Sonderermittler Mueller klagt 13 Russen an Wie „Putins Koch“ und seine Crew die Trump-Wahl angeblich beeinflussten

Ein von Großgastronom Jewgeni Prigoschin finanziertes russisches Netzwerk soll mit falschen Identitäten und einer SEO-Optimierungsabteilung Trump zum Erfolg verholfen haben.
Update: 16.02.2018 - 22:35 Uhr Kommentieren
Mueller arbeitet entgegen den Interessen Trumps. Der US-Präsident bezeichnet Muellers Ermittlungen, die auch Zusammenarbeit seines Wahlkampfteams mit Moskau untersuchen, als Hexenjagd. Quelle: dpa
US-Sonderermittler Robert Mueller

Mueller arbeitet entgegen den Interessen Trumps. Der US-Präsident bezeichnet Muellers Ermittlungen, die auch Zusammenarbeit seines Wahlkampfteams mit Moskau untersuchen, als Hexenjagd.

(Foto: dpa)

WashingtonUS-Sonderermittler Robert Mueller hat 13 Russen wegen des Versuchs angeklagt, die Präsidentschaftswahl 2016 zu beeinflussen. Sie hätten mit ihren Aktionen schon 2014 begonnen, heißt es in der am Freitag vom Justizministerium veröffentlichten Klageschrift einer Grand Jury. Neben den 13 Personen werden auch drei russische Einrichtungen angeklagt. Ausführlich werden Indizien vorgelegt.

Auf der Liste der Personen steht zum Beispiel der Gastronomieunternehmer Jewgeni Prigoschin, der im Volksmund auch als „Putins Koch“ bekannt ist. Dieser soll das Netzwerk, was die Wahlmanipulationen vorbereitete, finanziell unterstützt haben. So flossen offenbar Mittel aus seinen beiden Firmen Concord Management and Consulting sowie Concord Catering für die Zwecke des Netzwerks.

Dem Netzwerk, das Mueller nur „die Organisation“ nennt, wird vorgeworfen, falsche Identitäten im Internet kreiert zu haben sowie Webseiten. Diese beschäftigten sich mit sozialen und politischen Themen und erweckten den Eindruck, von US-Aktivisten gesteuert zu sein. In Kalifornien gestand am Freitag ein US-Amerikaner unwissentlich für die Organisation gearbeitet und falsche Identitäten beschafft zu haben, um Bankkonten zu eröffnen. Er habe nicht die geringste Ahnung gehabt, mit wem er sich da eingelassen habe. Neben Identitätsdiebstahl wird der Organisation unter anderem auch Geldwäsche und Bankbetrug vorgeworfen.

Auch in den sozialen Netzwerken soll die Organisation ihr Unwesen getrieben haben und mittels falscher Accounts das politische System der USA kritisiert haben. Dabei haben die Russen „eine bedeutende Zahl von Amerikanern“ erreicht, heißt es in dem am Freitag veröffentlichten Report.

Das Ziel der Aktivitäten der Gruppe sei die Spaltung des politischen Systems der USA, wozu auch die Einmischung in den Wahlkampf 2016 zählt. Dabei sollen gezielt falsche Informationen über Kandidaten gestreut haben. Dabei ging es wohl darum, Trump zu unterstützen und seine Opponentin Hillary Clinton zu diskreditieren. Auch hätten die Russen sich an politischen Basis-Demonstrationen beteiligt und für Werbeplätze in den sozialen Medien bezahlt.

Dabei sollen Hunderte Individuen auf der Gehaltsliste des Netzwerks gestanden haben. Auch soll sie laut dem Ermittler ein Jahresbudget von mehreren Millionen Dollar gehabt haben.

Das Netzwerk habe eine komplexe Organisationsstruktur gehabt. So soll es eine Abteilung für Datenanalyse, eine Grafikabteilung und sogar eine Abteilung für Suchmaschinenoptimierung gegeben haben, damit die Propagandastücke optimal bei Google oder anderen Suchmaschinen auftauchten.

Diese Anklage ist in der lange wogenden Affäre um eine Wahleinmischung ein sehr großer Schritt. US-Präsident Donald Trump hat eine Wahleinmischung seitens Russlands immer bestritten. Er bezeichnet Ermittlungen, die auch eine etwaige Zusammenarbeit seines Wahlkampfteams mit Moskau untersuchen, als Hexenjagd. Nach Veröffentlichung der Ergebnisse erklärte er auf Twitter, „weit hergeholte“ Anschuldigungen dienten nur „schlechten Akteuren wie Russland.“ Er forderte erneut eine Einstellung der Untersuchungen über eine Verbindung zwischen seinem Wahlkampfteam und russischen Akteuren.

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