Seltene Erden USA erwägen Handelsklage gegen China

Wegen mangelnder chinesischer Ausfuhren von Spezialrohstoffen wie Seltener Erden erwägen die USA eine Klage gegen China bei der Welthandelsorganisation (WTO). Die Vereinigten Staaten haben Angst um Engpässe in der High-Tech-Industrie, die auf die fast nur in China vorhandenen Rohstoffe angewiesen ist.
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Chinas Flagge vor dem World Trade Centre Tower III in Peking. Die USA erwägen eine Klage gegen das Land vor der WTO. Quelle: Reuters

Chinas Flagge vor dem World Trade Centre Tower III in Peking. Die USA erwägen eine Klage gegen das Land vor der WTO.

(Foto: Reuters)

HB WASHINGTON. China limitiere den Export von Seltenen Erden weiterhin, obwohl die Vereinigten Staaten und andere Handelspartner mehrfach ihre Sorge darüber ausgedrückt hätten, heißt es in einem Jahresbericht des US-Handelsbeauftragten, der am Donnerstag veröffentlicht wurde.

Bei dem Streit geht es um die Versorgung von Unternehmen mit Hochtechnologie-Metallen, die etwa zur Produktion von Handys oder MP3-Playern benötigt werden. Diese Spezialrohstoffe sind fast nur in China zu finden, das die Ausfuhr bremste und damit Engpässe in den Zukunftsindustrien auslöste.

Neben den USA hatten bereits unter anderem die EU und Japan ihr Unbehagen über die ausbleibenden chinesischen Exporte der Seltenen Erden ausgedrückt. "Aber bis heute ist China nicht willens, seine Politik zu ändern", heißt es in dem jährlichen Handelsbericht an den US-Kongress. Die USA würden "energische Auseinandersetzungen mit China über dieses Thema führen." Dazu gehöre zur Not auch, den Konflikt vor die WTO zu bringen.

China hat wiederholt beteuert, dass seine Ausfuhrbeschränkungen nicht im Widerspruch zu WTO-Regeln stehen. Begründet werden sie vor allem mit Umweltschutz und einer Konsolidierung seiner Rohstoff- Industrie.

Bereits einen Tag vor der Vorlage seines Berichtes hatte der Handelsbeauftragte Ron Kirk angekündigt, China in einem anderen Fall vor die WTO bringen zu wollen. So sieht es die USA als erwiesen an, dass China unrechtmäßig landeseigene Hersteller von Turbinen für Windkraftanlagen subventioniert.

Die beiden Länder haben eine äußerst schwierige ökonomische Beziehung, was auch mit dem riesigen Leistungsbilanzdefizit der US- Ökonomie zusammenhängt. Die größte Volkswirtschaft der Welt importiert deutlich mehr aus China als sie dorthin exportiert. Seit dem Beitritt Chinas zur WTO 2001 hat sich dessen Handelsbilanzüberschuss gegenüber den USA mehr als verdoppelt. Die USA werfen China vor, seine Ausfuhren durch eine unterbewertete Währung über Gebühr zu stärken.

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4 Kommentare zu "Seltene Erden: USA erwägen Handelsklage gegen China"

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  • Die Handelsklage gegen die Chinesen ist durchaus gerechtfertigt, auch die Europäer erwägen entsprechende Schritte. Natürlich hat auch China gute Gründe. Nach Abwägen der Gründe wird dann entschieden. Die Chinesen sagen, die anderen Länder sollen selbst ihre vorhanden Rohstoffe abbauen und haben damit auch Recht, aber der Abbau braucht auch Zeit, da kann man nich einfach von einem Monat auf den anderen die Grenzen schliessen.

  • es ist aber auch so was von ungerecht, dass wie beim amerikanischen Erdöl, das ja in den arabischen Ländern liegt, auch die amerikanischen Seltenen Erden in China liegen und die Chinesen auch noch darüber verfügen wollen! Aber wenn man die bergwerke im eigenen Land schließt, muß man sich arrangieren. Die USA schreiben allen anderen Ländern vor, mit wem sie Handel treiben dürfen, aber wehe China schützt seine Rohstoffe!

  • Seltene Erden gibt es auf sämtlichen Kontinenten außer Europa. Ein Klick im internet produzierte 22 Minen allein in USA und Kanada. Viele wurden vor Jahren durch Chinas billigkonkurrenz zur Schließung gezwungen, können aber jetzt trotz höherer US-Löhne dank steigender Weltmarktpreise wieder konkurrieren.

  • a)
    es gibt auch andere (potentielle) Lieferländer

    b)
    zur Marktwirtschaft gehört auch daß man die Wahl (oder Vorgabe) hat, bestimmte Geschäfte nicht zu machen (USA z.b. trading with the ennemy act)

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