Shang-Jin Wei „Amerika braucht ein Feindbild“

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Wer profitiert?

Ich kann mir da alle Unternehmen vorstellen, die vom riesigen Budget des Pentagons leben. Es gibt sicher viele, die glauben, dass es sehr nützlich sein kann, da draußen einen Feind zu haben.

Will denn China die Rolle des Feindes überhaupt annehmen?

Ich sehe das nicht. Die große Mehrheit der Chinesen bewundert Amerika. Die USA haben eine Menge Einfluss in China, über Musik, Filme und vieles mehr.

Was also macht den Amerikanern an China Angst?

Für Chinas Wachstum sind die Basis niedrige Kosten, für die USA ist es die Innovation. Dadurch wächst China relativ schnell. Aber es ist normal, dass ein aufstrebender Markt schneller wächst als ein bereits hochentwickeltes Land. Und genauso natürlich ist es, dass sich da die Lücke zwischen beiden Volkswirtschaften zu schließen beginnt. Wenn das so schnell geschieht wie im Falle Chinas, dann kann das Ängste hervorrufen.

Die dadurch ausgelöst werden, dass Konsumenten das Gefühl haben, jedes zweite Produkt trage den Stempel "Made in China" . . .

. . . dabei ist es doch typisch, was in den USA passiert: Je höher das Pro-Kopf-Einkommen eines Landes, desto weniger wird im Land selbst hergestellt. Dass sich in den USA das Verhältnis zu Gunsten der Dienstleistungen, der Bildung, des Finanzsektors verschiebt, ist normal. Die USA profitieren davon.

Wann sind die beiden Volkswirtschaften auf Augenhöhe?

Nimmt man das Bruttoinlandsprodukt als Maßstab, dann frühestens 2030, vielleicht erst 2040. Eine politische Supermacht ist China deswegen aber noch lange nicht. Das wird noch ein halbes Jahrhundert dauern, mindestens.

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