Staatskrise in der Ukraine Russisches Militär sperrt Flughafen in Sewastopol

Russische Soldaten haben auf der Krim den Flughafen von Sewastopol in Beschlag genommen. Zuvor hatten Bewaffnete kurzzeitig das Gelände besetzt. Der Ukraine droht die Spaltung – zumal der Ex-Präsident nicht aufgibt.
Update: 28.02.2014 - 10:08 Uhr 32 Kommentare

Verunsicherung in der Ukraine

KiewDas russische Militär hat nach Angaben des ukrainischen Innenministeriums den Flughafen der Stadt Sewastopol auf der Halbinsel Krim gesperrt. Das gab der kommissarische Innenminister Arsen Awakow am Freitag bekannt. Dort ist die russische Schwarzmeerflotte stationiert.

Widersprüchliche Berichte gibt es über einen angeblichen Einsatz russischer Soldaten an einem Militärflughafen von Sewastopol. Zuvor eine Gruppe von etwa 50 Bewaffneten am frühen Freitagmorgen den Flughafen besetzt. Wie die Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine berichtete, trugen die Männer Militäruniformen. Augenzeugen hätten erklärt, die Bewaffneten hätten dieselbe militärische Kleidung getragen wie die Männer, die am Donnerstagmorgen die Gebäude von Parlament und Regionalregierung auf der ukrainischen Halbinsel Krim besetzt hätten. Die Männer seien in Fahrzeugen ohne Kennzeichen am Flughafen vorgefahren. Welche Ziele die Bewaffneten verfolgen würden, sei unklar, hieß es bei Interfax-Ukraine.

Wie der Sender Russia Today unter Berufung auf den Pressedienst des Flughafens im Kurznachrichtendienst Twitter berichtete, verließen die Eindringlinge das Gelände wieder, nachdem sie keine ukrainischen Soldaten angetroffen hätten. Sie hätten sich sogar entschuldigt, hieß es bei Russia Today.

Die russische Schwarzmeerflotte hat eine Beteiligung an der Besetzung eines Militärflughafens auf der Krim-Halbinsel bestritten. Die Soldaten seien nicht in das Gebiet um den Flughafen nahe der Stadt Sewastopol vorgedrungen und hätten es auch nicht blockiert, zitierte die russische Nachrichtenagentur Interfax am Freitag einen Militärsprecher.

Das Streben nach Autonomie der russischsprachigen Krim-Bevölkerung stellt die Ukraine zunehmend vor die Zerreißprobe. Das prorussische Krim-Parlament sprach sich für eine Volksbefragung über die Autonomie der Region aus. „Durch die verfassungswidrige Machtübernahme in der Ukraine von radikalen Nationalisten und mit Unterstützung bewaffneter Banden sind Friede und Ruhe auf der Krim gefährdet“, sagte eine Parlamentssprecherin. Die Mehrheit der Krim-Bewohner sind ethnische Russen. Drohgebärden aus Moskau nährten zusätzliche Sorgen.

Die neue Übergangsregierung in Kiew warnte ihren Nachbarn Russland vor Truppenbewegungen auf der Krim, die vor 60 Jahren der Ukraine zugeschlagen worden war. Sollten sich Soldaten der Schwarzmeerflotte in Sewastopol unangemeldet außerhalb der in Abkommen festgelegten Zonen bewegen, werde dies als „militärische Aggression“ gewertet.

Heute will sich knapp eine Woche nach seiner Entmachtung als ukrainischer Präsident will Viktor Janukowitsch erstmals öffentlich zu Wort melden. Nach Berichten russischer Agenturen plant der 63-Jährige eine Pressekonferenz in der Stadt Rostow am Don (14 Uhr MESZ). Am Wochenende war er vom Parlament in Kiew abgesetzt worden und geflohen. Janukowitsch beharrt darauf, dass er weiter der rechtmäßige Präsident sei. Die Beschlüsse des Parlaments seien rechtswidrig.

In Kiew wählte das Parlament den 39 Jahre alten Arseni Jazenjuk zum neuen ukrainischen Regierungschef. Er erhielt 371 Stimmen unter anderem von der Partei Udar (Schlag) des Ex-Boxprofis Vitali Klitschko, die auf eigenen Wunsch nicht an der neuen Regierung beteiligt ist. Im Saal waren 417 Abgeordnete, von insgesamt 450. Jazenjuk führte zuletzt die Parlamentsfraktion von Timoschenkos Vaterlandspartei.

Jazenjuk beklagte die finanzielle Schlagseite der Ukraine. „Die Staatskasse ist leer. Es gibt Schulden von 75 Milliarden US-Dollar“, sagte er. Das Gesamtvolumen von Zahlungsverpflichtungen liege aktuell bei 130 Milliarden US-Dollar.

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32 Kommentare zu "Staatskrise in der Ukraine: Russisches Militär sperrt Flughafen in Sewastopol"

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  • @ wachsamer
    Ach eine Sache noch. Wenn zum erwachsenwerden Schwulenhass, Undankbarkeit und die völlige Ignoranz gehören was man hat, dann lieber nicht.
    Ja HB ich weiß ist unsachlich, aber sowas muss doch nochmal gesagt werden dürfen.

  • @ wachsamer
    Ich drück Ihnen die Daumen für Ihr Outing. Sie brauchen keine Angst zu haben, das ist auch normal. Sie sollten es nur nicht rumerzählen wenn sIe mal in Russland sind. Aber da werden sie bestimmt nicht hinfahren.
    Meine Frage galt auch eher el-olvidado. Aber er überlegt wohl noch.

  • @ColorfulColorado
    Alles Gute für Sie und werden Sie erwachsen!

  • Immer noch keine Antwort?

  • Wo bleibt der Moderator, der die Diskussionen auf eine sachliche Ebene lenkt? Ich habe von ihnen kein einziges sachliches Argument gehört ColorfulColorado. 90% sind einfache Anschuldigungen oder Unterstellungen.

  • @wachsamer
    Dafür habe ich vollstes Verständnis, denn ich war auch mal so ein Heißsporn und bin mit den Rufen "Wir sind das Volk" durch Leipzigs Straßen gezogen.

    Und jetzt sind Sie alt und haben Ihr Feuer verloren... Tja war es denn damals so viel besser? So mit Sovjetmacht und ohne Amis?
    Und Freunde verhalten sich anders. Ohhh werden Sie abgehört? Wirklich was für Konsequenzen hat das für sie, dass sie hier Kommentare Posten? Dürfen Ihre Kinder jetzt nicht studieren? Oder kommen Sie ins Gefängnis? Ja was müssen Sie ertragen? Was?
    Im schlimmsten Fall tauschen wir Gauner gegen andere Gauner, dann ändert sich halt nix. Aber immer noch besser als uns von Wohlstandsopfern die noch nie was riskieren mussten sagen zu lassen, dass wird es gut haben und keinen Grund. Wenn Sie mal was riskieren wollen fahren Sie nach Dusiburg Marxloh und reden mit den Bewohnern mal über rechte von Improtbräuten, anstatt zuhause im warmen zu sitzen und so tun als würde man was tun!

  • @ ColorfulColorado. Wenn sie sachliche Argumente haben wollen, dann bleiben sie auch auf einer sachlichen Ebene. Sie greifen in jedem Ihrer Post jemanden an. Wir alle haben verschiedene Hintergründe, die sie nicht kennen.
    Und "Wir" Europäer sind nicht alle gleich. Genauso wie "ihr" Ukrainer nicht alle gleich seid. Aber gibt es überhaupt noch ein "ihr" in der heutigen Welt? "Wir" sind alle Menschen. Das Problem ist, das wir alle nicht autark sind, weil Großmächte uns kontrollieren wollen. Mit Erfolg. Probleme werden totgeschwiegen oder verschwinden aus den Medien. Und die medien polarisieren, sodass bei Menschen Unmut aufkommt, den sie mit Aggressionsfreisetzung bewältigen. Man spricht immer von gut und böse.

    Wenn jemand aus einer Protestbewegung einen anderen umbringt, ist die komplette Bewegung kriminell und terroristisch veranlagt. Doch was glauben sie...nimmt ein normaler Bürger eine Kolashnikov in die Hand und geht so demonstrieren? Wer eine friedliche lage will, muss auch friedlich an problemlösungen herangehen. Doch genau ihr aggressiver Ton verursacht solche Probleme, bei denen es Tote gibt.Mit der neuen "Regierung" sind wieder Leute, die, die Hilfen auf eigene Konten umleiten. Es ändert sich nichts. Menschen starben für nichts...

  • @ ColorfulColorado. Wenn sie sachliche Argumente haben wollen, dann bleiben sie auch auf einer sachlichen Ebene. Sie greifen in jedem Ihrer Post jemanden an. Wir alle haben verschiedene Hintergründe, die sie nicht kennen. Und "Wir" Europäer sind nicht alle gleich. Genauso wie "ihr" Ukrainer nicht alle gleich seid. Aber gibt es überhaupt noch ein "ihr" in der heutigen Welt? "Wir" sind alle Menschen. Das Problem ist, das wir alle nicht autark sind, weil Großmächte uns kontrollieren wollen. Mit Erfolg. Probleme werden totgeschwiegen oder verschwinden aus den Medien. Und die medien polarisieren, sodass bei Menschen Unmut aufkommt, den sie mit Aggressionsfreisetzung bewältigen.

    Man spricht immer von gut und böse. Wenn jemand aus einer Protestbewegung einen anderen umbringt, ist die komplette Bewegung kriminell und terroristisch veranlagt.

    Doch was glauben sie...nimmt ein normaler Bürger eine Kolashnikov in die Hand und geht so demonstrieren? Wer eine friedliche lage will, muss auch friedlich an problemlösungen herangehen. Doch genau ihr aggressiver Ton verursacht solche Probleme, bei denen es Tote gibt.

    Mit der neuen "Regierung" sind wieder Leute, die, die Hilfen auf eigene Konten umleiten. Es ändert sich nichts. Menschen starben für nichts...

  • Bin gespannt auf die von Rußland arangierte Janukowitsch Pressekonferenz; hoffentlich für den Grundschüler Janukowitsch mit Teleprompter, denn sonst weiß er ja nicht was er sagen soll!! :-)) Und nicht vergissen "drei-Wetter taft" die Frisur sitzt! 8 Uhr Sewastopol, 13 Uhr Kharkiv die Frisur sitzt, 18 Uhr Moskau, Putin schreit und die Frisur sitzt immer noch! :-))

  • @ColorfulColorado
    Ihre Äußerungen zeigen einmal mehr, dass Sie noch sehr, sehr jung sein müssen.
    Wenn Sie die Welt verändern wollen, dann tun Sie es mit Taten und nicht mit Sprüchen.

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