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Sicherheitsvorkehrungen verschärft Islamisten drohen Frankreich mit Anschlägen

Eine islamistische Gruppe hat nach Angaben des französischen Justizministeriums mit Anschlägen in Frankreich gedroht. Der französische Ministerpräsident Jean-Pierre Raffarin sagte am Dienstag, die Drohung werde sehr ernst genommen, warnte aber vor Panikmache.

HB PARIS. Eine Sprecherin des Ministeriums sagte, die Gruppe namens „Die Diener Allahs des Mächtigen und des Weisen“ haben auch mit Anschlägen gegen französische Einrichtungen im Ausland gedroht. Die Ermittlungen liefen.

In einem Brief, der bei mehreren Zeitungen einging, drohte eine Gruppe namens Mowsar-Barajew-Kommando damit, „Frankreich in Terror und Reue zu stürzen und Blut außerhalb seiner Grenzen zu vergießen“, wie der stellvertretende Chefredakteur von „Le Parisien“, Jacques Esperandieu, mitteilte. Mowsar Barajew hatte im Oktober 2002 die tschetschenischen Rebellen angeführt, die ein Musical-Theater in Moskau überfielen und alle Besucher als Geiseln nahmen. Bei der Stürmung des Theaters durch Sicherheitskräfte wurden 129 Menschen getötet, darunter Barajew.

Der Hörfunksender RTL berichtete, der Brief sei auf Arabisch verfasst und in einem Pariser Postamt aufgegeben worden. Das Justizministerium bestätigte den Eingang der Drohung, die „im Namen der Diener Allahs des Mächtigen und des Weisen“ ausgesprochen worden sei.

Zuvor hatte der französische Präsident Jacques Chirac mit Verweis auf die Anschläge von Madrid gesagt, Frankreich habe keine spezifische Drohung erhalten, sei aber „nicht sicher vor terroristischen Akten“. Hinter den Anschlägen am Donnerstag auf voll besetzte Züge in der spanischen Hauptstadt, bei denen 201 Menschen getötet wurden, werden Moslem-Extremisten vermutet. Als Reaktion darauf wurden in ganz Europa die Sicherheitsmaßnahmen verschärft.

Raffarin rief nach der Drohung zur Ruhe auf. „Wir leben in einem Land, in dem man keine Angst haben muss“, sagte er dem Fernsehsender France 2.

Esperandieu erklärte, in dem Drohbrief werde ein Bezug zum Kopftuchverbot an französischen Schulen hergestellt. Das jüngst erlassene Verbot war bei vielen moslemischen Gruppen auf heftige Kritik gestoßen. „Im Wesentlichen sagen sie, ihr habt geglaubt, wegen eurer Haltung in der Irak-Frage sicher zu sein, aber nach dem 10. Februar ist Frankreich nicht mehr sicher“, sagte Esperandieu. Am 10. Februar war das Kopftuchverbot vom französischen Parlament gebilligt worden. Im Gegensatz zu Spanien hatte Frankreich den von den USA geführten Irak-Krieg abgelehnt. Mit der Unterstützung der USA könnte Spanien den Hass extremistischer Gruppen wie El Kaida auf sich gezogen haben. Sicherheitsexperten vermuten zudem, Frankreich könne wegen seiner Kooperation mit den Behörden der früheren Kolonien Algerien, Tunesien und Marokko im Kampf gegen Islamisten ins Visier von Moslem-Extremisten geraten sein.

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