Skandal-Video Überforderte Marines stellen Amerika bloß

Washington ist entsetzt über das Skandal-Video, das GIs zeigt, wie sie auf getötete Taliban urinieren. Warum hat das Militär seine Soldaten nicht im Griff? Psychologen erklären, wie es zu solchen Taten kommen kann.
Update: 13.01.2012 - 21:50 Uhr 18 Kommentare

Skandal-Video schockt Pentagon

WashingtonDie Reaktionen kamen prompt, und sie waren deutlich. „Absolut unvereinbar mit amerikanischen Werten“ sei die Tat, findet US-Außenministerin Hillary Clinton. „Ich bin extrem beunruhigt“, sagte Verteidigungsminister Leon Panetta. Er habe Afghanistans Präsident Hamid Karsai persönlich sein „tiefstes Bedauern“ mitgeteilt.

Der Oberbefehlshaber der Marineinfanteristen, Vier-Sterne-General James Amos, erklärte, er werde „nicht ruhen, bis die Vorwürfe und die damit verbundenen Geschehnisse aufgeklärt“ seien. Er hat Drei-Sterne-General Thomas Waldhauser als Leiter einer Sonderermittlung eingesetzt. Waldhauser könne „alle notwendigen Untersuchungen und alle notwendig daraus folgenden Verwaltungs- und Disziplinarmaßnahmen“ einleiten.

Der bei Youtube aufgetauchte Clip, der US-Marines in Afghanistan dabei zeigt, wie sie auf die Leichen mutmaßlicher Taliban-Kämpfer urinieren und Witze reißen, wühlt Washington auf. Noch ist nicht absehbar, welche Folgen das Video haben wird, doch die US-Regierung beeilt sich, den Schaden einzugrenzen.

Clinton verurteilt Leichenschändung in Afghanistan

Nach Abu Ghreib und Berichten über Vergewaltigungen und gezielter Ermordung von Zivilisten hat es die Armee wieder einmal mit Verfehlungen in den eigenen Reihen zu tun. Offenbar kann sie nicht verhindern, dass sich Soldaten im Feld immer wieder zu solchen Taten hinreißen lassen.

Experten versuchen, solche Verfehlungen zu erklären. „Das können Scherzbolde mit einem extrem schlechten Geschmack sein – oder es handelt sich um ein tiefer gehendes Problem“, sagte Eugenia Weiss, Militärpsychologin an der University of Southern California.

Manche Kämpfer gerade in Gebieten wie Afghanistan könnten nicht mit dem hohen Stress- und Adrenalinpegel umgehen. „Man muss ständig extrem aufmerksam sein“, sagte Weiss dem Sender MSNBC. Der Feind sei unbekannt, jeder auf der Straße könne eine Bombe mit sich tragen, und für die Soldaten gebe es keinen sicheren Rückzugsort. „Das schafft Unsicherheit. Und je größer die Unsicherheit, desto größer der Stress“, so die Psychologin, die in ihrer Praxis nahe Camp Pendelton Marines behandelt.

Auf den getöteten Feind zu urinieren könne deshalb eine Art Bewältigungsmechanismus sein, oder auch ein Akt von Rache: „Viele Soldaten haben Kameraden verloren“. Dazu komme eine fehlgeleitete Gruppendynamik, die unter Menschen aufkommen könne, die gemeinsam Gefechte durchstehen.

Der Psychologe Richard Ogle von der University of North Carolina Wilmington drückte es so aus: „Im Gefecht zu sein birgt das Risiko Dinge zu tun, die man in anderen Situationen niemals tun würde“. Das habe es schon immer gegeben. Der alltägliche Horror des Krieges.

„Das sind nur Idioten, die schlecht geführt sind“
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18 Kommentare zu "Skandal-Video: Überforderte Marines stellen Amerika bloß"

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  • Solche Vorkommnisse sind der Alltag im Krieg. Nur werden üblicherweise keine Videos aufgenommen, geschweige denn veröffentlicht.

    Krieg ist millionenfach ekliger und abstoßender, als man gemeinhin denkt.

  • Wir Deutschen sind doch an Dummheit sowieso nicht mehr zu überbieten. Wir haben eine riesige Rüstungsindustrie. Wir exportieren überall unsere Waffen. Millionen Menschen verrecken durch diese Waffen. Aber wir schicken kein Gift für die Todesspritze nach Amerika. "Todesstrafe ist doch unmenschlich." Wir helfen in Afghanistan mit so zu tun, als könnte man dort so eine Art Demokratie einführen. Dafür müssen dann hin und wieder ein paar Talibans abgeknallt werden. Dort werden Soldaten hingeschickt, die durch das täglich gesehene einfach abgestumpft sein müssen. Dort grinst dich ein Taliban an und ballert dir eine Kugel ins Gehirn. Wenn du Glück hast kommst du nur ein wenig verstümmelt nachhause. Und weil da in Afghanistan kein richtiger Krieg ist, sondern nur ein "kriegsähnlicher Zustand" bekommst du dann hier keine finanzielle Unterstützung, wenn du nervlich so fertig bist, dass du nicht mehr arbeiten kannst. Du hörst dir die verlogenen Politikerreden mit künstlich aufgesetzter Trauermiene an, wenn die Kameraden in Kisten nachhause geschickt werden. Und da regen sich doch tatsächlich welche darüber auf, dass dort ein paar Soldaten auf ein paar zur Strecke gebrachte Talibans ihre Verachtung markieren. In was für einer verlogenen Dreckswelt leben wir eigentlich?

  • Wenn man im US-Internet die Kommentare des Durchschnitts-Amis liest, stößt man überwiegend auf zustimmende.
    Die Amis gehen mit diesem "Problem" einfacher um.
    Die Taliban sind für die wie andere Terroristen.
    Also, was soll es; gehen wir zur Tagesordnung über.
    Das zur Schau gestellte Entsetzen der Politiker ist sowieso nur geheuchelt.

  • Es ist Krieg gegen einen Feind der sich zwischen
    Kindern versteckt, der lächeld vermiete Kinder zu dir schickt.
    So einen Feind kann man nur mit seinen Waffen schlagen.
    Man muß ihnen den Zugang zu Ihrem Paradis nehmen und den Geldfluss stoppen.
    Afganische Bauern müßen um zu überleben Opium anbauen
    Kein Mitleit, dadurch Sterben die Süchtigen im Westen,
    also die Felder aus der Luft abfackel,
    wenn die Bauern drinnen sind Pech gehabt.
    Besser die als die Süchtigen im Westen,
    und die so Finanzierten Terroristen Toten.
    Das Paradis wartet auf die Martyrer?
    Auf die Leichen pissen und zerstückelt in Schweinen
    begraben. So kommen sie nicht ins Paradis.
    Das nimmt den Drang zum Selbstmordbomber.

    Wasser folter nein
    Abführmittel und über ausgebreiteten Koran aufhängen,
    damit sie den Koran beschmutzen.

  • Durch sowas wird die Arbeitsmoral der Taliban besonders gestärkt. Dann kann sich jeder der mag über das grausame Verhalten der Taliban aufregen. Ursache und Wirkung sind hier besonders zu beachten, zumal ja die Taliban ursächlich in die USA eingefallen sind und die Bevölkerung terrorisiert haben. Ja, so sinngemäß muß es wohl gewesen sein oder doch umgekehrt?

  • .
    http://wenktec.de/5/iwo-jima-flag.jpg
    .

  • .
    Ja,
    Hirnkranke machen das,
    noch krankere filmen das noch zusätzlich.


    Achso,
    Kopf abschneiden gbit es seit dem es den Menschen gibt.
    Aber ich habe noch nie gehört, daß ein Soldat im ersten Weltkrieg seinen toten Feind angepisst hat.

    Zu dem Thema fällt mir die Fahnenerrichtung amerikanischer Marines auf einer Pazikfikinsel ein.
    Was ist nur aus euch geworden?
    Hat Jemand ein Link, das waren doch auch vier Soldaten.
    .

  • @Scherzkeks
    "Ich bin für ein totales weltweites VERBOT jeglicher Waffen."

    Ich bin für ein totales weltweites VERBOT jeglicher dämlichen Vorschläge.

  • @ bjarki

    Danke für ihren Beitrag. Endlich mal einer der hier mal was Anständiges zum Thema sagt. Die Talibans schneiden einem Amerikaner vor laufender Kamera bei lebendigen Leibe den Kopf ab und hier regen sich alle wegen Leichenanpinkeln auf. "Also Abknallen ist ok. Scheißegal wieweit die Hirngrütze fliegt. Das haben sich die Talibans nunmal selbst eingebrockt. Aber Anpinkeln, geht doch garnicht. Da bin ich sowas von empört." Garantiert kein Amerikaner bedauert den Vorfall. Und selbst die Politiker handeln jetzt nur unter Zugzwang. Waren alle Moralapostel auch so empört, als Frau Merkel sich über das Abknallen von Bin Laden vor laufender Kamera gefreut hat? Hier läuft ein Film ab. Was glaubt ihr, was die Talibans mit den amerikanischen Leichen machen? Glaubt ihr die Talibans schicken ein Beileidsschreiben an die Eltern der Gefallenen? Immer diese Idioten, die sich der öffentlichen Meinungsmache anschließen.

  • Die Moral wird langsam sehr kreativ.
    Ich guttenberge hier im Folgenden mal etwas, habe dummerweise die Quelle vergessen - also NICHT von mir):

    Zielt ein Scharfschütze aus über 2km Entfernung auf einen ihm unbekannten Menschen in einem fremden Teil der Welt und tötet ihn - gibt es eine Urkunde und er ist ein Held.
    Schneidet dessen Kumpan dem Leichnam einen Finger ab und steckt den als Zigarre in den Mund des Toten - gibt es einen Aufschrei der Moralapostel.
    Hier dasselbe.

    Wer den Mund aufmacht, sollte vor den Toren von H&K, Krauss-Maffei usw. demonstrieren.

    Ich bin für ein totales weltweites VERBOT jeglicher Waffen.
    Waffen töten und sind zu nichts anderem nütze als Vermögen umzuverteilen und Menschen zu unterdrücken.
    Schwerter zu Pflugscharen!

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