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Spionageverdacht Mutmaßliche russische Agentin in den USA festgenommen

In den USA soll eine 29-jährige auf Anweisung eines Kreml-Mitarbeiters geplant haben, Organisationen wie die Waffenlobbygruppe NRA zu unterwandern.
17.07.2018 Update: 17.07.2018 - 14:19 Uhr Kommentieren
USA: Mutmaßliche russische Agentin festgenommen Quelle: dpa
Freundschaft mit Hindernissen

Nur wenige Stunden nachdem US-Präsident Trump und Russlands Präsident Putin in Helsinki ihre neu erlangte Freundschaft verkündeten, wurde die Festnahme der russischen Agentin bekannt gegeben.

(Foto: dpa)

Washington Die US-Behörden haben eine 29-jährige Russin wegen des Verdachts der Agententätigkeit für die Regierung in Moskau festgenommen. Wie das US-Justizministerium am Montag (Ortszeit) mitteilte, wird ihr geplante Einflussnahme auf die amerikanische Politik vorgeworfen. Zu diesem Zweck habe die Beschuldigte Maria Butina Verbindungen zu US-Bürgern geknüpft und versucht, politische Gruppierungen zu unterwandern. Sie sei in Washington als Studentin an der Universität eingeschrieben. Ferner sei sie Gründerin einer russischen Waffenlobby-Organisation.

Butina soll den Angaben zufolge einem hochrangigen Vertreter der russischen Zentralbank zugearbeitet haben, gegen den das US-Finanzministerium Sanktionen verhängt hat. Dabei handelt es sich nach Auskunft einer mit der Angelegenheit vertrauten Person um Zentralbank-Vizechef Alexander Torschin. Dieser reagierte nicht auf die Bitte um eine Antwort. Die Zentralbank gab keine Stellungnahme ab.

Das Justizministerium in Washington nannte nicht den Namen der Waffenlobby-Organisation, die Butina versucht haben soll zu infiltrieren. Auf Fotos ihrer Facebook-Seite war die Russin auf Veranstaltungen der National Rifle Association (NRA) zu sehen. Die mächtige NRA wehrt sich seit vielen Jahren gegen strengere Waffengesetze. US-Präsident Donald Trump versprach der Organisation zuletzt im Mai, dass es unter seiner Präsidentschaft keine Verschärfung geben werde. Ein Sprecher der NRA gab zu dem Fall Butina zunächst keinen Kommentar ab.

Die Russin soll den Angaben zufolge auch versucht haben, Verbindungen zu Entscheidungsträgern in der US-Politik aufzubauen. In einem Youtube-Video ist sie auf einer Wahlkampfveranstaltung Trumps im Juli 2015 zu sehen, wie sie den damaligen Kandidaten fragt, ob er an den Sanktionen gegen Russland festhalten wolle. Butinas Anwalt Robert Driscoll sagte, seine Mandantin sei keine russische Agentin und werde ihre Rechte energisch verteidigen.

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    Zur Festnahme kam es bereits am Sonntag. Die Bekanntgabe erfolgte am selben Tag, an dem Trump seinen russischen Kollegen Wladimir Putin in Helsinki traf. Bei der anschließenden gemeinsamen Pressekonferenz nahm die Affäre um eine mutmaßliche Einmischung Russlands in die US-Wahlen breiten Raum ein. Trump sagte, er habe mit Putin lange darüber gesprochen und keinen Grund zu glauben, dass Russland sich in die Wahl eingemischt habe. Damit zog Trump Erkenntnisse der US-Geheimdienste in Zweifel und erntete dafür harsche Kritik sowohl von Republikanern als auch Demokraten im Kongress.

    • rtr
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