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Spionage-Vorwürfe? Russland weist polnische Diplomaten aus

Das Misstrauen wächst: Mehrere Diplomaten aus Polen mussten Russland verlassen. Moskau wirft ihnen offenbar Spionage vor. Zuletzt war auch eine Mitarbeiterin der deutschen Botschaft ausgewiesen worden.
Update: 17.11.2014 - 10:25 Uhr Kommentieren
Kreml in Moskau: Russland hat mehrere Diplomaten aus Polen ausgewiesen. Quelle: dpa

Kreml in Moskau: Russland hat mehrere Diplomaten aus Polen ausgewiesen.

(Foto: dpa)

Moskau Die diplomatischen Scharmützel zwischen Russland und Nato-Ländern wegen der Ukraine-Krise gehen weiter: Russland hat mehrere polnische Diplomaten ausgewiesen. Grund hierfür seien „Aktivitäten“, die mit dem Diplomatenstatus „unvereinbar“ seien, teilte das russische Außenministerium am Montag in Moskau mit. Damit sind in der Regel Spionageaktivitäten gemeint.

Die Maßnahme sei zugleich eine Reaktion auf eine vorherige Ausweisung russischer Diplomaten aus Polen, hieß es weiter. „Die polnischen Behörden haben einen unfreundlichen und absolut unbegründeten Schritt gemacht, die russische Seite hat angemessene Maßnahmen getroffen“, teilte das Außenministerium mit. Die polnischen Diplomaten - es soll sich um vier Militär-Attachés und einen Mitarbeiter der politischen Abteilung handeln - hätten Russland bereits verlassen.

In den vergangenen Tagen hatte Russland bereits eine Mitarbeiterin der deutschen Botschaft ausgewiesen. Laut dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“ reagierte Moskau mit der Ausweisung auf den Fall eines russischen Diplomaten, der als Mitarbeiter des Bonner Generalkonsulats in Deutschland spioniert haben soll, vom Verfassungsschutz monatelang observiert worden sei und letztlich ohne großes Aufsehen aus Deutschland ausgewiesen worden sei.

Mitte November war auch ein früherer lettischer Abgeordneter in Russland wegen Spionagevorwürfen festgenommen und dann ausgewiesen worden. Alexej Cholostow sei beim Versuch erwischt worden, die Rekrutierung russischer Agenten für den lettischen Geheimdienst vorzubereiten, meldete die Nachrichtenagentur Interfax. Der russische Sender NTV zeigte offenbar mit einer versteckten Kamera aufgezeichnete Aufnahmen, auf denen Cholostow angibt, vor mehreren Jahren vom lettischen Geheimdienst angeworben worden zu sein.

Cholstow sagte der lettischen Nachrichtenagentur Leta, er sei "überrascht" über die Vorwürfen. Er selbst sei über die Spionageaffäre nicht informiert. Ein Sprecher des Außenministeriums in Riga sagte im lettischen Rundfunk, das russische Verhalten sei "extrem bedauerlich". Derartige Vorfälle hätten sich in jüngster Zeit leider gehäuft. Der aus Russland ausgewiesene Cholostow gilt als Fürsprecher der russischsprachigen Minderheit in Lettland.

Vergangenes Jahr zog er sich aus der Politik zurück und startete eine neue Karriere im Immobilienhandel. Die Beziehungen zwischen Moskau und Riga haben sich durch die Ukraine-Krise erheblich eingetrübt. Der Baltenstaat trat 2004 der Europäischen Union bei, ist aber nach wie vor von russischen Gaslieferungen abhängig.

  • afp
  • rtr
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