Staatsbesuch Merkel wirbt in Mazedonien für den neuen Namen sowie den EU- und Nato-Beitritt

Wenn die Namensänderung von Mazedonien zu „Nord-Mazedonien“ vollzogen wäre, würden auch erfolgreiche Gespräche mit der EU möglich werden.
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Die Bundeskanzlerin sieht das Namensreferendum als große Chance für Mazedonien und wirbt für die Aufnahme in die Nato. Quelle: dpa
Angela Merkel besucht Mazedonien

Die Bundeskanzlerin sieht das Namensreferendum als große Chance für Mazedonien und wirbt für die Aufnahme in die Nato.

(Foto: dpa)

SkopjeBundeskanzlerin Angela Merkel hat in Mazedonien für ein Ja im Referendum über eine mögliche EU- und Nato-Mitgliedschaft geworben. Sie wolle sich nicht in die inneren Angelegenheiten des Westbalkanlandes einmischen, sagte Merkel am Samstag bei einem Besuch in der Hauptstadt Skopje. Aber aus eigener Erfahrung wisse sie, „dass sich historische Chancen nicht alle Tage ergeben“, sagte sie. Eine erfolgreiche Volksabstimmung werde die Tür öffnen für die euroatlantische Verankerung Mazedoniens.

Es sei „ein Schlüsseltag“ für das Land, der ähnlich wichtig sei wie die Volksabstimmung über die Unabhängigkeit genau vor 27 Jahren. Sie rechne mit einem „positiven Ausgang“. In dem Referendum am 30. September wird neben der EU- und Nato-Mitgliedschaft auch über die Vereinbarung mit Griechenland über den Landesnamen abgestimmt.

Während die Regierungsparteien ihre Anhänger aufgerufen haben, bei dem Referendum am 30. September mit Ja zu stimmen, sind große Teile der Opposition dagegen. Sie behaupten, Mazedonien verlöre mit dem neuen Namen seine nationale Identität.

„Wir haben aus deutscher Sicht, aus europäischer Sicht ein großes Interesse an einer stabilen Region... Der westliche Balkan ist entscheidend auch für die Stabilität der ganzen Union“, sagte die Kanzlerin. Hintergrund ist, dass etwa Russland vorgeworfen wird, den EU-Kurs der Westbalkan-Staaten torpedieren zu wollen. Merkel trifft in Skopje neben Ministerpräsident Zoran Zaev auch Oppositionspolitiker.

Im Juni hatten Griechenland und Mazedonien eine Vereinbarung unterzeichnet, die eine Umbenennung Mazedoniens in Republik Nord-Mazedonien vorsieht. Das Parlament in Skopje beschloss danach das Referendum. Merkel sagte, die Beilegung des jahrzehntelang schwelenden Namensstreit sei Voraussetzung für eine mögliche spätere Aufnahme in die EU.

Deutschland hatte sich wie auch die EU-Kommission und die meisten anderen EU-Staaten dafür eingesetzt, Beitrittsverhandlungen mit Mazedonien zu eröffnen, weil sich mit der EU-Perspektive Reformen in dem Land leichter durchsetzen lassen. Frankreich und die Niederlande lehnten dies aber ab.

  • dpa
  • rtr
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