Sicherheitskonzept Japan will Atomkraftwerke nach 40 Jahren abschalten

Die Reaktorkatastrophe in Fukushima hat das Vertrauen der Japaner in die Atomenergie erschüttert. Um die Sicherheit der Atommeiler zu steigern, will die Regierung Reaktoren nach vierzig Jahren Laufzeit vom Netz nehmen.
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Die Ruinen des havarierten Atomkraftwerks Fukushima erinnern die Japaner täglich an die Risiken der Atomenergie. Quelle: dpa

Die Ruinen des havarierten Atomkraftwerks Fukushima erinnern die Japaner täglich an die Risiken der Atomenergie.

(Foto: dpa)

TokioJapan will die Laufzeit seiner Atomkraftwerke zur Verbesserung der Sicherheit künftig auf 40 Jahre begrenzen. Die Regierung in Tokio kündigte am Freitag an, in den kommenden Monaten einen entsprechenden Gesetzesentwurf vorzulegen. Dieser könnte japanischen Medien zufolge allerdings Schlupflöcher enthalten, die eine mögliche Laufzeitverlängerung einiger älterer Atomkraftwerke vorsehen, deren Sicherheit durch Tests bestätigt wurde. 

Gegenwärtig gibt es keine Altersgrenze für japanische Atomanlagen. Die drei Reaktoren im beschädigten Kernkraftwerk Fukushima, bei dem es nach dem Tsunami vom März zu einer Kernschmelze kam, wurden ab 1967 gebaut. Weitere über 40 Jahre alte Reaktoren sind jene in den Atomkraftwerken Tsuruga und Mihama in Mitteljapan. Viele weitere der insgesamt 54 Reaktoren im Land erreichen die Altersgrenze in den kommenden Jahren. 

In der Zeitung „Asahi“ hieß es am Samstag, Japan drohten im Falle einer gesetzlichen Laufzeitbegrenzung auf 40 Jahre mögliche Engpässe bei der Stromversorgung.

 

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5 Kommentare zu "Sicherheitskonzept: Japan will Atomkraftwerke nach 40 Jahren abschalten"

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  • Japan hat wenig geeignete Energieträger die dieses Land (ein Industrieland )in ausreichender menge mit Energie versorgen kann .
    Hinzu kommen die eher düsteren Aussichten für Öl und Gas .
    Japan geht sehr viel bodenständiger und weniger hysterisch mit der Kernenergie um als zb. Deutschland .

    Heute können sie zb in Hiroschima oder Nagasaki Urlaubshotels buchen , dort Leben Menschen und das Leben unterscheidet sich kaum von anderen Städten Japans .

    Die Japaner werden und können nicht auf die Kernkraft verzichten , wird die Laufzeit auf 40 Jahre begrenzt , werden natürlich neubauten die abgeschalteten ersetzen .

    Deutschland wird den selben weg gehen müssen , wir brauchen nur etwas länger um uns mit dem Gedanken anzufreunden zu können Kernkraftwerke zu bauen , eine andere Möglichkeit allerdings wird es nicht geben wenn wir unseren Lebensstandard halten wollen .

  • Hallo Norbert, Grundsätzlich wird bei einem Reaktorunfall lediglich ein Teil der leichtflüchtigen Nuklide in die Luft freigesetzt. Die Edelgase, Krypton, Xenon, verflüchtigen sich, UO2, PuO2, SrO2 sieden nicht bei den Temperaturen. Die kritischen Nuklide sind Aerosole, J131 und Cs137, die sich am Boden absetzen.

    Während der Tage der grössten Freisetzung radioaktiver Nuklide wehte der Wind unter anderem auch gen Tokio und gen Nordwesten. Allerdings ist die Menge freigesetzter Nuklide zu gering um eine starke, grossflächige, radioaktive Kontamination zu bewirken.

    Ein grosser Teil der Freisetzung radioaktiver Nuklide geschah über das Kühlwasser ins Meer. Da die Weltmeere ca. 70 Mrd. to radioaktiver Stoffe enthalten, war der Effekt von einigen zig Kg Nukliden abseits der direkten Einleitungsstelle so bedeutend wie wenn man einen Salzstreuer im Bodensee versenkt.

    Damit bleiben die Folgen von Reaktorunfällen von Leichtwasserreaktoren grundsätzlich begrenzt und können abseits der phantasievollen Berichterstattung Deutschsprachiger Medien, die Fakten keinerlei Bedeutung zukommen liessen, nicht den ökoreligiösen Träumen einer grossen Katastrophe gerecht werden. Einen etwas nüchternen, lesbaren Bericht können Sie unter Dr. Ermecke Fukushima, ergooglen.

    Vandale

  • Bitte berücksichtigen Sie, daß der Wind fast immer auf das Meer geblasen hat.
    Die Japaner haben m.E. nichts weiter, als großes Glück gehabt.

  • Danke für die fundierte Antwort auf den Artikel. In GB wurden jetzt die ältesten (Magnox) KKW abgeschaltet, die ehemals luftgekühlten Türme (Windscale) sind inzwischen völlig verschwunden.

    Dafür werden neue Reaktoren geplant und gebaut.
    So ist die geplante Abschaltung in Japan in 40 Jahren keine Nachricht, denn die Stimmungslage wird in der Zeit nicht gleich bleiben und preiswerte Energie wird immer benötigt.

  • Die Kernkraftwerke Japans sind wie auch in Deutschland Leichtwasserreaktoren. Deren grundsätzlicher Aufbau hat sich seit Ende der 60er Jahre nicht geändert. Seit Mitte der 70er Jahre ist eine Blockgrösse von 900 - 1500 MW üblich. Seit den 70er Jahre ist im wesentlichen lediglich die Sicherheitstechnik komplexer geworden. Die Reaktorgebäude sind dicker geworden. Ansonsten hat man in Deutschland/Schweiz die Kernkraftwerke mit allen möglichen Sicherheitsfeatures, Wasserstoffrekombinatoren, Wallmannventile (um im Falle der Kernschmelze beim Ablassen des Dampfes die radioaktive Nuklide zurückzuhalten)(in Japan hat man aus Kostengründen darauf verzichtet) nachgerüstet.

    Die Altersgrenze von 40 Jahren ist deshalb willkürlich gewählt. In diesem Sinne baut man in den USA in den 70er Jahren begonnene KKW, Watts BarII und Bellafonte jetzt zu Ende.

    Abseits phantasievoller Medienpropaganda mit "Todgeweihten" (die alle noch leben), "verstrahlten und verseuchten" Gebieten (deren Radioaktivität mittlerweile unter der liegt die man auch in Deutschland findet), haben gerade diese Unfälle gezeigt, dass die Kernenergie das geringste Risikopotential innehat. In diesem Sinne haben Britische Politiker geäussert durch diese Unfälle bei denen fast nichts passiert ist, zu Befürwortern der Kernenergie geworden zu sein.

    Man kann hoffen, dass die japanischen Politiker von Ihrem Amoklauf zur Vernunft zurückfinden, bzw. die langjährige Regierungspartei LDP, diese destruktiven Sozialisten ablöst.

    Vandale

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