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Sommerurlaub Trotz Vorbehalten: Griechenland öffnet sich für deutsche Touristen

Mit niedrigen Coronazahlen wirbt Griechenland um Touristen. Die könnten für das Land zum Risiko werden. Deutsche empfängt Premier Mitsotakis dennoch mit offenen Armen.
27.05.2020 - 15:29 Uhr Kommentieren
Griechenland hat die wegen der Corona-Pandemie verhängten Maßnahmen gelockert. Landesweit haben die Tavernen, Bars und Cafes wieder geöffnet. Quelle: dpa
Touristen in Athen

Griechenland hat die wegen der Corona-Pandemie verhängten Maßnahmen gelockert. Landesweit haben die Tavernen, Bars und Cafes wieder geöffnet.

(Foto: dpa)

Athen Die Deutschen können kommen, wenn Griechenland ab Anfang Juli seine Inselflughäfen wieder für internationale Flüge öffnet. Das versicherte Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis jetzt in einem Interview der „Bild“-Zeitung.

Der Premier nahm damit etwas vorweg, was die Regierung offiziell erst Ende Mai verkünden will: Deutschland wird offenbar zu jener Gruppe von Staaten gehören, deren Bürger in den nächsten Wochen zum Urlaub nach Griechenland einreisen dürfen. Daran gab es bisher Zweifel.

Griechenland braucht Touristen – in diesem Jahr mehr denn je. Der Fremdenverkehr steuert 21 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei und stellt jeden fünften Job. Ausländische Urlauber brachten im vergangenen Jahr 18,2 Milliarden Euro ins Land. Diese Einnahmen sind ein wichtiger Posten in der griechischen Leistungsbilanz. Dass 2020 keine gute Saison wird, wissen alle in der griechischen Tourismusindustrie.

Viele Menschen werden auf Auslandsreisen dieses Jahr ganz verzichten. „Wir starten praktisch vom Nullpunkt“, sagt der griechische Regierungssprecher Stelios Petsas. Der Kuchen, den es zu verteilen gibt, werde dieses Jahr „viel kleiner“ sein. „Aber wir werden alles tun, um davon ein größeres Stück zu bekommen“, sagt Petsas.

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    Im Wettbewerb mit anderen europäischen Mittelmeerländern kann Griechenland mit guten Coronazahlen punkten. Pro eine Million Einwohner sind in Griechenland bisher 16 Menschen an Covid-19 gestorben. In Italien sind es 544, in Spanien 574, in der Türkei 54. Wie Griechenland die Epiedmie gemeistert habe, sei ein „Ausweis der Sicherheit, Glaubwürdigkeit und Gesundheit – eine großartige Reputation“, meint Ministerpräsident Mitsotakis.

    Dennoch stehen die griechischen Tourismusstrategen vor einem Problem. Ansteckung brauchen die Touristen zwar in Hellas kaum zu fürchten. Aber was, wenn sie das bisher in Schach gehaltene Virus massenhaft einschleppen? Bisher müssen sich Reisende, die aus dem Ausland in Athen eintreffen, bei der Ankunft einem Coronatest unterziehen und für 14 Tage in Quarantäne. Dazu hat die Regierung ein Hotel im Athener Stadtzentrum angemietet.

    Auf die systematischen Coronatests will Griechenland ab Mitte Juni verzichten. Es werde nur noch Stichproben geben, kündigte Mitsotakis an. Bürger aus Ländern mit „ähnlichen epidemiologischen Gegebenheiten wie Griechenland“ dürften einreisen, sagte der Premier. Welche Staaten das sind, will die Regierung in den nächsten Tagen bekanntgeben.

    Eine den griechischen Medien zugespielte Liste mit 19 unbedenklichen Staaten enthält unter anderem Länder wie Österreich, Dänemark, Bulgarien, Serbien, Kroatien und Israel. Deutschland, das pro Million Einwohner mehr als sechsmal so viele Covid-19-Tote hat wie Griechenland, steht nicht darauf. Die in den Medien kursierende Liste sei noch nicht endgültig oder offiziell, versichert man in Regierungskreisen dem Handelsblatt.

    Griechenland steckt in einem Dilemma: Ausgerechnet die für den Tourismus wichtigsten Nationen glänzen keineswegs mit besonders guten Coronawerten: Deutsche, Briten, Franzosen, Italiener und US-Amerikaner. Auf diese fünf entfielen 2019 ein Drittel aller Besucher und 45 Prozent der Einnahmen. Mitsotakis hat nun klargestellt: Ohne die Deutschen, die vergangenes Jahr vier der 33 Millionen ausländischen Touristen stellten, geht es nicht.

    Beliebte Urlaubsziele sind unterversorgt

    Um die Risiken eines neuen Aufflammens der bereits eingedämmten Epidemie zu minimieren, will Griechenland jetzt im Rekordtempo die bisher nur rudimentäre medizinische Infrastruktur der Urlaubsorte verbessern und ausreichend Test-Kapazitäten vorhalten. Auf größeren Inseln wie Korfu, Kreta und Rhodos existieren bereits moderne Kliniken mit Intensivstationen. Sie haben ihre Kapazitäten ausgebaut. So gibt es auf Korfu jetzt zwölf Intensivbetten statt sechs vor der Corona-Pandemie.

    Beliebte Urlaubsziele wie Mykonos, Santorin, Paros oder Kos sind aber bisher medizinisch unterversorgt. Gesundheitsminister Vasilis Kikilias will bis zum Beginn der diesjährigen Saison Anfang Juli auf den Inseln 550 Klinikbetten für Covid-19-Patienten reservieren. Das Ministerium entsendet außerdem zusätzliche Ärzte und Pfleger: 200 auf die Ägäisinseln, 70 auf die Inseln im ionischen Meer und 400 nach Kreta. Eine App soll den Urlaubern auf ihrem Smartphone den Weg zum nächsten Arzt oder zur nächst gelegenen Klinik weisen.

    In den Tavernen, an den Pools und an den Stränden gelten Abstandsregeln, aber Ministerpräsident Mitsotakis glaubt, das werde die Ferien nicht trüben: „Wir möchten, dass alle ein bestmögliches Urlaubserlebnis haben“, sagte er der „Bild“-Zeitung. Nur an einer heiklen Frage, die viele potenzielle Griechenland-Urlauber interessieren dürfte, knobelt die Regierung noch: „Was wir mit den Nachtklubs machen, wissen wir noch nicht.“

    Mehr: Das Coronavirus gefährdet Griechenlands Erfolge beim Schuldenabbau.

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