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Sierens Welt Ein schelmisches Lächeln

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Weshalb die Chinesen zuerst mit den Deutschen sprechen

Für Brüssel bedeutet es: mehr Macht für die Zentrale. Für Peking schwache EU-Länder stärken, indem man Geschäfte mit ihnen macht. Gerne auch, ohne sich mit Brüssel abzustimmen. Noch deutlicher formuliert: Den Chinesen geht es um den Erfolg ihrer Investitionen und um ihren Einfluss in Europa, dann erst um die Stabilität.

Deshalb sprechen die Chinesen zuerst mit den Deutschen, aber auch mit den kleinen Ländern, wie zum Beispiel Rumänien oder Ungarn, Griechenland oder Portugal. Aber auch in England sind die Chinesen aktiv. 145 Milliarden wollen sie bis 2025 investieren. Das ist das Zehnfache dessen, was China zwischen 2005 und 2013 in England investiert hat und etwa das Doppelte, was nach Deutschland ging.

Peking spricht mit denen, die Mächtiger sind als Brüssel und denen, die sich von Brüssel vernachlässigt fühlen. In diesen Ländern treffen chinesische Politiker auf die dankbarsten Geschäftspartner und auf verlässliche politische Partner, für den Fall, dass sich jemand in Brüssel mal wieder eine Rochade gegen das Reich der Mitte ausdenkt.

Man kann es Premier Li nicht verdenken, dass er selbst entscheiden will, wo sein Geld hingeht und das nicht Brüssel überlassen möchte. Doch auch Li muss die Balance halten. Seine Politik darf nicht dazu führen, dass die EU auseinanderbricht und gelähmt ist.

Denn das würde wiederum auch seinen Geschäften schaden. Deshalb spricht Li überhaupt mit Brüssel und steckt womöglich doch ein wenig Geld in den EU-Fond. „Das gegenseitige politische Vertrauen ist gestärkt“, sagt er. Das ist nicht einmal gelogen.

Das gegenseitige politische Vertrauen mit vielen einzelnen EU-Ländern ist tatsächlich stärker geworden. Das politische Vertrauen zu Brüssel ist aber schlechter denn je. Insofern hätte der  Satz eigentlich ein schelmisches Lächeln verdient.

Unser Korrespondent, der Bestseller-Autor Frank Sieren („Geldmacht China“), gilt als einer der führenden deutschen China-Spezialisten. Er lebt seit 20 Jahren in Peking.

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