Sozialisten abgestraft Rechtsextreme Franzosen auf dem Vormarsch

Die Kommunalwahl in Frankreich wird zum Denkzettel für Präsident Hollande. Die niedrige Wahlbeteiligung begünstigt dabei in einigen Städten den Vormarsch der Ultrarechten: Front National-Chefin Le Pen triumphiert.
Update: 24.03.2014 - 07:53 Uhr 22 Kommentare

Wähler strafen Hollande bei Kommunalwahl ab

ParisBeim ersten Wahlgang der französischen Kommunalwahl haben die regierenden Sozialisten die von ihnen befürchtete Niederlage erlitten. Laut Innenminister kommen die Konservativen auf 46,54 Prozent, die gemäßigte Linke auf 37,74 Prozent und die Front National auf 4,65 Prozent.
In zahlreichen Fällen, vor allem im Süden Frankreichs, kommen die Sozialisten sogar nur auf den dritten Platz, noch hinter der rechtsextremen Front National. Die Zahl der Nichtwähler erreichte einen neuen Rekordwert. Weniger als 62 Prozent der Franzosen beteiligten sich an der nur alle sechs Jahre in den rund 16.000 französischen Kommunen stattfindenden Wahl. Das sind rund sechs Prozentpunkte weniger als 2008.

Wie ein Schock wirkten die Hochrechnungen aus Marseille, der zweitgrößten Stadt Frankreichs: Dort ist der Kandidat der Sozialisten Patrick Menucci, der sich vor einigen Wochen noch Hoffnungen auf den Wahlsieg gemacht hatte, noch hinter die Rechtsextremen zurückgefallen. Jean-Claude Gaudin, der 74-jährige Konservative, der die als Hauptstadt des Verbrechens geltende Hafenstadt seit 18 Jahren als Bürgermeister führt, kann sich trotz seiner bescheidenen Bilanz der Wiederwahl bereits sicher sein. Gut 20 Prozentpunkte hinter ihm folgt die Liste der Front National.

Die sich abzeichnende Niederlage der Sozialisten in Marseille ist ein Hinweis darauf, dass bei dieser Kommunalwahl nicht allein nach lokalen Gesichtspunkten abgestimmt wurde. Offenbar nutzten viele Wähler die Chance, ihrer Unzufriedenheit mit Staatspräsident François Hollande und seiner Regierung Ausdruck zu verleihen. In einer Ansprache am Wahlabend räumte Premier Jean-Marc Ayrault ein, das Land befinde sich „in einem schwierigen Prozess der Umgestaltung und Reform“. Beim zweiten Wahlgang am kommenden Sonntag sollten die „demokratischen und republikanischen Kräfte“ verhindern, dass die Front National sich durchsetzen könne.

Front National jetzt „nationale und lokale Kraft“
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22 Kommentare zu "Sozialisten abgestraft: Rechtsextreme Franzosen auf dem Vormarsch"

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  • @ Fredi

    „Vermutlich haben dann nicht die Deutschen den 2.Weltkrieg begonnen?? O je, so lange ists doch gar nicht her!“

    Oh je, welch einseitiges Geschichtsbild, so, wie man es von einem braven Deutschen erwartet.

    Der Name Artur Piernikarz wird Ihnen vermutlich nichts sagen. Er war unter dem Namen Asher Ben-Natan Israels erster Botschafter in Bonn und wurde in dieser Eigenschaft 1967 von einem deutschen Journalisten gefragt, wer denn nun diesen Krieg (gemeint war der Sechstagekrieg) vom Zaun gebrochen hat. Der Herr Botschafter antwortete: “Es ist völlig belanglos danach zu fragen, wer den ersten Schuß abgegeben hat. Viel wichtiger ist es zu klären, wie es dazu gekommen ist.“
    Für den WK II beginnt die Klärung 1919 mit der Verkündung des Versailler Diktates, den damit verbundenen Gebietswegnahmen im Osten und dem völkerrechtswidrigen Verhalten der polnischen Regierung gegenüber den nun in Polen wohnenden Deutschen. Die polnische Drangsale betraf zwischen 1919 und 19139 nicht nur Deutsche, sondern auch Ungarn, Russen, Ukrainer und später Tschechen.

  • @ Marc-Hoffmann
    da haben sie recht, zumal an den Händen dieser Rechten in der Ukraine wahrscheinlich das Blut vom Maidan klebt..

  • @ MarkusB

    Den Mindestlohn gibt es neben fast allen europäischen Ländern sogar in UK und den USA; alle stehen nicht im Verdacht sozialistisch zu sein.
    Die Armut für Deutschland zeigt damit nur, dass sie ebe KEINE Partei für Menschen ist, die ihr Geld mit Arbeit verdienen. Ähnlich Tea-Party..

  • @ MarkusB

    " perspektivloser junger Männer setzen" Die Perspektivlosigkeit der Jugend ist in Europa gigantisch! 50% und mehr Jugendarbeitslosigkeit. Und das nicht wegen irgendwelchen Ausländern, sondern damit die Reichen immer reicher werden, die Banken fette Gewinne machen. Diesen Aspekt übersehen die Rechten gefilssentlich. Und deshalb dürften den Rechten bei der Opfersuche sowohl Banken wie auch Reiche zur Hand gehen....

  • @ yahel
    Vermutlich haben dann nicht die Deutschen den 2.Weltkrieg begonnen?? O je, so lange ists doch gar nicht her!

  • @ Fredi
    „Und das war bei Krupp& Co. vorhanden. Ohne dieses Geld hätte es diesen Krieg nie gegeben.“

    Sie vergessen geflissentlich sämtliche Banken der Londoner City und der NY Wallstreet, die diese Kriege, WK I + II, finanzierten.
    Inszeniert wurden sie von Politikern, wie Halifax, Churchill, Roosevelt, Beck. Die Ersteren definierten Ziele, die sie nicht einhalten konnten, der Letzte war deren nützlicher Idiot, der sich auf Grund ihm gemachter Versprechungen zu Handlungen hinreißen ließ, die letztlich zur gewünschten Eskalation führen mußten.

    Zitat: "Wir sind 1939 nicht in den Krieg gezogen, um Deutschland vor Hitler, die Juden vor den KZ, den Kontinent vor dem Faschismus zu retten. Wie 1914 sind wir für den nicht weniger edlen Grund in den Krieg eingetreten, daß wir eine deutsche Vorherrschaft in Europa nicht akzeptieren konnten".
    Sunday Correspondent, London, 17.9.1989 (vgl. "Frankfurter Allgemeine", 18.9.1989)

  • @holger
    Vielleicht kann ich Ihnen ja eine Antwort darauf geben.
    Wenn Sie heutzutage den Nationalpatriotismus leben, sich für Ihre Gemeinde, Ihre Mitmenschen und deren Wohl einsetzen, Kriminelle entfernen oder fern halten und Zivilcourage zeigen, auf die Ungerechtigkeiten hinweisen und sich dagegen einsetzen, darüber hinaus nicht homosexuell sind, keine das Bewusstsein verändernde Drogen konsumieren, die Hegemonialansprüche der US-Amerikaner ablehnen, sich nicht an kleinen Baby-Pullermännern ergötzen und darüber hinaus auch noch die Europäische Union in ihrer jetzigen Form ablehnen, gelten Sie als brandgefährlicher Rechtsradikaler.
    Komisch dabei ist nur, dass man doch eigentlich genau das immer von den Menschen verlangt, dass sie Verantwortung für sich selbst, ihre Mitmenschen und ihre Umwelt übernehmen. Na, klingelt es jetzt?
    Ich bin übrigens in diesem Sinne mehr als stolz darauf, ein Rechtsradikaler zu sein. Allein diese Bezeichnung adelt einen ja schon. Mit anderen Worten, rechtsradikal könnte bald ganz groß in Mode kommen, denn verglichen mit den Heuchlern sind das ja wohl die ehrlicheren und besseren Menschen.
    Leben wir nicht in einem Irrenhaus?

  • "Rechts-Extreme" ?? Sie meinen vielleicht eine Partei die sich gegen den totalen Verlusst einheimischer Traditionen stellt. Möglicherweise wie bei uns ungf. die AfD !? Wenn das "Rechts-Extrem" für Sie bedeutet, finde ich Ihre Stellungnahme sehr 'Links-Extrem', und erkläre mich in dem Fall als 'Ultra-Extrem-Rechts'. Ich glaube man hat ein Geburtsrecht wenigstens die schöneren Traditionen seiner Heimat zu geniessen und diese nicht von zugewanderten Kulturen überschwemmt, zu verlieren.

  • @ Marc_Hoffmann,

    wie Recht Sie haben. Die Scheinheiligkeit tut schon weh, wenn man bedenkt, mit wie vielen Diktatoren der Westen, Frankreich, Deutschland usw. ihren Handel und sogar Waffen-Handel betreiben. Und es wäre SEHR wünschens-wert, wenn das Handelsblatt mal erklären könnte, was Sie unter "den" Rechtsextremen", "den" Ultra-Rechten usw. verstehen. Für mich ist der Front National der Teil der Franzosen, der sich noch als der anständige Teil der Franzosen versteht, der noch Achtung hat vor Land, Geschichte, Kultur und Lebensweise und diese anti-französische Welfare- und Migrations-Politik für die Einwanderer in die Sozialhilfe-Systeme ablehnt, weil damit Frankreich und seine Menschen der Beliebigkeit der rot-grünen und Gutmenschen-Politik negativ ausgesetzt werden. Übrigens: Die seriöse Einwanderung von Leuten mit ausreichenden Französich-Kenntnissen und ordentlicher Berufs-Ausbildungf wird auch vom Front-National gar nicht abgelehnt - das Gegentei ist eine Lüge..!

  • @ Matthes Nein, Frankr. hat nicht die gleichen Probleme wie Deutschland, sondern ganz andere. Mit der EU hat es auch nichts zu tun, wenn auch behauptet. Ueber 60% der Franzosen, wollen den EURO behalten!
    50% der Franzosen zahlen keine Steuer auf ihr Gehalt/Einkommen,
    alle Familien haben Anspruch auf die "allocation familiale", finanziert von Unternehmen,
    die franz. Verwaltung ist ein Monstrul, genannt "mille feuilles" =Blaetterteig", der finanziert werden muss, daher seit Jahrzehnten Schulden machen!!!!
    EU bvzw. Deutschland werden zwar hin u. wieder als Siuedenboecke genannt, aber das zieht auch nicht mehr so arg.
    Der Staat ist an sehr vielen CAC 40 Unternehmen beteiligt, u. verdient mit, ausserdem werden dort treue Parteimitglieder untergebracht...... Frankr. ist ein sozialistisches Land, ob das den Deutschen gefallen wuerde, immer fuer die Armen zu zahlen, der Soli ist ja schon zuviel

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