Spionage NSA kann bei Milliarden SMS mitlesen

Ausgerechnet am Tag vor der großen Geheimdienstreform-Rede des US-Präsidenten, platzt eine neue Bombe: In angeblich „gezielten“ Aufklärungen griff die NSA 200 Millionen SMS-Nachrichten ab. Pro Tag.
Update: 17.01.2014 - 06:34 Uhr 2 Kommentare
Auch die SMS sind von den Lauschangriffen der NSA nicht sicher. Quelle: dpa

Auch die SMS sind von den Lauschangriffen der NSA nicht sicher.

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LondonDie NSA kann laut einem neuen Zeitungsbericht fast 200 Millionen SMS-Nachrichten pro Tag abgreifen. Das gehe aus einem Dokument aus dem Jahr 2011 hervor, berichtete die britische Zeitung „Guardian“ am Donnerstagabend. Das Programm mit dem Namen „Dishfire“ sammele wahllos „so ziemlich alles, was es kann“, gehe aus Papieren des britischen NSA-Partnerdienstes GCHQ hervor.

Die Geheimdienste fischten aus den Kurznachrichten Informationen etwa über Reisepläne, Adressbücher oder Finanz-Transaktionen aus, hieß es. Außerdem gäben zum Beispiel Benachrichtigungen über entgangene Anrufe Informationen über den Bekanntenkreis eines Nutzers.

Betroffen von dem Programm seien auch Personen gewesen, gegen die kein Verdacht illegaler Machenschaften bestanden habe. Jeden Tag schnappe die NSA den Unterlagen zufolge über fünf Millionen davon auf. Genauso wiesen 1,6 Millionen registrierte Roaming-Benachrichtigungen auf Grenzübertritte hin. Ebenso seien aus über 76 000 Kurznachrichten Geodaten extrahiert worden.

Der Präsentation von 2011 zufolge wurden an einem Tag 194 Millionen SMS-Nachrichten eingesammelt, schrieb die Zeitung. Ein weiteres Dokument gebe einen Eindruck von der Auswertungs-Kapazität des Systems: Die Geheimdienst-Analysten würden darin aufgefordert, nach nicht mehr als 1800 Telefonnummern gleichzeitig zu suchen.

So müssen Geheimdienste draußen bleiben
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Wer sensible Daten mit Kollegen oder Freunden über Online-Dienste wie Dropbox & Co. tauscht, läuft Gefahr, dass Spitzel und Hacker mitlesen. Eine smarte Alternative bietet der Speicher- und Synchronisationsdienst des US-Startups Connected Data. Bei dessen Transporter genannten Festplatten kann der Nutzer selbst bestimmen, welche Dateien per Direktverbindung automatisch und verschlüsselt mit den Transporter-Disks anderer Nutzer synchronisiert werden.

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Wer verhindern will, dass Spionagesoftware die Passworteingabe für die verschlüsselte Festplatte aufzeichnet, sollte externe Speicher mit eigener Entsperrtechnik einsetzen – wie die DataLocker-Festplatte von Origin. Das Modell Enterprise 2.0 besitzt ein Tastenfeld für die Code-Eingabe und ist von der US-Technologiebehörde NIST unter anderem für den militärischen Einsatz zertifiziert.

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Wer kann sich noch die Passwörter merken, die er auf Hunderten Web-Seiten eingibt? Der MyIDkey des US-Startups Arkami hilft da weiter: Der USB-Stick, der sich nur über den eingebauten Fingerabdruck-Scanner aktivieren lässt, merkt sich sämtliche Benutzernamen und Passwörter, die der Nutzer in Web-Seiten eingibt – und füllt die Zugangsdaten bereits besuchter Web-Seiten automatisch in die vorgegebenen Eingabefelder ein. Via Bluetooth-Funk funktioniert das auch mit Smartphones.
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Abdruck-Analyst
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Abdruck-Analyst

Nicht ganz so sicher wie ein komplexes Passwort, aber deutlich komfortabler – und allemal besser als kein Zugriffscode: Das sind Fingerabdruckleser, die viele Business-Notebooks eingebaut haben, wie etwa das Thinkpad X1 Carbon von Lenovo.

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Mit den Verschlüsselungsverfahren PGP und S/Mime gibt es wirksame Technologien, um elektronische Post gegen unerwünschte Mitleser zu sichern. Nur ist die Konfiguration gerade für Laien teils recht aufwendig. Einfacher und für den Unternehmenseinsatz geeignet sind Programme wie gpg4o des Softwarehauses Giegerich&Partner. Das Paket gibt’s als Erweiterung für Microsofts Outlook 2010 und 2013.

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Die Dokumente stammten aus dem Fundus des Informanten Edward Snowden und seien 2012 von einer Seite mit Anleitungen zum „Dishfire“-System für GCHQ-Mitarbeiter heruntergeladen worden. Das System sei zu diesem Zeitpunkt im Einsatz gewesen.

Die Zeitung verwies konkret auf eine NSA-Präsentation aus dem Jahr 2011, in der SMS-Nachrichten als eine „Goldmine“ bezeichnet worden seien, die es auszubeuten gelte. Demnach seien im April jenes Jahres im Schnitt täglich 194 Millionen solche Text-Kurznachrichten gesammelt worden. Die NSA erklärte, die Andeutung, man sammle willkürlich und ungebremst Daten, sei „falsch“.

Eine NSA-Sprecherin widersprach auf Anfrage der Zeitung dem Eindruck, dass die Daten ohne Verdacht und unkontrolliert gesammelt würden. Die Fähigkeiten würden gegen Aufklärungsziele eingesetzt.

Seit den ersten Enthüllungen Anfang Juni wird deutlich, dass die NSA alle möglichen Arten der Kommunikation überwacht. So greift sie den Unterlagen zufolge E-Mails, Adressbücher und den Datenverkehr zwischen Rechenzentren von Internet-Konzernen ab. Sie kann demnach auch Handy-Gespräche abhören und Mini-Wanzen in Computer einbauen.

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2 Kommentare zu "Spionage: NSA kann bei Milliarden SMS mitlesen"

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  • Was soll das dauernde Geschreibsel über die NSA. Der der Angst hat erwischt zu werden hat längst auf Briefpost umgestellt. Wir sollten uns wichtigeren Dingen widmen.

  • Ist es nicht schön?

    Das ist doch der Nachweis, dass tausende von Beamtenstellen in Deutschland abgebaut werden können?

    Die BaFin könnte bei effizienter Reorganisation auf einen Bruchteil eingedampft werden und sie könnte wieder mit der Aufgabe bedacht werden, die ihr schon früher zustand: Die Unterstützung der Legislative!

    Es würde der deutschen Finanzaufsicht gut zu Gesicht stehen, eine Behörde zu haben, die in unabhängiger Funktion die Gesetze vorbereitet, statt diese von Lobbyisten und nach deren vorheriger Genehmigung zu übernehmen.

    Eines muss mit Bestimmtheit zu aller erst passieren. Die Behörde muss von der Unterwanderung durch Lobbyisten gesäubert werden - von unten bis ganz oben.

    Als zweites muss die Behörde von der Aufsicht der von ihr zu überwachenden Institutionen befreit werden. - Man muss sich diesen geistigen Winkelzug überhaupt einmal vorstellen, dass dies mitten in Deutschland "ging"! -

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