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Sommerzeit Darum kommt das Ende der Zeitumstellung erst einmal nicht

Geht es nach dem Willen der EU-Kommission, soll im März zum letzten Mal EU-weit die Zeit umgestellt werden. Doch so schnell wird das wohl nicht klappen.
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Zwei Mal im Jahr wird in der EU die Zeit umgestellt. Die EU-Kommission will das möglichst schnell ändern. Geht es nach ihr, gilt bald dauerhaft die Sommerzeit. Quelle: AP
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Zwei Mal im Jahr wird in der EU die Zeit umgestellt. Die EU-Kommission will das möglichst schnell ändern. Geht es nach ihr, gilt bald dauerhaft die Sommerzeit.

(Foto: AP)

BrüsselWann die EU-weite Zeitumstellung zwischen Sommer- und Winterzeit tatsächlich Geschichte ist, steht noch nicht fest: Bisher haben die EU-Institutionen dazu unterschiedliche Positionen. 2019 will die EU-Kommission, 2020 das EU-Parlament, 2021 der EU-Rat.

In dieser Woche haben vier mitberatende Ausschüsse für die Fachbereiche Agrar, Industrie, Binnenmarkt und Gesundheit des EU-Parlaments dem Kommissionsvorschlag zugestimmt und sich für eine Abschaffung der Zeitumstellung ausgesprochen. Der federführende Verkehrsausschuss stimmt im März ab. Danach geht das Ganze ins Plenum.

Den anvisierten Zeitpunkt der Kommission in diesem Jahr halten die Parlamentarier aber für unrealistisch. „Wir möchten ein zusätzliches Jahr nutzen, damit sich die Mitgliedsstaaten ausreichend koordinieren können“, sagt Peter Liese, gesundheitspolitischer Sprecher der EVP-Fraktion.

Denn die große Sorge ist, dass Europa ein Flickenteppich der verschiedenen Zeitzonen werden könnte. Es ist den jeweiligen Mitgliedsländern überlassen, ob sie dauerhaft bei der Sommer- oder der Winterzeit bleiben wollen. So hatten sich im vergangen Oktober bereits Portugal, Zypern und Polen für die Sommerzeit ausgesprochen. Finnland, Dänemark und die Niederlande dagegen für die Winterzeit.

Viele Länder haben noch keine Position gefunden. „Wir sollten den Mitgliedsstaaten Gelegenheit geben, sich zu koordinieren, und wir müssen sie auch dazu drängen“, so CDU-Politiker Liese. Das vom Rat diskutierte Datum 2021 hält er aber für zu spät. „Mit ausreichend politischem Willen kann man das schneller machen.“

Der Haken: Für die Bürger mancher Staaten ist der Wegfall der Zeitumstellung dramatischer als für andere. Würde in Spanien die dauerhafte Sommerzeit eingeführt, wäre es im Winter bis kurz vor 10 Uhr dunkel. Dagegen würde es in Polen bei dauerhafter Sommerzeit im Sommer schon um drei Uhr morgens hell. Die Zeitumstellung zweimal im Jahr sollte diese Extreme ursprünglich minimieren. Eine einheitliche Lösung zu finden, ist dementsprechend schwer.

Auch die Verkehrsbranche kritisiert eine zu schnelle Abschaffung der Zeitumstellung. Die Luftfahrtindustrie brauche ausreichend Zeit, sich auf die Änderungen vorzubereiten, sagte eine Sprecherin der Handelsvereinigung der europäischen Fluggesellschaften Airlines 4 Europe (A4E) dem Handelsblatt. Die Sommersaison 2021 sei ein realistisches Datum. Eine dauerhafte Sommerzeit habe für den Flugverkehr die geringsten Auswirkungen.

Bei einer EU-weiten Online-Umfrage der Kommission im vergangenen Jahr hatten sich 83 Prozent der 4,6 Millionen Teilnehmer dafür ausgesprochen, zukünftig nicht mehr zweimal jährlich an der Uhr drehen zu müssen. Die Mehrheit der Teilnehmer präferierte eine dauerhafte Sommerzeit.

Allerdings: Weniger als ein Prozent der 500 Millionen EU-Bürger nahmen überhaupt nur an der Umfrage teil. Zudem kam mit drei Millionen Teilnehmer der Großteil der Abstimmenden aus Deutschland, wogegen beispielsweise nur 20.000 Italiener abstimmten. Die Umfrage ist also als andere als repräsentativ.

Derzeit gibt es in der EU drei Zeitzonen: In 17 Staaten gilt die mitteleuropäische Zeit, unter anderem in Deutschland. Irland, Portugal und Großbritannien liegen eine Stunde davor, acht osteuropäische Länder eine Stunde dahinter. Das sind Finnland, Estland, Lettland, Litauen, Rumänien, Bulgarien, Griechenland und Zypern.

Für die EU-Institutionen läuft die Zeit. Sie müssen dafür sorgen, dass es in der EU auch zukünftig nur drei Zeitzonen gibt. Und nicht etliche Zeitzonen kreuz und quer über den Kontinent hinweg.

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