Schweiz als Vorbild EU-Kommissar Barnier will Managergehälter deckeln

EU-Wettbewerbskommissar Michel Barnier will Managergehälter nach Schweizer Vorbild deckeln. In Zukunft sollen Aktionäre mehr Mitspracherecht bei der Festsetzung der Höhe der Vergütungen bekommen.
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EU-Wettbewerbskommissar Michel Barnier will Managergehälter deckeln. Quelle: Reuters

EU-Wettbewerbskommissar Michel Barnier will Managergehälter deckeln.

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BrüsselDie EU-Kommission will noch in diesem Jahr eine Gesetzesinitiative nach Schweizer Vorbild auf den Weg bringen, um Aktionären eine stärkere Mitsprache über die Höhe der Vorstandsbezüge einzuräumen. Das Votum der Anteilseigner solle bei Firmen in der EU künftig verbindlich sein, teilte der für Finanzregulierung zuständige Kommissar, Michel Barnier, am Mittwoch mit. „Ich befürworte, dass Aktionäre mehr Verantwortung bei Gehaltsfragen bekommen", sagte er der Nachrichtenagentur Reuters.

Die irische EU-Ratspräsidentschaft und das Europäische Parlament hatten sich gerade erst auf Regeln verständigt, Bonus-Zahlungen an Top-Banker zu begrenzen. Lediglich Großbritannien verweigerte zuletzt noch die Zustimmung.

Die Schweizer hatten am Wochenende für eine „Volksinitiative gegen die Abzockerei" gestimmt. Diese zielt darauf ab, die Aktionäre in der Hauptversammlung jedes Jahr neu über die Höhe der Managervergütungen von börsennotierten Firmen entscheiden zu lassen. Bisher ist das Sache der Verwaltungsräte. Antritts- und Abgangszahlungen soll es nicht mehr geben.

Die Debatte über Multi-Millionen-Vergütungen von Managern hatte auch in Deutschland wegen eklatanter Einzelfälle Fahrt aufgenommen. So wurde bekannt, dass Volkswagen-Chef Martin Winterkorn für das abgelaufene Jahr 14,5 Millionen Euro erhalten soll. Bundeskanzlerin Angela Merkel setzt bei dem Thema auf eine europäische Lösung. „In einer international vernetzten Wirtschaft ist es richtig, so etwas nicht national alleine zu betreiben, sondern in den größeren europäischen Zusammenhängen", sagte ihr Sprecher Steffen Seibert am Montag.

  • rtr
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6 Kommentare zu "Schweiz als Vorbild: EU-Kommissar Barnier will Managergehälter deckeln"

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  • So wie die Aktionäre über die Gehälter der Manager entscheiden sollen, so sollten in erster Linie (weil es uns alle betrifft) die Gehälter der EU-Komissare und ihrer Helfershelfer von den Bürgern der EU genehmigt werden. Und so lange das nicht geschieht, klingt die Empfehlung von Genossen Michel Barnier wie ein blanker Hohn.

  • Natürlich, was sonst. M. Barnier wäre der erste Franzose, der eine so lebenswichtige Frage nicht sofort durch ein Gesetz regeln möchte. Vertragsfreiheit ist in Frankreich sowieso schon längst ein Fremdwort. Wohl bekomm's.

  • Dennoch ist erstaunlich, dass gefordert wird, dass die Eigentümer eines Unternehmens mehr Mitspracherecht erhalten sollen und nicht irgendwelche Behörden. Das ist doch eigentlich nicht im Sinne der EUdSSR, die ein paternalistisches System anstrebt.

  • Jetzt stürzen sich die Brüsseler Kommunisten auf die Manager, weil die Schweizer es vormachen. Der Unterschied ist nur, dass dort das Volk entschieden hat und nicht irgendwelche eingesetzten Kommissare. Denen muss man mit der Wahlalternative das Handwerk legen, bevor wir endgültig Zustände wie in der alten Sowietunion haben.

  • Es ist schon etwas am Thema, aber es sollte nicht so denen betrieben werden, deren eigene Diäten und Pensionen in großem Missverhältnis zur erbrachten eigenen Arbeitsleistung stehen.

    Das ganze System fehlt kräftig durchgerüttelt, aber kräftigst!

  • Und was bringt das? Dann wird den Aktionären in Zukunft gesagt, dass ohne den und den Lohn wir den Vorstand verlieren und die Löhne fließen wie vorher.

    Lasst es den Markt regulieren. Allein durch die Regulierungswut bei Banken werden Banken in Zukunft deutlich weniger verdienen als 2007/2008 und damit sinken die Vorstandsgehälter automatisch.

    Dazu kommt, dass die Länder, die die mit Abstand höchsten Gehälter zahlen (USA/Hong Kong usw.) sich die Hände reiben und die guten Manager abbekommen.

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