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Seenotrettung Uno-Menschenrechtsbüro kritisiert Anklage von Migranten auf Malta

Drei Migranten sollen vor Malta ein Schiff entführt haben. Ihnen droht lange Haft – das UN-Menschenrechtsbüro hält die Vorwürfe aber für übertrieben..
07.05.2019 - 14:32 Uhr Kommentieren
Drei junge Migranten sollen den Kapitän eines Rettungsschiffs im März gezwungen haben, Kurs auf das EU-Land Malta zu nehmen. Quelle: dpa
Seenotrettung

Drei junge Migranten sollen den Kapitän eines Rettungsschiffs im März gezwungen haben, Kurs auf das EU-Land Malta zu nehmen.

(Foto: dpa)

Genf Auf der Mittelmeerinsel Malta stehen nach Angaben des Uno-Menschenrechtsbüros zwei minderjährige Migranten und ein 19-Jähriger ab 20. Mai wegen Schiffsentführung vor Gericht. Das Büro der UN-Hochkommissarin für Menschenrechte kritisierte die Anklagen.

„Wir halten die Vorwürfe für übertrieben,“ sagte Sprecherin Ravina Shamdasani am Dienstag in Genf. Das UN-Menschenrechtsbüro wusste nicht, aus welchen Ländern die jungen Männer stammen. Die Minderjährigen seien 15 und 16 Jahre alt.

Die Jungen sollen den Kapitän eines Rettungsschiffs im März gezwungen haben, Kurs auf das EU-Land Malta zu nehmen. Das Schiff „El Hiblu 1“ hatte sie zusammen mit 105 anderen Migranten, die von Libyen aus versuchten, Europa zu erreichen, aus Seenot gerettet.

Sie hätten den Kapitän zur Kursänderung gezwungen, als sie hörten, dass sie nach Libyen zurückgebracht werden sollten, so die Anklage. Ihnen droht nach Angaben des UN-Menschenrechtsbüros lebenslange Haftstrafe.

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    Die Jungen würden in einem Hochsicherheitsgefängnis für Erwachsene festgehalten und hätten bei Verhören keine Rechtsvertreter oder Kinderschutzbeauftragten zur Seite gehabt, kritisierte das Büro. Die Sprecherin rief die EU auf, Migranten im Mittelmeer aus Seenot zu retten und in sicheren Häfen an Land zu bringen.

    „Libyen ist eindeutig kein sicherer Hafen“, sagte Shamdasani. Es verstoße gegen Menschenrechtsstandards, Leute in ein Land zurückzubringen, in denen ihnen Gewalt drohe. Das Büro habe dokumentiert, dass Migranten in Libyen Gefahr liefen, gefoltert, ausgehungert, erpresst oder in Sklaverei gezwungen zu werden. Viele würden getötet.

    • dpa
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