Sparmaßnahmen Athen schafft 213 Behörden ab

Rund 40 Millionen Euro und 5256 Stellen will die Regierung in Athen mit der Schließung unzähliger Behörden einsparen. Viele davon hatten praktisch keine richtige Aufgabe. Dafür boten sie Arbeitsplätze für Parteifreunde.
24 Kommentare
Griechen vor verschlossenen Toren: Rund 40 Milliarden Euro sollen mit der Schließung von Behörden eingespart werden. Quelle: AFP

Griechen vor verschlossenen Toren: Rund 40 Milliarden Euro sollen mit der Schließung von Behörden eingespart werden.

(Foto: AFP)

AthenDie Regierung in Athen macht erstmals ernst mit der Verschlankung des Staates. Wie das Finanzministerium in Athen am Dienstagabend mitteilte, werden insgesamt 213 Behörden abgeschafft oder sie müssen mit anderen fusionieren. Damit sollen jährlich rund 40 Millionen Euro gespart werden. Insgesamt werden 5256 Stellen abgeschafft. Die Staatsbediensteten sollen entweder in Rente gehen oder in andere staatliche Behörden versetzt werden, hieß es.

Viele dieser Behörden hatten praktisch keinen richtigen Wirkungsbereich, wie beispielsweise die Behörde für Technologieforschung der mittelgriechischen Region Thessalien. Oder auch die Organisation der Zentralmärkte und Fischerei sowie 65 verschiedene Jugendschutzbehörden, die nun fusionieren sollen, berichtete die griechische Presse weiter. Viele dieser Behörden seien in den vergangenen Jahrzehnten nur dazu da gewesen, dass Parteifreunde einen Arbeitsplatz finden.

Ministerpräsident Antonis Samaras hatte am Dienstag angekündigt, seine Regierung werde den Staat trotz Widerstandes verschlanken. Zurzeit prüfen die Kontrolleure der internationalen Geldgeber die Umsetzung der Spar- und Reformauflagen in Athen.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • dpa
Startseite

24 Kommentare zu "Sparmaßnahmen: Athen schafft 213 Behörden ab"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.


  • Unkritischer Schwachmatenbericht, soll das die Strukturreform und Beitrag GR zu Troikaforderungen sein ?. Recherchiert mal und blubbt nicht eine Meldung in die headline. Das Ganze stellt sich als grosse GR Verars....g dar.

    Die können nicht..., weil sie nie wollten....

  • Es kostet das Leben der deutschen Mittelschicht. Das Leben der Angestellten und kleinen Selbständigen, die 40 oder 45 Jahre lang jeden Morgen aufstehen, 1 bis 3 Stunden sich durch Staus zur Arbeit quälen, sich anstrengen, um nicht wegrationalisiert zu werden und sich für jeden Auftrag abstrampeln, die glücklich sind, wenn sie ihr Reihenhaus und ihren Mittelklassewagen abbezahlt haben, ihre Kinder nicht am G-8 verzweifeln, die immer auf alles und jedes ihre Steuern zahlen, die keine sozialen Wohltaten vom Staat kriegen dafür aber jedes Jahr ein paar Tage länger für diesen Scheißstaat malochen dürfen, die, wenn sie alt sind und mit 67 in Rente gehen dürfen vom vielen Arbeiten nicht nur krank sondern auch arm sein werden, weil die blutsaugende Politmafia das Rentenniveau auf Almosenniveau gesenkt hat. Diese Menschen haben nicht die Zeit und nicht die Kraft sich aufzulehnen und zu demonstrieren. Sie haben schon lange keine politische Heimat oder Lobby mehr und sind längst resigniert. Sie nehmen es klaglos hin, dass ihnen immer neue Bürden aufgeladen werden. Sie sind die s.g. "Reichen" die Sommer mit Zwangsanleihen um ihre bescheidenen Ersparnisse bringen will, denn die wirklich Reichen haben ihren Reichtum vor dem Staat in Sicherheit bringen können. Die Mittelschicht wird dazu verdonnert mit ihren viel zitierten "starken Schultern" den Irrsinn zu finanzieren. Dass sie dabei zerbricht interessiert die Polit- und Gewerkschaftsbonzen nicht.

  • das Wichtigste ist doch:
    "Griechenland ist auf dem richtigen Weg"
    ... so wird es wohl in kürze wieder geäußert werden
    UND DIE KOHLE KANN GLÜCKLICHERWEISE WEITERFLIEßEN.
    DADURCH IST NATÜRLICH AUCH DER EURO GERETTET.

    Das das alles Quatsch ist macht ja nix.
    Gute Nacht D

  • Zitat: "Damit sollen jährlich rund 40 Millionen Euro gespart werden. Insgesamt werden 5256 Stellen abgeschafft. Die Staatsbediensteten sollen entweder in Rente gehen oder in andere staatliche Behörden versetzt werden, hieß es."

    Wie das? Mal abgesehen davon, dass es unter der Überschrift heißt: Rund 40 Milliarden Euro und 5256 Stellen ... sollen eingespart werden und im Tex von 40 Millionen die Rede ist, erschließt sich nicht, wie bei Gehältern gespart werden soll, wenn die Menschen entweder versetzt (was ja eine Weiterbeschäftigung einschließt) oder in (Früh?)Penion gehen soll.

    Hallo wach, jemand da in meiner verehrten Handelsblatt-Redaktion - oder ist die 1. Garde derzeit in Urlaub?



  • Echt? Bekommen die einen deutschen HartzIV-Bezieher, der das tut? Ach ne, die bekommen ja gar keine 400 €...

    Ist echt grausam, wofür die Europäer bereit sind zu zahlen...

  • Manchmal denkt man, dass sind so neuzeitliche Märchen der Enkel der Gebrüder Grimm.

    Aber diese Art Humor kostet Deutschland das Leben...

  • Ach ja, beide Tunnel wird man nicht brauchen, da es zu dem Berg hin und von dort weg keine Straßen gibt.

  • Die Lösung könnte ja auch sein: Hilfsmittel/Tranchen erst überweisen, wenn die Reform tatsächlich umgesetzt ist und nicht wie bisher, wenn sie angekndigt wird.

    Bspw. Eine Behörde zum Bau eines Tunnels. Tunnelbau bezahlt durch EU, 5-mal so teuer wie in Deutschland. Nach 20 Jahren Bau hatte man 2 Tunnel, da man an beiden Seiten des Berges begonnen hatte, sich aber in der Mitte nicht traf. Denn die Beamten waren keine Ingenieure sondern Psycologen und Angler. Aber, was ebenso wichtig ist, Verwandte des Bürgermeisters...1 Behörde mit 16 Monatsgehältern..

  • Hm, wie sollen die 40 Mio denn eingespart werden, wenn die Beamten (nur) in Rente geschickt oder versetzt werden???? Bis der natürliche Abbau durch Ableben erfolgt vergehen Jahre/Jahrzehnte. Bis dahin gibt´s ja wohl Rettungsschirm-Mittel. Echt schick!

  • http://diepresse.com/home/meinung/rundschau/532015/Die-griechische-Pleite-kann-Europa-erschuettern

    Auszüge aus einem Artikel von 2010
    Der öffentliche Dienst ist heillos überbesetzt. Jede der beiden politischen Dynastien (die Familien Papandreou und Karamanlis) verschaffen – einmal an der Regierungsmacht – ihren Anhängern tausende Posten und Pöstchen. Die letzte konservative Regierung hat staatliche Fantasiekomitees geschaffen, deren Mitglieder nichts zu tun hatten, aber Gehälter bezogen. Manche Behörden hatten Zeitungsabonnements für monatlich 35.000Euro gebucht.
    --
    „So schlimm wird es nicht werden“, beteuern die Abwiegler. Habe doch Papandreou mit dem drakonischen Notprogramm, das das Parlament am Heiligen Abend akzeptiert hat, die Kehrtwende eingeleitet. Doch man soll sich nicht täuschen lassen. Die Verstellungskunst gehört seit den Zeiten des Trojanischen Pferdes zum traditionellen Repertoire der Hellenen.


Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%