Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Spanien Katalonien will am Montag die Unabhängigkeit erklären

Das katalanische Parlament wird wohl bereits am Montag seine Unabhängigkeit ausrufen. Darauf haben sich die katalanischen Parteien laut einem Bericht geeinigt. Kontakte zur Regierung in Madrid gibt es derzeit nicht.
04.10.2017 - 13:08 Uhr 2 Kommentare
Bei einem Referendum hatte eine deutliche Mehrheit der Wähler am Sonntag für eine Loslösung Kataloniens von Spanien gestimmt. Quelle: dpa
Katalonien

Bei einem Referendum hatte eine deutliche Mehrheit der Wähler am Sonntag für eine Loslösung Kataloniens von Spanien gestimmt.

(Foto: dpa)

Barcelona Das katalanische Parlament wird voraussichtlich am Montag zusammentreten, um die Unabhängigkeit der Region von Spanien auszurufen. Darauf hätten sich die Sprecher der katalanischen Koalitionsparteien am Mittwoch in Barcelona geeinigt, berichteten die Zeitung „La Vanguardia“ und andere Medien am Mittwoch.

Die endgültige Entscheidung wollten die Fraktionssprecher der separatistischen Allianz Junts pel Sí (Gemeinsam fürs Ja) sowie der kleinen Linkspartei CUP nach Festlegung der Tagesordnung der Plenarsitzung im Laufe des Mittwochs treffen, hieß es. Die separatistischen Parteien haben im Regionalparlament in Barcelona eine absolute Mehrheit der Sitze.

„Schlagstöcke statt Dialog“
La Repubblica: „Die Wunde ist tiefer geworden“
1 von 17

„Jetzt, wo die Urnen geschlossen oder beschlagnahmt sind, jetzt, wo sich die Rauchbomben auflösen und das Blut der Hunderten Verletzten auf den Bürgersteigen Barcelonas trocknet, stehen Katalonien und Spanien exakt dort, wo sie auch ohne den Gewaltausbruch gestanden hätten. Die Stimmen auszuzählen, ist vollkommen unnütz. Die Unabhängigkeitsbefürworter werden den Sieg erklären und den Prozess zur Loslösung einleiten. Die Regierung in Madrid erklärt das Referendum für null und nichtig. Es muss zwischen beiden Parteien nun zum Dialog kommen, den sie beide aus bloßem politischen Kalkül bisher verweigert haben. Aber die Wunde ist tiefer geworden. Und sie hat sich entzündet: Durch das, was die Spanier als sezessionistischen Putsch definieren. Und durch das, was die Katalanen eine ungerechtfertigte Unterdrückung ihrer Grundrechte sehen.“

(Quelle: dpa)

(Foto: dpa)
Rzeczpospolita, Polen: „Generationenlange Konsequenzen“
2 von 17

„Man darf nicht vergessen, dass das Referendum, das ohne offizielles Wählerverzeichnis und Kontrolle über die Ausgabe von Stimmzetteln stattfand, nicht Grundlage für die Anerkennung der Unabhängigkeit Kataloniens sein kann. Insbesondere, da viele Spanien treue Katalanen nicht an der Abstimmung teilnehmen wollten, die das Verfassungsgericht für unrechtmäßig befunden hatte. (...) Die in diesen Tagen getroffenen Entscheidungen können jahre- oder sogar generationenlange Konsequenzen haben (...) Wenn die Abstimmung auch nur von einem Land des vereinigten Europas anerkannt wird, fällt nicht nur die spanische Demokratie, sondern die EU selbst, die ohne die gegenseitige Loyalität ihrer Mitgliedstaaten nicht existieren kann. Es kommen Erinnerungen an die tragischen Ereignisse auf, die zum Spanischen Bürgerkrieg 1936 geführt haben. (...) Rajoy muss auf schnellsten Weg den Frieden wiederherstellen und den Dialog mit den katalanischen Regierenden aufnehmen.“

(Foto: dpa)
24 Tschassa, Bulgarien: „Schlagstöcke statt Dialog“
3 von 17

„Es liegt auf der Hand, dass falls sich Katalonien von Spanien abspalten sollte, ähnliche Forderungen in ganz Europa als ungewollte Kettenreaktion kursieren werden. Alle Forderungen der Katalanen hätten aber auf den Tisch gelegt werden sollen, und man hätte im Dialog zwischen Barcelona und Madrid konstruktive Lösungen suchen müssen. Stattdessen starrt ganz Europa darauf, wie Polizisten mit Hämmern, Äxten, Schlagstöcken und Gummipatronen versuchen, die Abstimmung auf Anordnung der Regierung in Spanien zu vereiteln.“

(Foto: dpa)
Hospodarske noviny, Tschechien: „Spanien seinen Kampf um Katalonien verloren“
4 von 17

„Bis zu diesem Punkt konnte niemand mit Sicherheit sagen, ob die Katalanen sich für Unsicherheit in Form der Unabhängigkeit entscheiden würden. Jetzt kann es daran kaum noch Zweifel geben, ungeachtet dessen, wie viele Menschen tatsächlich ihre Stimme abgeben konnten. Denn die Palette der Argumente für ein unabhängiges Katalonien ist nun um einen Aspekt reicher – den Zorn. Bis jetzt wäre es völlig überzogen gewesen, Parallelen zwischen dem heutigen demokratischen, prosperierenden und an der europäischen Integration teilhabenden Spanien mit der Franco-Diktatur zu ziehen. Doch nun wird es für die Katalanen zumindest auf der emotionalen Ebene einfach sein, die Gummigeschosse vom Sonntag mit den Knüppeln und der militärischen Unterdrückung General Francos zu vergleichen. Mit diesem Tag hat Spanien seinen Kampf um Katalonien verloren.“

(Foto: dpa)
Sme, Slowakei: „Nicht klar, warum die Katalanen gehen wollen“
5 von 17

„Erwarten wir nicht allzu viel an lauten Protesten aus dem Rest der Welt, dem bisher noch nicht wirklich klar geworden ist, warum sich die Katalanen dem beunruhigenden Trend zur Teilung und des Auseinanderbrechens anschließen wollen. Dass nur wenige Spanier und noch weniger Katalanen oder Basken der Madrider Regierung vertrauen, heißt noch nicht, dass Franzosen oder Finnen ihnen zustimmen müssen – oder den Zerfall eines EU-Mitgliedslandes unterstützen wollen.“

(Foto: dpa)
Rossijskaja Gaseta, Russland: „Ja zur Demokratie“
6 von 17

„Umfragen zufolge gab es bislang weniger Anhänger einer Abspaltung von Spanien als Verfechter des Status Quo – etwa 40 Prozent. Doch seit die Emotionen wegen der Abstimmung hochgekocht sind, geht es den Menschen darum, überhaupt ihre Meinung äußern zu dürfen. Madrid spricht ihnen das Recht darauf ab und verweist auf die Gesetze des Landes. Doch mehr als 80 Prozent der Katalanen geht es genau darum. „Ja zur Demokratie“ war die häufigste Losung auf Transparenten, auf Stickern, an Balkonen und sonst wo.“

(Foto: dpa)
Dennik N, Slowakei: „So sieht Demokratie nicht aus“
7 von 17

„Es ist möglich, dass auch weiterhin nicht die Mehrheit der Katalanen die Unabhängigkeit will, sondern nur eine laute Minderheit. Doch die Regierung in Madrid tut alles dafür, das zu ändern – so dass die Unabhängigkeitsbefürworter die Mehrheit werden und stärkere Argumente bekommen. Falls nämlich bisher die Mehrheit der Katalanen nicht die Unabhängigkeit wollte, dann will sie zumindest das Recht, darüber selbst entscheiden zu dürfen. Und dieses Recht kategorisch abzulehnen, die Menschen mit Gewalt vom Referendum abzuhalten, brutal auf Wähler einzuschlagen, die zu den Abstimmungslokalen kommen, so sieht Demokratie nicht aus. Weitere Gespräche abzulehnen und stattdessen rohe Gewalt anzuwenden, war das Schlimmste, das die spanische Regierung machen konnte. Damit hat sie alles dafür getan, Katalonien zu verlieren.“

(Foto: dpa)

Für den Abend (21 Uhr) hat der katalanische Regierungschef Carles Puigdemont eine Mitteilung angekündigt. Am Dienstag hatte Puigdemont bekräftigt, Katalonien wolle sich binnen weniger Tage unabhängig erklären. Ein mögliches Eingreifen der Zentralregierung in Madrid halte er für einen Fehler. Er betonte, derzeit bestehe kein Kontakt zwischen Barcelona und Madrid.

Bei einem Referendum hatte eine deutliche Mehrheit der Wähler am Sonntag für eine Loslösung Kataloniens von Spanien gestimmt. Barcelona hatte das Referendum gegen das Verfassungsgericht und die Zentralregierung abgehalten. Die Wahlbeteiligung lag nach amtlichen Angaben bei etwas mehr als 40 Prozent.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen
    • dpa
    Startseite
    2 Kommentare zu "Spanien: Katalonien will am Montag die Unabhängigkeit erklären"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • 2004 Wurden Baltischen Staaten i/d EU aufgenommen wo jetzt noch in Estland+Letland 330.000 Einwohner keine normalen Buergerrechte haben,koennen nicht an Wahlen+Buergerfunktionen teilnehmen.2014 Wurde mit der Ukraine einen Beitrittsantrag unterzeichnet ohne zu verlangen das der Status der veraengstigten russischen Minderheit im Osten geloest wird(schon 1,5 mio Fluechtlinge),i/d Moldau wurden Wahlen organisiert fuer einen EU-Beitrittsantrag+kurz bevor wurde eine groessere (russische) politische Partei v/d Wahl ausgeschlossen.Natuerlich hat man 3-5 Jahre zuvor im US-NatoHauptquartier die Moeglichkeiten fuer Osteuropa extrapoliert.2012 Erhielt die EU den NobelFriedensPreis mit Begruendung aus Europa ein Kontinent des Friedens gemacht zu haben,waehrend man gerade den Keim fuer Unruhen gesaeht hat.Kosovo bekam 2008 Unabhaengigkeit ohne Referendum was 2017 Kalalonien verweigert wird nach Referendum m 90% JaStimmen.Weiteres moegliche Unabhaengigkeitsreferendum 2017 Venetien,Italien

    • Schwachsinn einer Minderheit aus 90 % Befürwortern, von 40% Wählern = 36% Einwohnern.

      (Wie wollen die zukünftig ihre Einkäufe bezahlen? Mit € doch wohl nicht?)

    Serviceangebote
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%