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Sperranlagen Angst vor Migranten: Griechenland baut Zäune an der Grenze zur Türkei

Griechenland verstärkt die Sicherungsanlagen an den Land- und Seegrenzen zur Türkei. Dahinter steht die Angst vor einem neuen Migranten-Ansturm.
18.10.2020 - 15:06 Uhr 4 Kommentare
Fünf Meter hoch und 27 Kilometer lang sollen die Sperranlagen werden. Quelle: Dimitris Papamitsos
Grenze zwischen Griechenland und der Türkei

Fünf Meter hoch und 27 Kilometer lang sollen die Sperranlagen werden.

Athen Fünf Meter hoch, 27 Kilometer lang, 63 Millionen Euro teuer: Mit massiven Sperranlagen wappnet sich Griechenland am Grenzfluss Evros gegen befürchtete neue Migrantenströme aus der Türkei. Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis inspizierte die Bauarbeiten am Wochenende.

Die neuen Grenzzäune seien „das Mindeste, was wir tun können, damit die Bürger sich sicher fühlen“, sagte Mitsotakis bei seinem Besuch in der Ortschaft Feres. Dort wird ein neun Kilometer langer Teilabschnitt des Zauns errichtet.

Die griechische Landgrenze zur Türkei ist 206 Kilometer lang. Sie folgt größtenteils, aber nicht durchgehend, dem Lauf des Flusses Evros (türkisch: Meric). Der Evros war im Frühjahr Schauplatz einer wochenlangen Kraftprobe: Ende Februar erklärte der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan die Grenze zu Griechenland für geöffnet.

In Bussen wurden Zehntausende Migranten zum Übergang Pazarkule/Kastanies gebracht, um die Grenze zu belagern. Erdogan droht damit, „Millionen“ Migranten nach Europa zu schicken. Damit wollte er finanzielle Zugeständnisse der EU erreichen. Aber der Plan scheiterte, die Griechen verteidigten ihre Grenze. Ende März ließen die türkischen Behörden die Belagerer in Bussen wieder in Landesinnere bringen.

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    Der neue Zaun wird an drei bisher weniger gesicherten Abschnitten errichtet, wo die Grenze nicht dem Evros folgt, sondern über Land verläuft. Die Sperranlagen bestehen aus massiven, senkrecht im Boden verankerten, fünf Meter hohen Stahlelementen.

    Ein bereits 2012 gebauter elf Kilometer langer Metallzaun am Evros wird verstärkt und von 3,50 auf 4,30 Meter erhöht. Außerdem bauten die Streitkräfte acht neue Wachtürme. Premierminister Mitsotakis will überdies die Grenzpolizei am Evros mit 400 zusätzlichen Beamten verstärken.

    Spannungen in der Ägäis spitzen sich zu

    Vor dem Hintergrund der jüngsten Konflikte mit der Türkei um die Wirtschaftszonen im östlichen Mittelmeer fürchtet man in Athen, dass Erdogan erneut Druck machen könnte. Anzeichen dafür gibt es bereits: In griechischen Polizeikreisen heißt es, man beobachte, dass Migranten wieder in größerer Zahl mit Bussen zum Evros gebracht werden, wo sie dann in Schlauchboote steigen. Die türkischen Grenzsoldaten ließen die Schleuser gewähren.

    In der Ägäis spitzen sich die Spannungen unterdessen weiter zu: Am Wochenende weitete die Türkei ihr Zuständigkeitsgebiet für Such- und Rettungsaktionen einseitig aus. Sie beansprucht jetzt die Verantwortlichkeit für die Seenotrettung vor griechischen Inseln wie Mykonos, Santorin und Kreta. Das griechische Außenministerium sprach von einer „willkürlichen und illegalen Forderung“. Die Türkei erzeuge damit Konfusion und bringe Menschenleben in Gefahr.

    Wie die Landgrenze am Evros will Griechenland auch die Seegrenze in der Ägäis besser sichern. Dazu plant die Küstenwache den Aufbau eines neuen Beobachtungssystems. Es soll vor allem dazu dienen, die irreguläre Migration von der türkischen Küste zu den griechischen Inseln zu unterbinden.

    Das System wird aus 35 stationären Radarstationen mit Reichweiten von bis zu 90 Kilometern, Wärmebildkameras und Drohnen bestehen. Die Beobachtungsdaten werden in zwei Kontrollzentren der Küstenwache und der Streitkräfte in Athen in Echtzeit ausgewertet. Die Aufträge für das Überwachungssystem sollen im kommenden Jahr ausgeschrieben werden.

    Mehr: Der Gaskonflikt führt zu einem Rüstungswettlauf zwischen zwei Nato-Partnern

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    4 Kommentare zu "Sperranlagen: Angst vor Migranten: Griechenland baut Zäune an der Grenze zur Türkei"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Griechenland beendet die europäische Quasselei und handelt konsequent - wir schulden dem Land dafür großen Dank. Gutes Gelingen für die baldige Errichtung dieser Grenzanlagen!

    • Schade, dass es keinen anderen Lösungsansatz gibt! Man erkennt immer wieder die Schwachstellen der EU gegenüber gegenüber Herrn Erdogan. Ich hoffe, Griechenland wird wenigstens finanziell unterstützt.

    • Illegale Grenzueberschreitungen muessen - wie jeder andere Gesetzesbruch - verhindert
      werden. Also ist der Zaun gut - aber natuerlich darf er nicht von Trump gebaut werden.
      NB: Ich bin kein Trump-Fan.

    • Sehr gut, D müsste hier Griechenland nachhaltig unterstützen damit der Sultan weniger Erpressungspotential hat. 40 Jahre jünger und ich würde beim Bau mitanpacken.

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