Spanien Für Barzahlungen soll es ein Limit geben

Schon viele spanische Regierungen haben sich an der Steuerhinterziehung die Zähne ausgebissen. Doch Premier Rajoy will jetzt endlich Erfolge erzielen. Nie war der Druck größer.
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Spanischer Golfer: Land der 500-Euro-Scheine. Quelle: dapd

Spanischer Golfer: Land der 500-Euro-Scheine.

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MadridSpanien galt bis vor kurzem als das Land in Europa, wo die meisten 500-Euro-Scheine im Umlauf waren - allerdings ein Phänomen des Immobilienbooms, der längst zu Ende ist. Mittlerweile ist der Markt zusammengebrochen, gibt es kaum noch Immobilientransaktionen, entsprechend auch wenig Steuerdelikte in diesem Bereich. Auch ist das spanische Steueramt recht streng, überprüft regelmäßig Konten, die Informationspflichten der Banken sind viel größer als etwa in Deutschland.

„Doch gibt es kleinere Firmen und Selbständige, die Rechnungen nur über einen Teil ihrer Leistungen ausstellen, das heißt, ein Teil der Einnahmen sind schwarz und es wird sowohl Einkommens- oder Körperschaftssteuer als auch Umsatzsteuer hinterzogen. Wegen der strengen Informationspflichten der Banken sei in Spanien „die Abtrennung zwischen schwarz oder weiß eindeutiger als in Deutschland“, sagt Andreas Trost, Partner und Steuerexperte bei der spanischen Großkanzlei Cuatrecasas.

Noch nie war der Druck so groß wie jetzt, für die gerade angetretene konservative Regierung von Premier Mariano Rajoy, mehr Steuern einzutreiben. Stolze 40 Milliarden Euro muss Rajoys Regierung in diesem Jahr zusätzlich aufbringen, um das mit Brüssel vereinbarte Defizitziel von 4,4 Prozent zum Jahresende zu erreichen. Was liegt näher, als es einmal mehr mit Maßnahmen gegen Steuerhinterziehung zu versuchen. Finanzminister Cristobal Montoro legte dem Kabinett denn auch letzte Woche einen „Generalplan zur Steuerkontrolle 2012“ vor, mit dem er dieses Jahr die erstaunlich präzise Zahl von 8,171 Milliarden Euro mehr einzunehmen gedenkt.

Die Barzahlung soll ab einer bestimmten Summe limitiert werden, ähnlich wie es schon in Frankreich oder Italien praktiziert wird. Mit Hilfe der Informationen von ehemaligen Steuerparadiesen wie Andorra, Panama oder Bahamas, durch eine verstärkte Zusammenarbeit mit der Sozialversicherungsbehörde, den Inspektoren gegen die weitverbreitete Schwarzarbeit, dem Zoll sowie zwischen den föderalen Ebenen will das Finanzamt künftig diverse Schlupflöcher stopfen.

Die Europäische Kommission zeigte sich indes skeptisch über die von den Spaniern angegebene Summe. „Wir haben diese Diskussion bereits mit anderen Mitgliederstaaten über die Einnahmen aus dem Kampf gegen Steuerhinterziehung gehabt – es ist keine garantierte Summe“, erklärte Kommissionssprecher Olivier Bailly.

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6 Kommentare zu "Spanien: Für Barzahlungen soll es ein Limit geben"

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  • Ich bezahle, von Kleinbeträgen abgesehen, bargeldlos, also mit Kreditkarte. Das hat für mich große Vorteile. Mehrkosten entstehen dabei nicht, ganz im Gegenteil, ich ahbe noch einen wenn auch kleinen Zinsgewinn.

  • Ich habe es schon einmal hier geschrieben. Ich fand die Theorie der EUDSSR absolut hahnebüchen. Ich befand mich im gefährlichen Irrtum.

  • Ja..der kleine Bart geht an die EZB und Deutschland gilt als fleissiger Vorreiter einer neuen Diktatur der Finanzmafia und Politik. Wenn es ginge würde man das Geld mit GPS ausrüsten um die vollständige Kontrolle zu erhalten. Strom bar einzahlen mit z,B 50 Euro geht nur mit Ausweis in Deutschland wie alle Bareinzahlungen. Der Euro
    wird zum zweiten Ausweis dieser Republik und der Tag wird kommen wo im Kaufhaus der Ausweis beim Kauf von teuren Elektrogeräten verlangt wird. Bis hin zu Aldi und Co.
    Alles dient der Sicherheit...einer korrupten Politiker-Bande.

  • Es ist der Wunsch jeder Regierung, Kontrolle zu erlangen, weil jede Regierung glaubt, daß sie Ihren Willen gegen den Bürgerwillen mit Gewalt durchsetzen darf.
    Die Bürger sagen ja auch "ja" dazu, weil sie glauben, daß nur gegen die "bösen" Bürger Gewalt angewandt wird.

  • Die Abschaffung anonymen Bargelds begleitet den Weg in die Diktatur.
    Dies soll es dem Reich Nummer vier ermöglichen unter künstlicher Niedrighaltung der Zinsen praktisch beliebig Schulden zu machen.
    Grundnahrungsmittel kann man künstlich billig halten. Die Bürger haben dann zwar Geld auf dem Konto, können aber nichts dafür kaufen, weil nur der Kauf zugelassener Artikel erlaubt ist. So soll die EUdSSR noch über viele Jahre stabilisiert werden.

  • Wieder einmal schiebt man fadenscheinige Begründungen vor um das Bargeld schrittweise abzuschaffen - Zum Vorteil der Banken und Finanzoligarchie! Merken die Bürger eigentlich gar nix mehr?

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