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Sparen in Spanien Madrids Massen ziehen auf die Straße

Spaniens Antrag auf Gelder aus dem EFSF hat neue Sparmaßnahmen nach sich gezogen. Gegen die Entscheidungen des Haushaltsministers protestiert die Bevölkerung in Massen. In der Nacht setzte die Polizei Gummigeschosse ein.
19.07.2012 Update: 20.07.2012 - 02:35 Uhr 21 Kommentare
Tausende demonstrieren in Madrid gegen Sparmaßnahmen. Quelle: AFP

Tausende demonstrieren in Madrid gegen Sparmaßnahmen.

(Foto: AFP)

Madrid Die spanische Polizei hat in der Nacht zum Freitag in der Hauptstadt Madrid Gummigeschosse gegen Teilnehmer eines Massenprotests gegen neue Sparmaßnahmen eingesetzt. Zudem trieb sie am Abend am zentralen Platz Puerta del Sol kleinere Gruppen von Demonstranten mit Schlagstöcken auseinander, wie Korrespondenten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Nach Polizeiangaben wurden sieben Demonstranten festgenommen und sechs Menschen verletzt.

Bei der Großdemonstration in Madrid haben viele Spanier gegen die neuen Sparmaßnahmen der Regierung protestiert. Die Demonstranten versammelten sich unter dem Motto "Sie wollen das Land ruinieren, das müssen wir verhindern" im Zentrum der spanischen Hauptstadt.

Zahlreiche Demonstranten trugen bunte Fahnen bei sich und Banner mit Aufschriften wie "Wenn du gewinnen willst, höre nicht auf zu kämpfen" und "Rajoy beklaut uns".

Die großen spanischen Gewerkschaften CCOO und UGT hatten für den Abend zu Demonstrationen in mehr als 80 spanischen Städten aufgerufen. Angaben zur Anzahl der Teilnehmer schwanken; es ist von Zehntausenden, auch von Hunderttausenden die Rede.

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    Mit den Protesten wollten die Gewerkschaften die Mobilisierungsfähigkeit der Spanier prüfen. Die Gewerkschaften haben damit gedroht, zu einem neuen Generalstreik im September aufzurufen.

    Die regierende Volkspartei von Ministerpräsident Mariano Rajoy, die im Parlament die absolute Mehrheit stellt, hatte am Donnerstag das umstrittene Sparpaket gebilligt. Unter anderem sollen die Mehrwertsteuer von 18 auf 21 Prozent angehoben, das Weihnachtsgeld für Staatsbedienstete für dieses Jahr gestrichen und die Arbeitslosenhilfe gekürzt werden. Die Opposition votierte geschlossen dagegen.

    Der sozialistische Oppositionsführer Alfredo Pérez Rubalcaba warf der Regierung Hörigkeit gegenüber der Europäischen Union vor. "Nehmen Sie ein Flugzeug nach Brüssel und sagen Sie denen, dass die Kürzungen Barbarei sind", sagte er an das Kabinett gerichtet.

    Welche Sparmaßnahmen die Spanier besonders heftig ablehnen
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    21 Kommentare zu "Sparen in Spanien: Madrids Massen ziehen auf die Straße"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Ludwig500
      bei den Bürgern wird gar nichts ankommen

    • Herr Kohl, hoffentlich sind Sie noch geistig soweit präsent, daß Sie und einige andere tagtäglich mitbekommen, was Sie angerichtet haben.

    • 'Ich_kritisch' sagt:
      -----------------------
      Sobald es Sie selbst betrifft wird es häßlich - und das ist es heute schon für: Irländer, Griechen, Portugiesen, Spanier.
      -----------------------

      Durchscnittliches jährliches Einkommen (2011) pro Person (nicht pro Familie) aus Löhnen, Gehältern und Sozialleistungen (Einkommen aus Kapital, Mieten und beitragsfinanzierten Renten nicht erfaßt):

      Griechenland: 11.181 €
      Portugal: 11.615 €
      Spanien: 15.395 €
      Irland: 21.701 €

      Ach, ist das aber häßlich!

      +++++++++++++++++++++++++

      'Ich_kritisch' sagt:
      -----------------------
      Was glauben Sie, wie lang dauert es und dann sind auch wir dran?
      -----------------------

      Kommt drauf an, ob wir uns von PIGS abzocken lassen oder nicht.

      Und darauf an, ob wir bei einer Politik der Wettbewerbsfähigkeit bleiben oder nicht.

    • es sind ja die Staatsbediensteten,welche gestern auf die
      Strasse gingen..In der Tagesschau hieß es noch,als die
      Kamera auf bewaffnete Polizisten zoomte,das wohl auch
      diese gerne mitdemonstrieren würden,weil auch sie von
      Einschnitten betroffen wären..
      Leider aber,knüppelten sie dann völlig kaltschnäuzig
      alles was auf dem Wege lag,zusammen..
      Dienst ist Dienst und wenn die eigene Mutter da stünde..
      Wir kennen diesen Mechanismus aus unseliger Zeit und
      dennoch,hinterfragt weder der Soldat noch der prügelnde
      Polizist seine Handlung und wird damit zum Unmenschen.

    • Mit dem Lissabonner Vertragswerk, welches 2009 Gesetz in der EU wurde kannn man jetzt diese Menschen auf offener Strasse erschiessen lassen. Wegen öffentlicher Ruhestörung und Protest gegen die Politik. Lange wird es nicht mehr dauern.

    • Zitat: "Es wird interessant in Europa."

      nur solange wie Sie es bequem vom Schreibtisch oder Sofa beobachten können. Sobald es Sie selbst betrifft wird es häßlich - und das ist es heute schon für: Irländer, Griechen, Portugiesen, Spanier. Was glauben Sie, wie lang dauert es und dann sind auch wir dran?

    • die Politiker in anderen europäischen Ländern sollten sich genau ansehen was die Folgen von Politikversagen sind.
      Es wird interessant in Europa.

    • Verspielt haben sie, unsere Volksvertreter, in dem Moment als sie die "Rettung" der Banken vor die Regulierung des Finanzmarktes stellten. Jetzt wird nur noch das große Abzockerad gedreht. Soviel Dummheit (oder Dreistigkeit)ist unbegreiflich!

      Ich war mal ein glühender verfechter Europas...das ist vorbei, endgültig.

    • Vielleicht sollten Sie mal überlegen, ob nicht vielleicht Sie der Dumme sind.

      In Spanien gehen die auf die Strasse, die arbeitslos sind, die ihre Wohnung räumen müssen, während die Banken, die ihre Drücker mit dem Versprechen "Eigenheim für jeden" geködert und alles abgenickt haben, ihr Risiko auf die Allgemeinheit abwälzen.

      Gestern wurde Hilfe für die Spanischen Banken beschlossen. Von den 100 Milliarden werden bei der Bevölkerung nur winzige Bruchteile ankommen. Der Rest geht an Banken und Investoren.

    • alle Brüssel ? Ich hab definitiv "á la Brüssel" geschrieben...

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