Sparpolitik Proteste in Rumänien geraten außer Kontrolle

Der Volkszorn richtet sich gegen die Sparpolitik von Staatschef Basescu. Es geht um Lohneinschnitte, gekürzte Zulagen, höhere Steuern und Vetternwirtschaft. Die Regierung trifft sich zur Krisensitzung.
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Bei Protesten in Rumänien gab es mehrere Verletzte. Quelle: dpa

Bei Protesten in Rumänien gab es mehrere Verletzte.

(Foto: dpa)

BukarestIn Rumänien haben sich die seit Tagen andauernden Proteste gegen Staatspräsident Traian Basescu und die Sparpolitik der Regierung ausgeweitet. Angesichts von außer Kontrolle geratenen Protesten in Bukarest ist die rumänische Regierung am Sonntagabend zu einer Krisensitzung zusammengekommen.

In der Hauptstadt Bukarest kam es am Sonntagabend erneut zu Straßenkrawallen, nachdem Demonstranten eine Sperre der Sicherheitskräfte durchbrochen hatten. Mehr als 1.000 Demonstranten lieferten sich - wie bereits am Vortag - Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften. Randalierer bewarfen die Polizei mit Steinen, brennenden Fackeln und Molotow-Cocktails.

Mindestens sechs Menschen wurden verletzt. Ein Mann stand kurzzeitig in Flammen. Es war der vierte Tag in Folge, dass hunderte Rumänen aus Protest gegen die Sparmaßnahmen der Regierung auf die Straße gingen. Sie forderten Neuwahlen und eine Ablösung von Staatspräsident Traian Basescu.

Die Polizei setzte Tränengas ein und führte mehrere Randalierer ab. Fünf Polizisten wurden verletzt. Nach Angaben der Sicherheitskräfte wurden insgesamt 19 „besonders gewaltbereite“ Protestierende festgenommen. Die Krawalle dauerten am Sonntagabend noch an.

Bereits am Samstag war es in Bukarest zu Ausschreitungen gekommen. Die Polizei hatte damals erklärt, bei den Randalierern handle es sich vor allem um gewaltbereite Fußballfans, die sich unter die ursprünglich friedlichen Demonstranten gemischt hätten. Landesweit gingen tausende Menschen am Sonntag auf die Straßen.

Schauplätze waren neben Bukarest unter anderem die Industrie- und Universitätsstädte Timisoara (Temeswar), Craiova, Cluj (Klausenburg) und Iasi. Die Proteste konzentrieren sich auf die Sparmaßnahmen, die das Mitte-Rechts-Kabinett von Ministerpräsident Emil Boc in den vergangenen zwei Jahren durchgesetzt hat.

Die Demonstranten unterstrichen ihren Ärger über Lohneinschnitte, gekürzte Zulagen, höhere Steuern, Vetternwirtschaft und Korruption. Sie begannen am Donnerstag, ursprünglich aus Solidarität mit einem renommierten Vertreter des Gesundheitswesens, der aus Protest gegen die Gesundheitsreform der Regierung kündigte. Präsident Basescu verwarf die Gesundheitsreform am Freitag, konnte damit die Demonstranten aber nicht besänftigen. Boc kündigte am Sonntag einen neuen Gesetzesentwurf für Montag an. „Die Lösung ist Dialog, nicht das Werfen von Steinen“, betonte er nach einem Besuch im Krankenhaus, wo ein am Vortag verletzter Polizist behandelt wurde.

Der Volkszorn richtet sich auch gegen Staatschef Basescu, dem zunehmend autoritäres Verhalten vorgeworfen wird. Mit dem Sparprogramm will das von der Finanzkrise betroffene EU-Land Auflagen des Internationalen Währungsfonds (IWF) erfüllen. Renten wurden eingefroren und die Beamtenlöhne gekürzt. Zudem erhöhte die Regierung die Mehrwertsteuer um fünf Prozentpunkte.

  • dpa
  • dapd
  • afp
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12 Kommentare zu "Sparpolitik: Proteste in Rumänien geraten außer Kontrolle "

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  • Kann man so sagen, denn um den Euro dann einzuführen, beginnen die Länder unter äußerem Zwang die Preise anzuziehen.
    Man kann diese Spirale mit ansehen, konnte man in Deutschland ja auch damals und dann kam der große Broken. Es wurde einfach 1 zu 1 mit der D-Mark das Preisschild in Euro ausgetauscht.

    In Spanien ebenso, damals bekam man ein Mittagessen im Laufe von immerhin 10 Jahren die ich dort lebte immer zum gleichen Preis.
    Umgerechnet waren es 4,80 Mark.
    ein Salat oder Makaroni mit Bolognese als Vorschspeise
    Fisch oder Fleisch mit Beilage als Hauptgang
    Eis,Pudding oder Obst als Nachspeise
    dazu noch 1,5 Liter Wasser oder Limonade
    oder 0,5 Liter Wein.

    Das Alles für 4,80 Mark

    Heute bekommt man dafür nicht mal ein Bier.
    Geschweige denn ein Essen.

    Gemüse Obst und Tiere sind immer noch gleich, man baut auf Erde und Feld an, Tiere haben nach wie vor 4 Beine.
    Der Kellner immer noch 2
    Tisch und Stühle sind auch die Gleichen.

    Nur der Preis auf der Karte hat sich verdreifacht oder vervierfacht. Wenn das mal reicht.

    Griechenland war nicht in der Lage den Euro zu übernehmen.

    Gut, wenn aus dem Fehler nun auch andere Länder gelernt haben.

    Mary
    BGNature.info

  • Kann man so sagen, denn um den Euro dann einzuführen, beginnen die Länder unter äußerem Zwang die Preise anzuziehen.
    Man kann diese Spirale mit ansehen, konnte man in Deutschland ja auch damals und dann kam der große Broken. Es wurde einfach 1 zu 1 mit der D-Mark das Preisschild in Euro ausgetauscht.

    In Spanien ebenso, damals bekam man ein Mittagessen im Laufe von immerhin 10 Jahren die ich dort lebte immer zum gleichen Preis.
    Umgerechnet waren es 4,80 Mark.
    ein Salat oder Makaroni mit Bolognese als Vorschspeise
    Fisch oder Fleisch mit Beilage als Hauptgang
    Eis,Pudding oder Obst als Nachspeise
    dazu noch 1,5 Liter Wasser oder Limonade
    oder 0,5 Liter Wein.

    Das Alles für 4,80 Mark

    Heute bekommt man dafür nicht mal ein Bier.
    Geschweige denn ein Essen.

    Gemüse Obst und Tiere sind immer noch gleich, man baut auf Erde und Feld an, Tiere haben nach wie vor 4 Beine.
    Der Kellner immer noch 2
    Tisch und Stühle sind auch die Gleichen.

    Nur der Preis auf der Karte hat sich verdreifacht oder vervierfacht. Wenn das mal reicht.

    Griechenland war nicht in der Lage den Euro zu übernehmen.

    Gut, wenn aus dem Fehler nun auch andere Länder gelernt haben.

    Mary
    BGNature.info

  • @skeptischer_Mensch

    ... jeder der klar denken kann sieht den Untergang schon seit Jahren kommen...

    Wie gesagt bereits 1965 hat der Club of Rome das Buch die Grenzen des Wachstums geschrieben... steht viel Wahres drinn..

    und jeder der Denken kann muss erkennen, dass viele Sachen einfach nicht funktionieren.. z.B. Rente mit 67... das mag ja in kaufmännischen Berufen gerade noch gehen..

    aber was machen Maurer, Installateure, Dachdecker... Stahlbauer...etc.

    richtig die sparen Ihr ganzes Leben in einer Renten/Lebensversicherung an... diese legen aber Ihr Geld bei den Banken an... in Wirklichkeit sind dass aber alles Schrottpapiere... und da kommt nichts bei raus (im schlimmsten Fall)

    ...Irrsins... und was macht der Bundespräsident... der bekommt ein rollierendes Euribor-Darlehen...

    Falls soeines irgend jemand schon mal zur privaten Hausfinanzierung bekommen hat, bitte bei mir melden... Würde ich dann nämlich auch gerne machen...

    Also Herr Wulff, Sie können doch einem Niedersachsen mal verraten wie das geht;-))))))))))

  • "Dieser ganze Irrsinn führt nur zu einem - dem nächsten Krieg in Europa...

    jeder der dies nicht sieht ist ein Verblendeter Idiot!!!"

    Ganz recht. Allerdings gab es auch schon vor über 10 Jahren Leute die das gesehen haben. Nur wurden die verlacht, diskreditiert bzw. ignoriert und der Großteil des Volkes hat sie ebenfalls nicht ernst genommen.
    Und wenn es Leute mit Vorrausssicht gibt, warum nicht auch Leute, die so etwas planen?
    Ich glaube nie im Leben daran, daß das alles nur eine zufällig aus der Bahn geradene Entwicklung ist.
    Langsam sehen ja auch immer mehr Menschen, wem es einzig Nutzen bringt. Und damit dürfte auch klar sein, wer dahinter steckt. Und so erschreckend der Gedanke auch ist: Krieg ist der krönende Abschluß um die restlichen Störfaktoren gründlich beseitigen zu können. Dann kann man sich den Übriggebliebenen (wieder mal) als Retter o. Befreier präsentieren und alles ist so, wie man es haben will. Die Hälfte der Bevölkerung tot und somit kaum noch Mäuler zu stopfen und der Rest darf froh sein, wenn er sein nacktes Leben behalten darf. Aber nur, falls er die Klappe hält. Und schon ist die Neue Weltordnung da.

  • Alles läuft genau nach dem Plan der NWO. Immer wieder ein Land dazu, um Opfer gegen Opfer zu hetzen. Schafft das Geld-Zinssystem ab und wir haben Frieden, denn für die Finanzhaie und Bankster gäbe es nichts zu holen.

  • ...und glaubt irgend jemand, dass diese Bilder auch nicht in unsere Städte einziehen können...

    Sparmaßnahmen, Lohnkürzungen (oder keine Steigerungen-sind dasselbe) Rentenkürzungen, Korruption und Vetternwirtschaft..

    das alles haben wir doch auch...

    Dieser ganze Irrsinn führt nur zu einem - dem nächsten Krieg in Europa...

    jeder der dies nicht sieht ist ein Verblendeter Idiot!!!

    Die grenzen des Wachstums sind doch längst erreicht... und was hat man uns nicht schon alles vor gemacht...

    Wir schalten unsere AKWs aus.. na super... und die Holländer und Polen bauen grenznah die nächsten und wir kaufen den teueren Strom.... Waffen... ach Waffen dürfen Deutsche ja nicht haben...statt dessen werden an Ampelkreuzungen Menschen Erschossen... von unseren Arabischen Fachkräften..

    ...Lest mal das Buch von Udo Ulfkotte "Was lange gärt wird endlich Wut"....

    da hat mal ein "Nicht Kinnmuskelspanner" in einfachen Worten geschrieben wie es hier im Land aussieht...

    und so sehen es alle... besonders toll fand ich die Passage...

    wenn jemand den Plenarbereich Reichstag mit gesamten Inhalt in die Luft jagt, gibt es wahrscheinlich spontane Jubelstürme und Hupkonzerte...

    ... ist doch traurig, wenn man von unseren Politikern nicht mehr mehr halten kann als dies...

  • Ungarn und Rumänien haben natürlich keinen EURO. Jedoch sind alle Kredite für die Industrie und auch zum großen Teil für die Privatwirtschaft in EURO ausgereicht worden. Der ungarische Forinth und der rumänische Leu sind zudem an den EURO gekoppelt und daher allen Verwerfungen der EURO-Zone ausgesetzt. Österreichische, italienische und auch deutsche Banken sind stark in diesen Ländern engagiert, viele Kredite sind bereits jetzt notleidend.

  • Ungarn und Rumänien haben natürlich keinen EURO. Jedoch sind alle Kredite für die Industrie und auch zum großen Teil für die Privatwirtschaft in EURO ausgereicht worden. Der ungarische Forinth und der rumänische Leu sind zudem an den EURO gekoppelt und daher allen Verwerfungen der EURO-Zone ausgesetzt. Österreichische, italienische und auch deutsche Banken sind stark in diesen Ländern engagiert, viele Kredite sind bereits jetzt notleidend.

  • Hat Rumänien den Euro?? Hat Ungarn den Euro??
    Ist es vielleicht gar nicht der Euro, sondern ein Systemfehler?

  • Während immer mehr Menschen im Elend versinken, werden die Reichen der Welt immer reicher.
    Vielleicht sollte man dort die Ursachen der Krise suchen, nicht im Euro. Diese Währung ist nur ein Beschleuniger der Entwicklung, mehr nicht.

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