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Startendes Flugzeug

Sonderflüge sollen trotz der Einreisebeschränkungen dafür sorgen, dass Mitarbeiter deutscher Firmen nach China kommen.

(Foto: dpa)

Sonderflüge Chartermaschinen sollen Mitarbeiter aus Deutschland nach China bringen

Trotz Einreisebeschränkungen sollen bald zwei Flüge mit Angestellten deutscher Firmen nach China starten. Die Aktion könnte zum europäischen Vorbild werden.
26.05.2020 - 09:14 Uhr 1 Kommentar

Peking Mitarbeiter deutscher Firmen sollen trotz umfassender Einreisebeschränkungen noch in dieser Woche zu ihrem Arbeitsplatz in China zurückfliegen. Nachdem ein für den 25. Mai geplanter Flug verschoben werden musste, bricht nach Informationen des Handelsblatts am Freitag eine erste Maschine mit rund 200 deutschen Mitarbeitern an Bord in das nordostchinesische Tianjin auf. Am 3. Juni soll gleich schon der nächste Flug mit rund 200 Passagieren abfliegen, diesmal nach Schanghai.

An Bord sind größtenteils wichtige Mitarbeiter deutscher Unternehmen, Spezialfachkräfte und deren Familienangehörige, aber auch vereinzelte Journalisten und Diplomaten, die in Deutschland gestrandet waren.

Wenn alles reibungslos verläuft, wäre es der erste Flug dieser Art für Mitarbeiter europäischer Unternehmen. Am 28. März hatte die chinesische Regierung einen umfassenden Einreisestopp für Menschen ohne chinesische Staatsangehörigkeit erlassen. Seitdem war es Mitarbeitern europäischer Firmen nur in seltenen Ausnahmefällen möglich, einzelne Angestellte nach China zu holen. Wirtschaftsvertreter klagten, dass durch den Mangel an Fachkräften wichtige Projekte nicht weiter vorangetrieben werden konnten.

Organisiert werden die Flüge von der deutschen Auslandshandelskammer (AHK) in China, das Auswärtige Amt unterstützt von politischer Seite. Die AHK hofft, dass in naher Zukunft weitere Flüge möglich werden und das deutsche Modell Vorbild für eine europaweite Lösung für gestrandete Mitarbeiter europäischer Firmen in China wird. „Der Bedarf ist riesig“, sagte Jens Hildebrandt, Chef der AHK in Peking, dem Handelsblatt.

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    Eine Umfrage unter Mitgliedsunternehmen Anfang Mai hatte ergeben, dass sich allein 2000 bis 2500 Angestellte deutscher Firmen, Spezialkräfte und deren Familienangehörige noch außerhalb Chinas befinden. „Die deutschen Charterflüge nach China könnten ein Vorbild für europäische Flüge werden“, sagt AHK-Chef Hildebrandt. „Wünschenswert wäre, wenn wir demnächst Charterflüge organisieren könnten, die europäisch besetzt sind und auch Mitarbeiter europäischer Unternehmen wieder zurück an ihren Arbeitsplatz nach China bringen.“ Schon jetzt gebe es Nachfragen von anderen europäischen Staaten. Auf der Passagierliste für die AHK-Flüge nach Schanghai und Tianjin befinden sich bereits Staatsangehörige anderer EU-Staaten, die für deutsche Firmen arbeiten.

    Umfangreiche Vorsichtsmaßnahmen

    Die Passagiere an Bord der zwei Charterflüge müssen umfassende Vorsichtsmaßnahmen einhalten. So sollen nur diejenigen überhaupt in den Flieger in Deutschland einsteigen können, die einen negativen Covid-19-Test vorweisen können. In China angekommen müssen sie einen weiteren Covid-19-Test sowie einen Antikörpertest machen. Zudem müssen sie 14 Tage in Quarantäne in einer zentralen Einrichtung, sprich in ein Hotel.

    Ein erster für den 25. Mai geplanter Flug musste verschoben werden, weil es noch Klärungsbedarf mit den Lokalbehörden gab, die die für die Ausstellung der Einreise-Visa nötigen Einladungen aussprechen mussten. China steckt in einer Zwickmühle: Auf der einen Seite will die Zentralregierung in Peking die Wirtschaft wieder zum Laufen bringen. In den ersten drei Monaten des Jahres war die Wirtschaftsleistung um 6,8 Prozent eingebrochen infolge der strengen Restriktionen zur Eindämmung des Coronavirus. Auf der anderen Seite sind die Lokalregierungen aber unter großen Druck, dass es keine neuen Fälle von mit dem Krankheitserreger infizierten Menschen auftauchen.

    Mehr: Lesen Sie hier, warum der Druck auf den chinesischen Tech-Riesen Huawei steigt

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    1 Kommentar zu "Sonderflüge: Chartermaschinen sollen Mitarbeiter aus Deutschland nach China bringen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Etwas mehr sachkritischen Journalismus haette diese Angelegenheit sicherlich verdient. Den dringend in China benoetigten Auslaendern wird die Tuer geoeffnet, weil eben genau diese Kompetenzen hier bitterlich fehlen. Was ist mit den Expats die seit 4 Monaten in China festsitzen, nicht zu dringenden privaten und geschaeftlichen Angelegenheiten nach Hause reisen bzw. wieder zurueckkehren koennen. Ohne Quarantaene. Trotz gueltiger Arbeitserlaubnis, trotz gueltiger Aufenthaltsgenehmigung, trotz nachweisbarem Lebensmittelpunkt in China. Als Gast in diesem Lande muss man die Vorschriften respektieren. Solange es aber nur in die eine Richtung geht: Fachleute von Deutschland / Europa nach China, die sich dann dort bei Einreise auch noch einer zweiwoechigen Zwangsquarantaene unterziehen muessen, waehrend es gleichzeitig keine Reiseerleichterung fuer die permanent Ansaessigen gibt, ist man weit, weit, weit (!) weg auch nur vom Ansatz einer Reiseerleichterung, wie es dieser Artikel zu suggerieren versucht. Ignoriert werden diejenigen, die auf der Hoehe der lokalen Epedemie loyal zu Land und Job gestanden haben, China eben NICHT verlassen haben, als es im Februar noch moeglich war, sondern sich vor Ort allen Risiken und Unwaegbarkeiten gestellt haben. Sieht Frau Heide wirklich einen Grund, Ende Mai einen Charterflug mit Leuten zu feiern, die sich in der Krise in die heimische Komfortzone zurueckgezogen haben, waehrend lokale Expats ausgeharrt und bereits im Maerz wieder vor Ort - in den Firmen! Nicht aus der online-Sicherheitszone heraus - die in China ansaessigen Unternehmen unterstuetzt haben - und es nicht wert ist, diese Menschen auch nur mit einer Silbe zu erwaehnen? Wenn dann oberste Repraesentanz der AHK es NICHT als vorrangiges Ziel sieht, die Reisefreiheit dieser Menschen zu unterstuetzen, sondern die Einreise anderer Europaeer nach China priorisiert, muss man das Selbstverstaendnis dieser Organisation zwangslaeufig in Frage stellen. Tut Frau Heide leider nicht...

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