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Sozialisten fordern Staatsbegräbnis Serbiens Regierung wackelt

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Die Sozialisten drohten mit dem Auszug aus dem Parlament, um die Regierung von Premier Kostunica unter Druck zu setzen. Die Regierung, der die Demokratische Partei Serbiens und die Expertengruppe G17 angehören, braucht aber die 22 Stimmen der Sozialisten im Parlament, um Gesetze und sonstige Projekte durchzubringen. Die G17 und ihr Vizepremier Miroljub Labus sind entschieden gegen ein Staatsbegräbnis für Milosevic. Regierungschef Kostunica hält sich bisher bedeckt und hat der Familie des Toten kondoliert.

Serbiens Minister für Menschenrechte und nationale Minderheiten, Rasim Ljajic, schlug vor, es Milosevics Familie zu überlassen, wo sie den Verstorbenen beerdigen wolle. Mira Markovic, die Witwe des Ex-Präsidenten, erklärte, ihr Mann solle seine letzte Ruhestätte in seinem Geburtsort Pozarevac in Nordostserbien finden. Um zur Beerdigung nach Serbien reisen zu können, hat Markovic inzwischen die Aufhebung des internationalen Haftbefehls gegen sie beantragt. Die Milosevic-Witwe wird wegen Amtsmissbrauchs über Interpol gesucht. Die Polizei will mit ihr auch über den Auftragsmord an dem früheren politischen Ziehvater Milosevics, Ivan Stambolic, sprechen, hinter dem ihre Familie stehen soll.

Der Milosevic-Prozess in Den Haag wird heute voraussichtlich mit einer letzten Sitzung der zuständigen Strafkammer zu Ende gehen. Diese werde wohl das Ende des Verfahrens beschließen, das nach dem Tod eine Angeklagten nicht fortgesetzt werden könne, teilte das Uno-Tribunal mit.

Die juristische Aufarbeitung der Balkankriege um das auseinander gefallene Jugoslawien werde aber auch ohne Milosevic weitergehen, betonte Wolfgang Schomburg, einer der beiden deutschen Richter am Uno-Tribunal, im Deutschlandfunk: „Dieser Einzelfall, auf den in so besonderer Weise geschaut wurde, ist nicht in der Lage, das Gesamtwerk des Tribunals in irgendeiner Weise zu zerstören.“

Die Geldquellen des Milosevic-Clans

Bekannter Besitz: Die Schweiz blockiert 9 Mill. Franken auf Milosevic-Konten. Für 2 000 Euro schanzte er sich eine Prachtvilla in Belgrad zu.

Selbstbedienung: 1989/90 presste die Milosevic-Regierung den Bürgern für eine „Volksanleihe zur Wiedergeburt Serbiens“ 108 Mill. Euro ab, der Großteil verschwand in privaten Taschen. 1991 fror sie alle Spareinlagen in Devisen ein. So eignete sich der Staat – beherrscht vom Milosevic-Clan – 4,4 Mrd. Euro an. Als die ersten beiden Privatbanken ihren Kunden 670 Mill. Euro schuldig blieben, hatte auch Milosevic kassiert.

Wegelagerei: Die „Eintrittsgebühr“ für alle Autos an der Grenze von bis zu 150 Euro floss direkt an die Familie. Die kassierte auch durch die Vergabe von Monopolen für Benzin, Waffen, Arzneien und Nahrungsgüter. Milosevic-Sohn Marko verdiente als Großkrimineller im Zigarettenschmuggel.

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