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Seltene Erden EU stützt USA im Rohstoff-Streit mit China

Der Rohstoffstreit mit China spitzt sich zu: Die EU hat zusammen mit den USA und Japan Beschwerde bei der Welthandelsorganisation eingereicht. Chinas Exportpolitik bei den seltenen Erden verstoße gegen die Handelsregeln.
Update: 13.03.2012 - 13:48 Uhr 7 Kommentare
Ein Arbeiter in einer chinesischen Mine für seltene Erden. Quelle: Reuters

Ein Arbeiter in einer chinesischen Mine für seltene Erden.

(Foto: Reuters)

Brüssel/Peking Im Streit um die restriktive Ausfuhrpolitik Chinas bei Seltenen Erden sucht die EU nun die Konfrontation. Zusammen mit den USA und Japan beschwert sich Brüssel über Peking vor der Welthandelsorganisation. Die WTO soll den Konflikt nun entschärfen. „Chinas Verhalten schadet den europäischen Unternehmen und den Verbrauchern“, sagte EU-Handelskommissar Karel De Gucht. Peking mache keinerlei Anstalten, seine schon einmal von der Welthandelsorganisation kritisierte Politik zu überdenken. „Dies“, so De Gucht, „lässt uns keine andere Wahl, als die WTO anzurufen.“

Bereits  im Sommer 2011 hatte die WTO Chinas Exportgebaren im Falle von neun Spezialrohstoffen als unvereinbar mit den internationalen Handelsregeln erklärt. Dagegen hatte die Regierung Wen Jiabao zwar Berufung eingelegt – allerdings erfolglos. Ende Januar bezeichnete die WTO Pekings Praxis als illegal. Angesichts dieses Verdikts fühlt man sich in Brüssel  ermuntert, auch im Fall von Seltenen Erden voranzupreschen. „Zuletzt hat Peking seine Quoten, Ausfuhrbeschränkungen und Zölle sogar verschärft“, ließ die Kommission wissen.

Der neue bei der WTO vorgebrachte Fall umfasst 17 Seltene Erden, darunter Lanthanum, Erbium, Thulium sowie Cerium, Scandium  und Lutetium. Aus der Produktion hochtechnologischer Produkte sind die Seltenen Erden nicht wegzudenken. Ohne sie liefen keine Windräder, kein Hybrid-Auto, und es gäbe weder Plasma-Bildschirme noch LED-Anzeigen – von Smartphones ganz zu schweigen. Zudem geht die EU-Kommission gegen Benachteiligungen bei den für die Stahlindustrie wichtigen Metallen Wolfrum und Molybdän vor.

Kampf um Rohstoffe: Unternehmen jagd Aluminium

China beherrscht den Weltmarkt für die Seltenen Erden. Sein Anteil an der Produktion liegt bei 97 Prozent. Mit künstlich hoch getriebenen Exportquoten und willkürlichen Ausfuhrbarrieren drangsaliert China seit Jahren externe Abnehmer.  Die Preise für die Erden sind im Vergleich zu 2009 um bis zu 1000 Prozent  angestiegen. Mitte vergangenen Jahres erreichten sie einen vorläufigen Höhepunkt.

Laut EU-Kommission müssen europäische Unternehmen für die Seltenen Erden rund doppelt so viel zahlen, wie die  Chinas heimische Unternehmen.  „Das beschert europäischen Unternehmen massive Wettbewerbsnachteile“, so die Kritik. Tatsächlich wird die  Lage für Europas Unternehmen  mit der steigenden Nachfrage in China nach den Seltenen Erden prekär. Die EU ist zu  100 Prozent von Importen abhängig.

Peking reagiert mit Drohungen
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7 Kommentare zu "Seltene Erden: EU stützt USA im Rohstoff-Streit mit China"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Die Entscheidung der deutschen Industrie sich ohne erkennbare Not aus dem Programm mit dem Bund zur Rohstoff-Sicherung Anfang / Mitte 1990iger Jahre zu verabschieden, war und ist ein großer diletantischer Managementfehler gewesen, mit wahrscheinlich fatalen Folgen für die deutsche Indsutrie.
    DOS

  • Da bleibt wohl langfristig nur die Lösung die Atomenergie für Raumschiffantriebe einzusetzen und die seltenen Erden im Weltraum abzubauen.

  • Die Times of India zitiert den chinesischen Außenminister. Er sagt, das Vorgehen Chinas entspräche den WTO-Regeln.

  • Die westliche Welt hat in ihrem Wahn immer mehr, immer höher, immer weiter, noch mehr Rendite etc. nur eines übersehen. China ist kein demokratischer Handelspartner und wird es nie sein.
    China wird immer kommunistisch bleiben
    Es muß auch bei uns in dr westl. Welt ein Umdenken her.
    Wir brauchen nicht jedes Jahr ein neues Handy, einen neuen Flachbildschirm oder TV. Wir produzieren Müllberge ohne gleichen. Schluß damit.
    Und in dem Moment bauchen wir weniger aus China. Dann kommen die von ganz alleine wieder

  • Ja und wie soll man denn die Produkte im eigenen Land prduzieren, wenn China de für die Prduktion vieler moderner Hightechprodukte notwendigen Rohstoffe nicht mehr herausrückt?

    Wenn China 100% Einfuhrzölle macht trifft das EU und die USA noch mehr, schliesslich ist China für westliche Unzternehmen einer der letzten Wachstumsmärkte ohne Wachstum fällt das westliche System zusammen.

    China dagegen hat für seine Wirtschaft erst mal > 1 Mrd Kunden, die oft gar nichts haben - dass China den Dollar fest in der Hand hat - und vermutlich 90% der Halbleiter und IT Produktion , kommt ja noch als kleine Bonbons dazu.

  • 25-50 % Strafzölle sollte man für die Einfuhr von Waren aus China in die EU schon erheben. Wer so eklatant die Umwelt verschmutzt und die Menschen ausbeutet muss bestraft werden. Ich habe aus Prinzip noch nie Ware aus China importiert und das wird auch nicht passieren wenn sich da nichts ändert. Da gehe ich doch lieber nach Indonesien oder Indien.

  • Bitte ist doch ganz einfach...

    Mehr innerhalb der eigenen Länder produzieren...

    Geiz ist geil Mentalität beerdigen...

    USA, Japan und die EU erheben 100% Exportzölle auf chinesische Waren, wetten das China ganz schnell einlenkt!

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