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Schweizer entscheiden über Ecopop Ist die Alpenrepublik überbevölkert?

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„Der Bauboom frisst jede Sekunde einen Quadratmeter“

Trotzdem wollen laut Umfragen 39 Prozent der Eidgenossen zustimmen, bei steigender Tendenz. Zwar gaben zuletzt 56 Prozent an, Ecopop ablehnen zu wollen. Doch eine komfortable Umfragemehrheit von Gegnern einer Initiative kann an der Urne zusammenschmelzen, wie die Vergangenheit gezeigt hat.

In der Schweiz hat das Thema eine ausgeprägt emotionale Seite. Dort ist der Ausländeranteil höher als in den meisten westlichen Ländern und zugleich die Naturverbundenheit besonders stark ausgeprägt. „Um was es geht, spüren die Menschen im Alltag“, sagt Ruedi Aeschenbacher, Präsident der Evangelischen Volkspartei (EVP) und Mitglied des Ecopop-Komitees. „Dichtestress in Bus, Tram, überfüllten Zügen. Stau auf Straßen, Gedränge auf Sportanlagen und in Naherholungsgebieten; Gleiches in Schulen und Krippen...“, zählt er in der „NZZ“ auf.

Um alle Neubürger mit Wohnraum, Schulplätzen, Krankenhausbetten aber auch Kläranlagen-Kapazitäten versorgen zu können, werde das Land zubetoniert. „Der Bauboom frisst jede Sekunde einen Quadratmeter.“ Das müsse aufhören, denn: „Unsere Bevölkerung ist zu wesentlichen Einschränkungen ihrer Lebensqualität und Bequemlichkeit nicht bereit.“

Dass ihre Forderungen irgendetwas mit Fremdenfeindlichkeit zu tun haben könnten, weisen die Ecopop-Anhänger zurück: Denn woher die Menschen kommen, die im Rahmen des 0,2-Prozent-Zuwachses künftig in der Eidgenossenschaft Aufnahme fänden, würde ja keine Rolle spielen.

Jedoch erinnern manche Argumente der Ecopop-Vereinigung, die 1970 auch als Ergebnis der 68er-Kritik am kapitalistischen „Wachstumswahn“ entstand, an Ideen von vorgestern. So verlangt die Initiative auch, zehn Prozent der Schweizer Entwicklungshilfe „in die Förderung der freiwilligen Familienplanung“ in armen Ländern zu investieren.

Die Eidgenossenschaft solle also Millionen „in Aufklärungskurse und Verhütungsmittel“ in Afrika investieren, meint Karrer. „Das ist nicht nur ineffizient, sondern auch anmaßend gegenüber anderen Kulturen.“

Der Handelsblatt Expertencall
  • dpa
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