu bedauernden Opfer – unter den genannten Diktaturen. Das aber die Opfer der vom Westen einem ganz anderen Kulturkreis aufgezwungenen „Demokratie“ beträchtlich höher sind, und Folterungen durch die westlichen „Friedensstreitkräfte“ (nicht nur Guantanamo, sondern Geheimgefängnisse wie in Polen) zumindest gängige Praxis waren, schert Sie offensichtlich einen Dreck und zeigt, was für ein menschenverachtendes Subjekt Sie sind – einfach nur erbärmlich.

    Klar – diese Toten sind Kollateral-Schäden und sind halt nur der Preis für „Demokratie“.

    Bevor ich mich wegen so etwas wie Ihnen in Rage schreibe, schließe ich mit – Sie widern mich an.

  • @ Herr Old Harold

    >> Assad sen. hatte sich dereinst an die Macht geputscht. >>

    In Syrien regiert seit geraumer Zeit ASSAD Junior, DER AUCH bereits DURCH WAHLEN IN SEINEM AMT BESTÄTIGT WORDEN IST.

    Und Putschen wollten diesen Assad Junior die Aufständischen Terroristen, die keine WAHL wollten.

    Es war und ist das RECHT Assads, seine Regierung vor Putsches zu schützen.

    Das für Sie als Nachhilfe zu Syrien.

  • Interessante antworten auf dem von mir gegebenen Kommentar. Hierzu nur soviel: Wer genau liest, versteht mehr. Wir lassen den Aufbau einer Diktatur in der Türkei zu.
    Wir lassen zu, dass sich Regime, die sich direkt oder indirekt an die Macht putschen, über das Volk bestimmen, es terrorisieren, morden, foltern... Legitim ist da weder das Regime, noch deren Vorgehensweise. Ihr Kommentar, lieber Herr Kubus, ist lächerlich. Zu behaupten, dass man die Zustände in Lybien nicht kennt, ist einfach. Fragen wäre noch einfacher. Im Übrigen sind bestimmte Zusammenhänge absolut erkennbar, aber vielen Dank für den intelligenten Tipp. Quizfrage an Sie (offenbar verfügen Sie über den für die Antwort erforderlichen Grad der Intelligenz): Warum sind so viele Menschen auf der Flucht? Woher kommen diese Menschen? Welche Situation herrscht im Herkunftsland vor? Ihre Behauptung, viele Menschen wären mit einer Rückkehr Gaddhafis absolut überglücklich mag ja sein. Zum Zeitpunkt der Fluch war das aber anders. Wir müssen übrigens nicht weit über die Grenzen hinausgehen, um diesen Sinneswandel zu sehen: Wie viele Bürger der ehemaligen DDR haben den Wegfall der Mauer herbeigesehnt. Wie viele Bürger haben sich nicht zu lang nach dem Mauerfall diese wieder zurückgewünscht? Lassen Sie sich mal ruhig von den Medien weiter verdummdeubeln.

  • Bin mir nicht sicher, ob es den Herren Putin und Erdogan wirklich um das Beenden des Blutvergießens geht. Vermutlich nur ein Machtpoker und der Herr Putin lacht in seinem Kämmerchen, weil er einen US Nato-Verbündeten als Marionette mißbrauchen konnte, um den Amis eins auszuwischen.
    Klar, ich bombe Aleppo kaputt, nehme es blutig auch unter dem Einsatz moralisch verwerflicher Waffen ein und erkläre nun großzügig eine Schutzzone.
    Dann kanns auch ja keiner zurückerobern. Und mal ehrlich. Ich wette, Rußland kontrolliert selbst, ob die Schutzzone eingehalten wird. Da übersieht man mal schnell einen eigenen Jet, der rein zufällig ein paar Kilometer falsch fliegt.
    Das alles hilft den Menschen dort vermutlich wenig - Leider!

  • @Herr Peter Insam

    Sie wollen offensichtlich in Syrien die gleichen Zustände wie in Libyen. In Lybien ist es dem "Demokratie bringenden Westen" sehr erfolgreich gelungen, den "allseits unglaublich verhaßten" Diktator moralisch und humaistisch wertvoll schnellstens zu liquidieren.

    Meiner Meinung nach würden die meisten Libyer Freudentränen weinen, könnten sie die Zeit unter Ghaddafi wiederbekommen.

    Ach - Sie wissen nichts über die Zustände in Libyen?

    Wird wohl daran liegen, dass den Massenmedien das Schicksal der dort leben müssenden Bevölkerung am A.... vorbeigeht - und Ihnen damit auch.

    Da geben doch für die Massenmedien die ertrinkenden Flüchtlinge im Mittelmeer viel mehr her.

    Von wo aus starten diese "Flüchtlinge" noch mal? Wie ich weiß, von Libyen aus, was denen unter Ghaddafi nicht möglich war.

    Warum nicht? Weil es ein Abkommen zwischen der EU und Ghaddafi gab.

    Preisfrage: Weshalb war die Beseitigung Ghaddafis plötzlich viel wichtiger, als das Abkommen mit Ghaddafi, keine "Flüchtlinge" nach Europa "flüchten" zu lassen?

    Jetzt aber bitte nicht bösartig behaupten, die EU wollte massenhaft "Fachkräfte".

    Der Irak ist nebenbei bemerkt auch ein super Beispiel dafür, wie "herrlich" es doch für die Bevölkerung ist, die Vorzüge der vom Westen eingeführten "Demokratie" genießen zu dürfen.

    Noch ne Preisfrage: Wer hat im Irak mehr Menschen auf dem Gewissen - Hussein oder die mit Militärgewalt eingeführte "Demokratie"?

  • @ Herr Vinci Queri

    Gerne gebe ich Ihnen ein wenig Nachhilfe in Geschichte:

    Assad sen. hatte sich dereinst an die Macht geputscht. Seither hält die Familie Assad Syrien mit Folter und Terror fest im Griff. Eine demokratische Abwahl ist daher weder in Nordkorea, noch in Syrien möglich.

  • @ Herr Old Harold

    >> Sind Sie tatsächlich der Meinung, dass ein Regime, welches sich an die Macht geputscht hat, legitim ist ? >>

    Sie verbreiten Unsinn.

    Wann hat sich Assad an die Macht geputscht ?

    Und ein Regime ist so lange legitim, bis es durch ein anderes ABGEWÄHLT worden ist.

    Wan und von wem ist Assad abgewählt worden ?

  • @ Herr Vinci Queri

    Sind Sie tatsächlich der Meinung, dass ein Regime, welches sich an die Macht geputscht hat, legitim ist ?

  • @ Herr Peter Insam

    >> Der Russe hingegen schon? Als Unterstützer des dortigen Regimes? >>

    Das DORTIGE REGIME ist die EINZIGE legitime Regierung Syriens ! Ob dies wem passt oder nicht.

    Nach den internationalen Regelungen kann ein fremdes Land einem anderen Land militärisch NUR in zwei Fällen beistehen :

    - durch Beschluß der UNO mit Erteilung eines Mandats

    - durch offizielle Bitte des Landes, das einlädt

    Russland ist auf Bitte der Offiziellen syrischen Regierung EINGELADEN worden !

    Alle andere verhalten sich dort als AKKUPANTEN !

    Dies gilt sowohl für die USA, wie auch für die Türken, Perser, Saudis, etc.

  • Interessanter Kommentar: Der Ami hat in Syrien nichts verloren. Soso. Der Russe hingegen schon? Als Unterstützer des dortigen Regimes? Ich frage mich warum jeder Weltpolitik spielt, wenn er genügend Probleme im eigenen Land hat. Aber unsere Politik ist ja auch nicht besser: Finanzielle Unterstützung verschiedener Länder. Da gehen die Steuergelder hin...und die Schulgebäude schreien nach Sanierung. Leben wir eigentlich tatsächlich in einer Zeit voller machtgeiler Querulanten, die mit sprichwörtlicher Gewalt ihre Ziele verfolgen und dabei ihr eigenes Volk opfern? Egal, ob dies mit Waffen geschieht, oder mit Steuerpolitik (wie hierzulande). Wir lassen zu viel zu (siehe Türkei) und dulden den Aufbau von Diktaturen, obwohl wir die Konsequenzen hieraus nur zur Genüge kennen. Und warum? Weil wir dumm gehalten werden (siehe TV-Programm/Medien). Oder glaubt hier wirklich noch jemand an den aktuellen politischen Umfrageergebnissen?

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