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Serbien Präsident Nikolic will Kosovo zurückholen

Serbiens Präsident legt einen explosiven Kosovo-Plan vor. Er will die einstige Provinz wieder seinem Land einverleiben. Damit torpediert er die jahrelange EU-Vermittlung und gefährdet Belgrads Annäherung an Brüssel.
19.05.2015 - 16:29 Uhr Kommentieren
Serbiens Aufmarsch mit dem großen Bruder
A Serbian army soldier rides on a military vehicle during preparations for a military parade in Belgrade
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„Serbisches Roulette“ überschrieb ein Belgrader Magazin seine aktuelle Titelgeschichte. Es geht um die Frage, wie viel russische Umarmung der EU-Kandidat Serbien zulassen darf. Denn Serbien gedenkt an diesem Donnerstag mit einer großen Militärparade des 70. Jahrestages der Befreiung von der deutschen Besatzung.

(Foto: Reuters)
Serbian President Nikolic weclomes Russian President Putin outside Serbia Palace building in Belgrade
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Pikant ist dabei der Ehrengast: Um dem russischen Präsidenten Wladimir Putin (hier links bei der Ankunft mit Serbiens Präsident Tomislav Nikolic) die Teilnahme zu ermöglichen, wurde die Gedenkfeier in Belgrad eigens um vier Tage vorverlegt.

(Foto: Reuters)
Russian President Vladimir Putin visits Serbia
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Die Rote Armee hatte gemeinsam mit den kommunistischen Tito-Partisanen die Deutschen vertrieben. Wegen der Ukraine-Krise beobachten die USA und die EU das Geschehen aufmerksam.

(Foto: dpa)
Serbian army soldiers walk along a street during preparations for a military parade in Belgrade
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Es ist der erste Militäraufmarsch nach fast 30 Jahren in dem verarmten Balkanland (hier im Bild Vorbereitung). Serbien war schon zuvor vorgehalten worden, sich nicht der Brüsseler Sanktionspolitik gegenüber Moskau angeschlossen zu haben. Belgrad pocht auf die traditionell guten Beziehungen der beiden „Bruderstaaten“.

(Foto: Reuters)
huGO-BildID: 39769528 A Serbian army soldier cleans military vehicles parked in Usce park, two days before an upcoming military parade, in Belgrade,
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Über die Kosten der Parade, an der auch die russische Flugschautruppe Strizi (Die Flinken) mit ihren MiG-29-Maschinen teilnimmt, bewahrt die Regierung Stillschweigen.

(Foto: ap)
A woman in a wheelchair watches as the Serbian army prepares for a military parade in Belgrade
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Das vor dem Bankrott stehende Serbien hofft, dass Russland sich an der Sanierung der maroden Staatsbetriebe beteiligt. Im Gegenzug sieht Belgrad Chancen für seine Agrarindustrie nach den von Moskau begrenzten Lebensmittelimporten aus der EU.

(Foto: Reuters)
A Serbian army paratrooper is pictured during preparations for a military parade in Belgrade
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Erst vergangenen Sonntag hatte Serbiens Regierungschef Aleksandar Vucic noch einmal klargestellt, dass sein Land in der Ukraine-Krise nicht der EU-Sanktionslinie gegen Moskau folgen wird. Vucic hat wiederholt angedeutet, Russland könne bei der Sanierung von maroden Unternehmen helfen.

(Foto: Reuters)

Belgrad Der serbische Präsident Tomislav Nikolic lässt eine politische Bombe platzen: Er will die abtrünnige ehemalige Provinz Kosovo wieder in den serbischen Staatsverband eingliedern. Das Staatsoberhaupt habe der Regierung in Belgrad eine entsprechende „Plattform“ übermittelt, berichtete der TV-Sender B92 am Dienstag. Jetzt soll die Regierung darüber beraten und sie dann dem Parlament zur Entscheidung vorlegen; das hatte Nikolic im Vorfeld seiner Initiative angekündigt.

Das seit 2008 unabhängige Kosovo wurde inzwischen von mehr als 100 Staaten anerkannt, allerdings nicht von Russland und China und auch nicht von einigen EU-Staaten. Moskau kritisierte die Loslösung von Serbien. Nach dem Willen von Nikolic soll das Kosovo nun innerhalb Serbiens eine sehr weit gefasste Autonomie bekommen. Das hatten die Medien bereits über zentrale Punkte seines Plans berichtet.

Der Vorstoß des Staatschefs steht allerdings im krassen Widerspruch zu den jahrelangen Verhandlungen Serbiens und des Kosovos unter Vermittlung der EU. Mit ihnen sollen beide Staaten gutnachbarliche Beziehungen aufbauen. Das Kosovo wird fast nur noch von Albanern bewohnt. Im Norden lebt eine serbische Minderheit.

Der neue Kosovo-Plan bringt Regierungschef Aleksandar Vucic als den alles beherrschenden Politiker in Erklärungsnot. Erst am Vortag hatte er in Brüssel beim Treffen mit EU-Außenministern auf die angeblich vielen Zugeständnisse seines Landes gegenüber dem Kosovo verwiesen und die schnelle Aufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen als Belohnung verlangt. Serbische Medien berichteten am Dienstag, Deutschland habe seinen Widerstand gegen den Verhandlungsstart aufgegeben, eben weil Serbien dem Kosovo Zugeständnisse gemacht habe.

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    Eine Abkühlung der Beziehungen Serbiens zur EU käme Nikolic nach Darstellung von in- und ausländischen Kommentatoren nicht ungelegen. Der einstige Spitzenmann der großserbischen Nationalisten sagt immer wieder offen, dass er die Zukunft des Balkanstaates an der Seite Russlands sieht.

    • dpa
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