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„Silver Economy“ Griechenland wirbt mit Steuerflatrate um Rentner

Premierminister Mitsotakis will Pensionäre mit Steuervorteilen für sein Land begeistern – und schwärmt von „großartigen Möglichkeiten“.
13.07.2020 - 17:30 Uhr 2 Kommentare
Die Regierung will mehr Pensionäre in das Land locken. Quelle: mauritius images / Monteny Bruno / Alamy
Eine ältere Frau sitzt auf einer Bank auf der Insel Kreta

Die Regierung will mehr Pensionäre in das Land locken.

(Foto: mauritius images / Monteny Bruno / Alamy)

Athen Die ohnehin für viele verlockende Vorstellung von einem Alterssitz am Mittelmeer wird jetzt noch etwas attraktiver: Die griechische Regierung will Rentner dazu bewegen, ihren Wohnsitz aus dem kühlen Norden in den sonnigen Süden zu verlegen. Und dabei lockt nicht nur das milde Klima.

Wer als Rentner seinen Hauptwohnsitz nach Griechenland verlegt, kommt in den Genuss von Steuervorteilen: Er muss auf seine Rente nur sieben Prozent Einkommensteuer zahlen, unabhängig von der Höhe der Bezüge. Das sieht ein Gesetzentwurf vor, den das griechische Kabinett vergangene Woche gebilligt hat. Die Vorlage geht jetzt ins Parlament, das sie noch im Juli verabschieden könnte.

Interessant ist die Regelung, weil die Flatrate nicht nur auf Renten Anwendung findet. „Der Steuersatz von sieben Prozent gilt für alle Einkommen aus dem Ausland, seien es Pensionen oder andere Einnahmen“, sagt Alex Patelis, ökonomischer Chefberater von Ministerpräsident Mitsotakis.

Das lohnt sich vor allem für ausländische Pensionäre, die eine hohe Rente beziehen und außerdem Mieteinnahmen haben oder Kapitalerträge erwirtschaften. Die Flatrate gilt für zehn Jahre. Die Besteuerung erfolgt in Übereinstimmung mit den jeweiligen Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Griechenland und dem Herkunftsstaat, erläutert Patelis.

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    Kein Widerspruch aus der EU erwartet

    Voraussetzung ist, dass der Rentner sein Steuerdomizil nach Griechenland verlegt, mindestens 183 Tage im Jahr dort verbringt und in fünf der vergangenen sechs Jahre nicht in Griechenland steuerpflichtig war. Anträge für das Fiskaljahr 2020 nehmen die griechischen Finanzbehörden noch bis zum 30. September entgegen. In den folgenden Jahren läuft die Antragsfrist jeweils am 31. März ab.

    Über die Anträge sollen die Behörden binnen 60 Tagen entscheiden. Widerspruch anderer EU-Staaten, denen Steuereinnahmen verloren gehen könnten, erwartet der Mitsotakis-Berater Patelis nicht: „Portugal, Italien, Malta und Zypern haben ähnliche Regelungen.“

    Trotz des niedrigen Steuersatzes soll sich die Flatrate für den Finanzminister und die griechische Volkswirtschaft lohnen, denn die Pensionäre geben dann einen Großteil ihrer Einkünfte in Griechenland aus, mieten eine Wohnung, kaufen vielleicht ein Haus, schaffen ein Auto an.

    Mitsotakis hatte bereits als Oppositionsführer mehrfach auf die wachsende Bedeutung der sogenannten „Silver Economy“ hingewiesen, der Seniorenwirtschaft. Nach einer Schätzung von Euromonitor liegt aktuell die weltweite Kaufkraft der über 60-Jährigen bei rund 13,5 Billionen Euro. Anlässlich der Eröffnung der diesjährigen Tourismussaison am 1. Juli ging der griechische Premier erneut auf das Thema ein: „Die gesamte Silver Economy bietet unserem Land großartige Möglichkeiten.“

    Im Wettbewerb um wohlhabende Rentner möchte Griechenland auch mit seinem erfolgreichen Corona-Krisenmanagement punkten. Regierungsberater Patelis erklärt: „Die Steueranreize sind nur ein Teil des Gesamtpakets.“

    Genauso wichtig sei, dass Griechenland jetzt seine digitale Infrastruktur ausbaue, das Gesundheitssystem modernisiere und eine „grüne Agenda“ umsetze. Patelis spricht von einem „neuen Image der Kompetenz“, das es jetzt zu projizieren gelte. „Wenn uns das gelingt, werden Menschen und Kapital kommen.“

    Mehr: Ein Jahr nach seinem Amtsantritt sitzt Kyriakos Mitsotakis fester denn je im Sattel. Aber die nächsten Monate könnten noch schwierig werden.

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    2 Kommentare zu "„Silver Economy“: Griechenland wirbt mit Steuerflatrate um Rentner"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • (...) Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

    • Für Rentner mit einem höheren Welteinkommen ist das interessant. Allerdings sollte man sich einen Hauskauf verkneifen und lieber mieten, weil es hohe Vermögenssteuern auf Immobilienbesitz gibt.

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