Sparprogramm Athen kurz vor letzten Sparentscheiden

Die griechische Führung will sich heute mit IWF-Inspektoren treffen, und danach entscheiden wie die 325 Millionen Euro eingespart werden sollen, die der europäische Sparplan fordert.
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Finanzminister Evangelos Venizelos und Ministerpräsident Lucas Papademos. Quelle: AFP

Finanzminister Evangelos Venizelos und Ministerpräsident Lucas Papademos.

(Foto: AFP)

AthenDas griechische Kabinett unter Leitung von Ministerpräsident Lukas Papademos will am heutigen Mittwoch über Möglichkeiten zur Einsparung von weiteren 325 Millionen Euro entscheiden. Dies verlautete am Dienstagabend aus Regierungskreisen in Athen.

Davor seien noch Gespräche mit Inspektoren der Europäischen Union und des Internationalen Währungsfonds (IWF) geplant, sagte ein Gewährsmann. Regierungssprecher Pantelis Kapsis hatte zuvor erklärt, die weiteren 325 Millionen Euro sollten durch Einschnitte bei Ministerien eingespart werden.

Die EU erwartet von den Vorsitzenden der beiden großen Parteien, Sozialisten und Konservativen, außerdem die Zusicherung, dass sie die zugesagten Kürzungen und Reformen auch nach der für April erwarteten Parlamentswahl umsetzen werden.

Entsprechende Schreiben sollten bis zum Vormittag vorliegen, sagte der Gewährsmann. Ein ursprünglich für Mittwoch vorgesehenes Treffen der Finanzminister der Eurogruppe war wegen der noch offenen Fragen am Dienstagabend abgesagt worden. Die Minister wollen nun in einer Telefonkonferenz beraten.

  • dapd
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8 Kommentare zu "Sparprogramm: Athen kurz vor letzten Sparentscheiden"

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  • Deutschlands eiserne Linie in der Schuldenkrise stößt in Griechenland weiter auf harsche Kritik. Mit erbosten Worten attackierte Präsident Papoulias Finanzminister Schäuble. Auch die Niederlande und Finnland knöpfte sich Papoulias vor.

    Ich akzeptiere nicht, dass Herr Schäuble mein Land verhöhnt, als Grieche akzeptiere ich das nicht“, sagte Papoulias am Mittwoch während eines Besuchs im Verteidigungsministerium in Athen. „Wer ist Herr Schäuble, dass er Griechenland verhöhnt? Wer sind die Niederländer? Wer sind die Finnen?“, fügte das 82-jährige Staatsoberhaupt hinzu.
    Quelle: Focus

  • Guter Artikel.
    Das die griechischen REnten so hoch sind, habe ich nicht gedacht. Und dazu noch 2 Zusatzrenten. Kein Wunder, daß Griechenland pleite ist.
    Und dann auch noch höhere Gehälter als das Geberland Deutschland!
    Die sollen die Renten und Gehälter erst einmal an ihre Produktivität anpassen.

  • Soeben entnehme ich den griechischen Nachrichten, dass der Präsident Griechenlands wegen der extrem krisenhaften Lage auf sein Jahresgehalt verzichtet.
    Das ist doch schon mal ein Anfang und auch die Richtung stimmt.
    Denn wenn schon der Präsident dieses kleinen Landes zweimal so viel verdient wie der deutsche Bundespräsident – nämlich um die 400.000 € im Jahr – wie mögen dann die Einkommen in der Wirtschaft aussehen, die der Manager und Reeder, der Inhaber von Supermarktketten und und und? Vielleicht fühlt sich ja nun der eine oder andere doch genötigt, auch mal etwas aus seiner Tasche herzugeben… bevor es sich womöglich andere holen. Wie sagte doch Papandreou vor der Wahl: „Geld ist genug da.“ Damit hat er zwar nicht DIESES Geld gemeint, aber was macht das schon.

  • Griech. Lohn- und Rentenkürzungen

    Bisher wurden Renten und Löhne nur im unteren Kostenbereich gekürzt, im oberen nur geringfügig. Ab 01.07.2012 soll lt. Troika gelten:

    Nautiker-Renten minus 7%
    Renten ab 1.300 € minus 20%
    DEKO-Renten minus 20%
    Olympic Airways Renten minus 20%
    Zusatz-(Hilfsrenten):
    bis 200 € minus 0%,
    201-300 € minus 15%,
    ab 301 € minus 20%.
    Uniformträger (Polizei, Militär):
    Renten 5100-6200 € minus 20%.
    Renten höher als 6200 € minus 30%.
    Diese Renten wachsen alle 2 Jahre um 4%.
    Quelle: www.newsit.gr

    Die Renten der Nautiker sowie die der DEKO-Beamten (alle, die nicht in der Verwaltung arbeiten, wie z.B. Bus, U-Bahn, Stromversorger, Wasserversorger) und der ehemaligen Olympic-Mitarbeiter sind enorm hoch.
    Es gibt Grundrenten (s.o.) und mind. 2 versch. Zusatzrenten. Die Zusatzrenten beginnen bei etwa 200 € und können 1500 € oder sogar mehr betragen. Sie werden auf Antrag bei Bedürftigkeit (wird kaum bis gar nicht geprüft) monatlich ausbezahlt.
    Da die griech. Gehälter bereits höher sind als deutsche Gehälter und der Prozentsatz der ausbezahlten Rente ebenfalls wesentlich höher ist, ergeben sich die abstrusesten Fälle. Ein griech. Professor z.B. erhält schon als Rentner mehr als der deutsche Professor als Gehalt hat. Vor diesem Hintergrund macht sich die Mühe des erfolgreich klagenden deutschen Professors um ein angemessenes Gehalt geradezu lächerlich aus.

  • So so. 17 Berufe sollen also vom Zunftzwang befreit werden (Zu finden im Artikel-Texteinschub). Vermutlich sind es die Bereiche, in denen sich am wenigsten Trauzeugen, Paten, Cousins und Cousinen und Wählergruppen der Politikerkaste tummeln. Denn in Wahrheit sind es weit mehr als 200 Berufe, in denen Sie als Deutscher, Franzose oder Holländer etc. und selbst oft genug als GRIECHE keine Chance haben. Und das, obwohl Griechen in ganz Europa das Recht haben, ihren Beruf frei zu wählen und ihm nachzugehen. Ich wundere mich immer wieder, das so etwas den Griechen nicht selbst langsam peinlich wird. Eine Schande ist das.

  • O Gott, ist doch (fast) jedem klar, daß die kommende Regierung der EU eine lange Nase ziehen wird, d.h. weiteres Geld her für das bankrotte Griechenland, aber etwas Versprochenes einhalten? Nein Danke! Der dumme deutsche Michel zahlt und zahlt weiter bis zum St. Nimmerleinstag - ist "alternativlos" mal wieder anscheinend. Schildbürger haben das Sagen. Und die Goldmänner wie Draghi und Konsorten lachen sich ins Fäustchen und schicken den Euro auf Talfahrt per Inflation.
    Wer den Griechen traut, der ist doch verrückt. Wir werden doch von diesen Griechen nur belogen und beschissen.
    Ganz hart mal gesagt: Was würde es denn uns ausmachen, wenn die Griechen rausfliegen aus dem Euro? Sind doch nicht zuständig für deren Lebensqualität, deren Renten und Pensionen oder deren Krankenversicherung. Die Griechen haben viel zu lange sehr gut gelebt auf unsere Kosten, und das muss nun endlich ein Ende haben.

  • Genauso abenteuerlich wie die gesamte Rettungsaktion - paßt doch in's Bild. Die Rettungspolitiker sind mit ihrem Latein am Ende, anders läßt sich solcher Blödsinn nicht erklären.

  • "Zusicherung, dass die zugesagten Kürzungen und Reformen...". Wie kann eine sich im Amt befindlche Regierung zusichern, dass eine neue demokratisch gewählte Nachfolgeregierung, möglicherweise mit kommunistischen Regierungsmtgliedern dazu verdonnert wird, eine bestimmte Poltik zu verabfolgen? Abenteuerlich.

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